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Wo bleibt der Spaß im Leben? 11+1 Tipps

Mein Tag gestern war voll. Aufstehen, Kinder wecken, Frühstücken richten und dann zur Arbeit gehen. Nach der Arbeit nach Hause, was essen, Wäsche waschen, eine Runde mit Mann und Hund raus, Englisch lernen, mit dem Sohn Schulsachen raussuchen (neues Schuljahr), dem Sohn die Haare schneiden, im Wäscheständer drei neue Seile einspannen (die Streben brechen nach und nach raus), Abendessen zubereiten und essen. Als ich dann auf dem Sofa saß war es 20:45 Uhr. Das hört sich irgendwie nicht nach Spaß an!

Wozu leben wir?

Das oben ist eine ganz schön lange Aufzählung. Nicht jeder Tag läuft so, gestern war der erste Tag nach den Sommerferien. Dennoch habe ich mir im Urlaub die Frage gestellt, wo der Spaß im Alltag bleibt? Und wie wir mehr Spaß in unser Leben holen können?

In meinem neuen Planer 2022/ 2023 war eine Werteanalyse drin. Diese habe ich gemacht und ich glaube Du errätst, welches einer meiner drei wichtigsten Werte im Leben ist: Spaß!

Kindheit

Als wir Kinder waren, haben wir getan, was uns am meisten Spaß gemacht hat. Bis zum Schuleintritt war das auch völlig akzeptiert. Wir konnten uns in Spiele vertiefen, im Sand riesige Gebilde bauen und fielen am Abend todmüde ins Bett.

Dann wurden wir eingeschult und auf einmal hiess es: Jetzt beginnt der Ernst des Lebens! Wir mussten stillsitzen, schreiben, lernen und konnten höchstens in den Pausen, nachmittags, am Wochenende oder in den Ferien tun, was uns Spaß machte.

Bereit um Spaß zu haben

Jugendzeit

Mit Beginn der Pubertät wurde es – zumindest bei mir – nochmal schwieriger. Ich sollte mich vernünftig benehmen, dabei wollte ich schon damals einfach nur Spaß haben. Die Schule wurde schwieriger und die eigenen Gefühle fuhren Achterbahn. Dennoch hatte ich auch hier die Möglichkeit Dinge einfach nur zum Spaß zu tun. Ins Freibad gehen, den ganzen Tag lesen, Rad fahren, durch die Natur stromern, in die Disko gehen. Alles war möglich – zumindest außerhalb der Schulzeit und außerhalb den Augen der Erwachsenen.

Junge Erwachsene

Mit 22 bin ich von Halle/ Saale nach Stuttgart gezogen. Für mich war dies ein Schritt in eine ganze andere Welt. Doch nachdem ich mich eingelebt hatte, hatte ich auch hier wieder Spaß, zumindest in der knappen freien Zeit, die mir zur Verfügung stand. Neben meiner Vollzeitstelle absolvierte ich abends ein Studium zur Betriebswirtin. Es war eine schöne, wenn auch anstrengende Zeit und ich kann mich an das viele Lachen und die vielen schönen Momente mit meinem Kommilitonen und meinen Freunden erinnern.

Familienzeit

Als die Kinder zur Welt kamen war die Veränderung in unserem Leben groß. Aber auch hier kann ich mich noch gut an den vielen Spaß erinnern. Endlich konnte ich wieder schaukeln und wippen, ohne dass es doof aussah. Ich habe unendlich viele Burgen im Sand gebaut, wir sind durch die Natur gestromert und haben so viel gespielt.

Schwieriger wurde es, als ich wieder ins Berufsleben einstieg. Auf einmal wurde die Zeit knapper. Es blieb einfach weniger Zeit für den Spaß und die vielen Dinge, die wir vorher machten.

Die Kinder wurden größer, kamen in die Pubertät. Mittlerweile gehen sie nicht mehr schaukeln und wippen, ich leider auch nicht mehr. Trotz einer dreiviertel Stelle habe ich – dank des Minimalismus und seinen Vorteilen – meistens mehr Zeit als früher. Nun könnte ich wieder den Spaß meines Lebens haben, aber weiß nicht so recht welchen!

Was macht mir Spaß?

Im Urlaub habe ich mir überlegt, was mir Spaß macht, wovon ich mehr in meinem Leben möchte. Ein paar Dinge sind mir klar – wie der Blog hier, Yoga oder Fußball – aber sonst? Was kann ich täglich tun, um mehr Spaß in mein Leben zu integrieren?

Ich glaube, dass dies etwas ist, was viele trifft, wenn die Kinder selbstständig werden. Plötzlich ist mehr Zeit da, für sich, die Partnerschaft und vieles mehr. Und nach den vielen Jahren wissen wir auf einmal nicht mehr, was uns Spaß macht.

Wie holst Du mehr Spaß in Dein Leben?

1. Ordne Deine Finanzen

Das wichtigste zuerst, kümmer Dich um Deine Finanzen, falls es da Bedarf gibt. Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als wir keinen Überblick hatten und am Ende des Geldes noch Monat übrig war. Wenn Du Sorgen hast, wie du fianziell den Monat überstehst, sind die Gedanken woanders, nur nicht wie Du Spaß im Leben findest.

Verschaff Dir einen Überblick, mach ein Budget, spare oder erhöhe Dein Einkommen. Aber tu etwas. Danach wird es viel einfacher sein, Spaß in Dein Leben zu integrieren.

2. Spaß ist nicht nur groß!

Spaß muss nicht immer was Großes sein, nicht immer ein Ausflug oder etwas ganz Besonderes. Als ich letztens auf einem Spaziergang mit Hund und Max war, haben wir uns auf eine Bank gesetzt. Diese war recht hoch und ich konnte mit den Beinen baumeln. Es hat mir unglaublich Spaß gemacht. Ich liebe auch Schaukeln, vor allem diese Nestschaukeln auf Spielplätze haben es mir angetan, wenn ich da drin liegen und in den Himmel schaue fühle ich mich, als kann ich fliegen. Leider sind meine Kids mittlerweile groß und findest es “uncool”. Ich glaube ich werde mal abends vorbei gehen.

3. Öffne den Blick für kleine Dinge

Wie oft hetzen wir im Alltag oder laufen im Automatik-Modus? Dabei verpassen wir viele kleine Dinge. Als ich zur Bahn gelaufen bin, war am Boden unter einem Baum ein kleines Eichhörnchen und ich habe mir eine Minute Zeit genommen und es beobachtet. Es hat mir einfach Spaß gemacht dem kleinen Geschöpf zuzuschauen wie es seine Nuss verbuddelt.

Jeden Tag geschehen um uns herum viele kleine Dinge, die wir im Autopiloten nicht beachten. Wenn wir uns die Zeit nehmen, aufmerksam und offen durch den Tag zu gehen, sehen wir vielleicht ein paar Dinge, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

4. Mehr Lachen

Lachen ist Spaß pur. Kannst Du Dich an das letzte Mal erinnern, als Du einen richtigen Lachflash hattest und nicht mehr aufhören konntest? Wenn ich daran denke, bekomme ich ein fettes Grinsen im Gesicht. Kinder lachen 400-mal am Tag. Erwachsene lachen 15-mal am Tag.

Dabei ist dieses Leben das einzige Leben was wir haben, wir sollten viel mehr lachen.

Meine Tochter hat mir gestern erzählt, dass sie in einer Yogastunde mal Lachyoga praktiziert haben. Nach einiger Zeit mussten alle so sehr lachen, dass sie Bauchschmerzen bekamen.

Such Dir ein nettes Video, erzählt Euch Witze, lacht aus vollem Herzen.

5. Mindset ändern und an den eigenen Glaubenssätzen arbeiten!

  • Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
  • Das Leben ist kein Zuckerschlecken.
  • Jetzt beginnt der Ernst des Lebens.
  • Ich muss vernünftig sein…

Kommt Dir das bekannt vor? Wir alle kennen diese oder ähnliche Glaubenssätze und handeln unbewusst danach. Wer sagt denn, dass zuerst die Arbeit kommt? Wieso kann ich davor keinen Spaß haben? Du bist erwachsen, Du kannst tun was Du möchtest. Dein Leben kann ein “Zuckerschlecken” sein, wenn Du das möchtest. Es ist Deine Entscheidung. Du bist frei und darfst tun was Du möchtest.

Glaubenssätze kannst Du ändern, es dauert zwar etwas, denn sie sind lange eingeübt und immer wieder gedacht, aber es ist machbar. Du alleine entscheidest wie Dein Leben aussieht!

6. Verbringe Zeit mit positiven Menschen

Das Leben macht definitiv mehr Spaß, wenn wir es mit Menschen verbringen die eine positive und optimistische Grundeinstellung haben.

Ich liebe es, Zeit mit positiven Menschen zu verbringen. Es wird nicht gelästert, es gibt kein Drama, man wird nicht bewertet und alle wollen nur eine schöne Zeit miteinander verbringen. 

unbekannt

Menschen, die positiv und optimistisch sind, geben Dir das Gefühl, richtig und genug zu sein. Wenn Du mit ihnen zusammen bist, fühlst Du Dich besser. Such den Kontakt zu positiven Menschen, die das halb volle Glas sehen.

7. Sei neugierig!

Als ich letzten mit der Bahn nach Hause gefahren bin, saß mit gegenüber eine ältere Dame mit leuchtenden Augen Wir kamen ins Gespräche und sie verriet mir, dass sie 87 ist. Ihre Mutter ist über 100 geworden. Sie sagte, dass ihre Mutter im Seniorenheim auch im hohen Alter anderen noch kleine Streiche spielte und klar und gesund war. Warum? Weil sie immer neugierig blieb.

Wer neugierig bleibt, den treibt der Wunsch nach Weiterentwicklung an. Forscher haben festgestellt, dass Menschen, die neugierig auf das Leben sind im Alter mental klarer bleiben. Auch wurde bewiesen, dass unser Gehirn auch im Alter noch in der Lage ist Nervenzellen zu bilden.

Wenn wir neugierig auf das Leben sind, uns gern weiterentwickeln möchten und neue Dinge ausprobieren, bringt das viel mehr Spaß im Leben, als wenn wir jeden Tag das gleiche tun. Spaß kennt kein Alter!

Ich denke oft an die ältere Damen zurück und war nach dieser Begegnung sehr dankbar für die gemeinsame Zeit, auch wenn es nur 15 Minuten waren. Sie war so herzlich und offen.

Museum der Illusionen Stuttgart

8. Gib Deinen Impulsen nach

Wir hatten im Urlaub Fahrräder ausgeliehen, Hollandräder. Mit diesen sind wir oft zum Strand gefahren. An einem Tag zog ein Unwetter über den Ort und es regnete wie aus Eimern. Als wir später zum Strand fuhren waren große Pfützen auf den Wegen. Könnt ihr Euch daran erinnern was ihr als Kinder gemacht habt? Ich habe als Kind voll in die Pedale getreten und bin – mit Beinen hoch – mitten durch die Pfützen gefahren. Genau dieser Gedanke kam mir als ich diese riesigen Pfützen sah und ich habe nicht lange überlegt und bin voll speed durch! Aber ich kenne Menschen, die in so einer Situation gesagt hätten “Du bist so kindisch, benimm Dich doch mal wie eine Erwachsene”. Heutzutage ist es mir egal. Es hat Spaß gemacht, ich habe mich gefreut und hatte ein Lächeln im Gesicht.

Wenn Du Deinem Impuls gerade nicht nachgehen kannst, weil Du zum Beispiel arbeitest, notier ihn Dir und hole es nach.

9. Perfektionismus aus, Spaß an!

Kennst Du die 80/ 20-Regel?

Sie besagt, dass Du mit 20% Aufwand 80% Deiner Ziele erreichst. Die restlichen 20% erreichst Du nur mit 80% Aufwand. 100% erreichen ist Perfektionismus.

Manche Dinge müssen wir genau machen, zu 100%. Aber es gibt auch viele Dinge im (Berufs-)Leben, bei denen 80% ausreichen.

Und wenn Du in diesen Bereichen ebenfalls 100% gibst, nimmt Dir das den ganzen Spaß. Würde ich nur perfekte Blogartikel produzieren wollen, wäre nicht ein einziger Artikel geschrieben. Mir macht es Spaß zu schreiben, ich liebe diese Arbeit am Blog. Und ich weiß, dass er nicht perfekt ist. Das ist ok, denn so macht es mir immer noch unglaublich Spaß.

Das gleiche gilt in meinen Yoga-Stunden. Sie sind nicht zu 100% perfekt. Manchmal stelle ich sogar während der Stunde noch etwas um, so bleibe ich authentisch und man merkt mir den Spaß deutlich an. Würde ich die perfekte Yoga-Stunde planen wollen, würde der Spaß aufhören.

Außerdem erlauben uns Fehler zu wachsen, wir können uns weiterentwickeln.

10. Raus aus der Komfortzone

Die Komfortzone ist bequem, wir kennen uns aus. Alles ist schön vorhersehbar. Aber manchmal eben auch langweilig, weil Du weißt was kommt.

Wenn Du Dinge tust, die außerhalb Deiner Komfortzone liegen, forderst Du Dich selbst heraus. Durch kleine Challenges im Alltag holst Du Dir mehr Spaß ins Leben, auch wenn es Dich am Anfang vielleicht Überwindung kostet oder Du Angst verspürst.

Du kannst Dir zum Beispiel vornehmen, jede Woche etwas neues zu probieren.

11. Entscheide Dich für den Spaß in Deinem Leben

Vieles in unserem Leben ist unsere Entscheidung. Wann wir aufstehen, was wir den ganzen Tag über machen (Wenn Du jetzt sagst: “Ich muss aber arbeiten gehen, dies tun, das tun…” sage ich Dir, auch das ist Deine Entscheidung. Wenn Du es nicht tust, hat dies Konsequenzen, aber entscheiden kannst Du es trotzdem selbst) wie wir anderen Menschen begegnen.

Wie wäre es, wenn Du Dich bewusst dafür entscheidest mit Spaß durch den Tag zu gehen? Lächle wenn Du aus der Tür gehst oder einen Menschen triffst, achte auf die kleinen Gegebenheiten im Tag, auf die kleinen Momente, die Dir Spaß bringen. Sei offen und positiv. Diese Einstellung sorgt dafür, dass Du die Tage ganz anders wahr nimmst.

Stau und Spaß
Stau und Spaß – eine große Runde Stadt Land Fluss

11+1. Es gibt auch andere Tage

Nicht alle Tage sind voller Spaß und laufen so, wie Du es Dir vorstellst. Mach Dir keine Gedanken, es geht wieder aufwärts. Das Leben ist eine Welle. Es geht auf und ab. Gäbe es die langweiligen oder dunklen Tage nicht, könntest Du die hellen und schönen nicht schätzen.

Wichtig ist dabei, dass sich die Tage abwechseln. Sollten Deine Tage nur dunkel sein und Du hast gar keinen Spaß mehr, solltest Du Dich nicht scheuen Dir Hilfe zu suchen. Denn manchmal kommen einfach ein paar Dinge zusammen, die sich nicht durch die obigen Tipps wieder hinbiegen lassen.

Fazit

Have fun, be crazy, be weird. Get out and screw up. You are going to anyway, so you might as well enjoy the process.

Anthony Robbins

Dieses Leben ist das einzige Leben welches Du hast. Leb es! Genieß den Augenblick. Die Vergangenheit ist vorbei und Du kannst sie nicht ändern. Morgen ist noch nicht. Das einzige was Du tun kannst, ist diesen Augenblick zu leben und das mit möglichst viel Spaß.

Als Kinder haben wir uns gefreut, endlich erwachsen zu sein. Endlich können wir entscheiden, was wir tun. Wir haben uns ein Leben voller Spaß vorgestellt. Als wir erwachsen waren, gab es viele Dinge, aber nicht ansatzweise so viel Spaß wie in unserer Vorstellung als Kind. Es ist Zeit das zu ändern und dem Spaß wieder mehr Spielraum zu geben.

Lass los!

Namasté Julia

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2 Kommentare

  1. Hallo Julia,
    so ein schönes Foto im Museum der Illusionen ist von mir diesen Sommerurlaub auch entstanden. Und das hat mich gleich wieder zum Lachen gebracht, Mission erfüllt!
    Und du hast völlig recht, es gibt solche und solche Tage, da sollte man sich nicht unter Druck setzen. Das Wichtigste ist, sich auch (zumindest hin und wieder) etwas freie und vor allem unverplante Zeit zu lassen. Denn wenn man nicht völlig getrieben durchs Leben hetzt, hat man auch mal die Muse, in Ruhe ein Eichhörnchen zu beobachten.
    LG
    Vanessa

    • einfachfreileben einfachfreileben

      Liebe Vanessa,

      da stimme ich Dir vollkommen zu, ohne freie, unverplante Zeit hetzt Du durch das Leben. Dann ist auch an Spaß nicht zu denken.

      Liebe Grüße
      Julia

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