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Wir haben unseren VW T5 California verkauft!

Fast 4 Jahre und mehr als 50.000 km hat er uns begleitet, unser VW T5 California, Toni. Wir haben tolle Reisen unternommen und viel erlebt. Mit dem Gedanken ihn zu verkaufen haben wir schon länger gespielt. Warum und was wir nun machen? Liess selbst.

Freiheit

Wir haben unseren Toni – einen VW T5 California Comfortline – 2018 gebracht gekauft, mit dem Ziel zu reisen.

In den vergangenen fast 4 Jahren waren wir unter anderem in Spanien, Frankreich, Italien, Schottland und ganz viel – während Corona – in Deutschland unterwegs.

Die Freiheit, die er uns geschenkt hat, war unglaublich. Einfach losfahren und dort schlafen, wo wir wollen.

Als wir ihn damals kauften, waren wir noch nicht so weit wie jetzt. Wir wollten einfach nur Urlaub machen. Zu diesem Zeitpunkt haben wir nicht im entferntesten daran gedacht, welche Wendung unser Leben nehmen würde. Ein Jahr Auszeit? Das können wir uns niemals leisten, dachten wir.

Mittlerweile wissen wir, wir können und wollen es. Wir haben uns persönlich weiterentwickelt in den vergangenen vier Jahren.

VW T5 Toni

Veränderungen

Bereits seit einigen Monaten überlegen wir, ob wir Toni verkaufen. Die Kinder sind inzwischen 16 und 14 und brauchen nachts ihren Platz. Zu zwei ist der VW T5 California ein toller Campingbus, zu viert mit Hund geht es auch. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem die Teenager eben ihren eigenen Space brauchen. Der Punkt war bereits im letzten Jahr erreicht.

In Schottland hat es sich bestätigt. Wenn ein Teenager alleine schlafen konnte, war alles prima, zu zweit war Chaos und Gemotze.

Weiterhin ist Toni mittlerweile bereits 14 Jahre alt und die ersten Schönheitsreperaturen, kleinere sowie größere, kommen. Wir hätten einiges an Geld investieren müssen. Auch ist er im Unterhalt teuer und darf nicht nach Stuttgart, da Euro 5 Diesel.

Da wir sowieso vieles mit dem Fahrrad, Öffentlichen oder Roller erledigen, stand er die meiste Zeit nur rum.

Fahrrad

Wie wir bereits hier geschrieben haben, sind wir auf der Suche nach einem Wohnmobil. Wir schauen nicht aktiv, lassen das eher auf uns zukommen. Wenn das richtige kommt, können wir zuschlagen. Denn nach wie vor steht derzeit der Plan, zu vier das Jahr im Wohnmobil zu verbringen.

Was ist mit der Freiheit?

Was ist nun mir unserer Freiheit? Diese Freiheit haben wir nach wie vor, denn Freiheit beschränkt sich nicht auf ein Auto. Freiheit lebt in unseren Herzen. Wir können immer noch spontan losfahren. Wir haben noch ein Zelt im Keller, welches wir nutzen können. Oder wir suchen uns unterwegs eine Pension. Wir können unter freiem Himmel schlafen! Es gibt so viele Möglichkeiten.

Ich glaube es war der richtige Zeitpunkt. Wir haben die Anzeige auf ebay-Kleinanzeigen am Donnerstag geschalten, am Freitag war er verkauft. Wir haben dafür das bekommen, was wir haben wollten und sind nun an dem Punkt, dass wir den großen Kredit in 2 Jahren ablösen können. Das nimmt viel Last von unseren Schultern.

VW T5

Gleichzeitig haben wir die Fixkosten gesenkt. Denn alleine Steuern, Versicherung und TÜV hat uns 1000 Euro im Jahre gekostet. Die Fixkosten für unsere Fahrzeugen betragen durchschnittlich 500 Euro im Monat, ein Großteil davon war der VW T5, da Reparaturen und Inspektionen bei diesem Auto gleich richtig ins Geld gehen.

Vermissen wir ihn?

Unsere Tochter war sehr traurig am Freitag, es ging wirklich schnell. Unser Sohn sagte trocken: “Ist doch nicht meine Entscheidung, für mich ist es ok.” Sowohl Max als auch ich waren ein wenig erleichtert, dass er weg war. Wir haben uns aber auch schon länger mit dem Thema beschäftigt.

Ich kann nur für mich sagen, ich vermisse ihn ein wenig. Ein tolles Auto. Aber nochmal kaufen würde ich ihn nicht. Ich bin froh, dass wir quasi null auf null rausgekommen sind.

Ich werde gern an die Zeit zurück denken.

Den Fahrradträger und die Dachträger mit Skibox haben wir separat verkauft, beides ist auch bereits weg. So leert sich unser Haus weiter.

Wie wird unser Urlaub nun aussehen?

In diesem Jahr gehen wir nach Italien. Eine Woche in die Heimat meines Mannes, die Verwandten besuchen. Hier haben wir eine Ferienwohnung. Danach geht es in die Toskana in den Park Albatros. Dort haben wir ohnehin ein Mobilhome, schon wegen dem Hund. Die Hitze tagsüber ist für sie nicht gut, auch wenn sie aus Griechenland kommt.

Mobilhome

Im kommenden Jahr können wir uns in den Pfingstferien eine Woche Elba gut vorstellen, dann mit dem Zelt. Zuerst war unsere Tochter nicht begeistert, aber im Endeffekt hat sie dann drei Wahlmöglichkeiten. Mitkommen oder – sie ist dann 17 Jahre – alleine in den Urlaub fahren bzw. zu Hause bleiben. Da sie – genau wie wir – sehr gern reist, wird sich bestimmt mitkommen.

In den Weihnachtsferien haben wir eine Reise ins Warme geplant, mehr dazu aber später. Hier wären wir sowieso nicht mit Toni gefahren.

Umstellung – nur noch ein Auto

Ein wenig müssen wir uns nun schon umstellen. Wir haben nur noch ein Auto und unsere Tochter macht ihren Führerschein für das begleitende Fahren.

Unser zweites Auto ist ein Ford Fiesta, Maggi. Maggi ist klein aber leistet uns stets treue Dienste. Dass wir sehr minimalistisch reisen kommt uns nun zu Gute, denn wir haben nicht viel Platz. Für den Sommerurlaub nehmen wir zwei kleine Koffer mit und waschen unterwegs. Max hat Dachträger bestellt, damit wir das SUP und die Liegestühle für den Strand mitnehmen können. Der Hund muss entweder in die Mitte zwischen die Kids oder auf den Boden.

Ich höre von anderen gerade immer wieder: “WAS? Ihr geht mit dem kleinen Auto in den Urlaub? Das könnte ich nicht!”

Und ich frage immer: “Wieso nicht?” Ich nehme zwei paar Schuhe mit, feste und FlipFlops. Kleidung nehme ich für eine Woche mit, wir waschen die Dinge, wie Unterwäsche o.ä. die wir waschen müssen per Hand. In den vergangenen Jahren habe ich festgestellt, dass wir – trotzdem wir sehr minimalistisch packen – noch zu viel dabei hatten. Wichtig ist das SUP, die Schnorchelbrillen, Flossen für die Jungs. Wir Mädels schnorcheln ohne Flossen. Bettwäsche und Handtücher bekommen wir vor Ort, unsere Strandhandtücher sind klein. Die Möglichkeit, in den Urlaub fahren zu können, ist mehr wert. Platz ist relativ.

Wie Mobil sind wir nun?

Wir haben vier Fahrräder. Die Kids fahren mit dem Rad zur Schule, zum Sport und zu Freunden. Wir haben einen Roller, der durch uns Erwachsene genutzt werden kann sowie Maggi. Dazu kommen soll noch ein 50er Roller, den die Kinder dann mit 17 – wenn sie ihren Führerschein haben – fahren können, so sind sie nicht auf uns angewiesen. Die öffentliche Anbindung ist dafür, dass wir auf dem Dorf leben, doch recht gut. Sicherlich müssen wir manchmal etwas mehr Zeit einplanen, aber wir sind auch nicht so gestresst.

Außerdem gibt es mittlerweile in Altdorf ein Carsharing Auto, welches wir im Notfall ebenfalls nutzen können.

Wir sind nach wie vor mobil und ich glaube, vieles ist auch Gewöhnungssache. Was mir noch gefallen würde, wäre, wenn ich ein Jobticket bekäme. Hier möchte ich noch einmal in Verhandlung gehen.

Fazit

Wir haben lange überlegt und am Ende ging es ganz schnell. Ich glaube ja nicht an Zufall. Es sollte so sein und wir haben die Chance, die uns das Universum bot, ergriffen. Auch für unseren weiteren Weg wird es Chancen geben und wir werden sie nutzen.

Toni wird uns in guter Erinnerung bleiben.

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6 Kommentare

  1. Der Domi Der Domi

    Gratuliere, wir haben einen Pössel Kastenwagen als Zweitfahrzeug. Wird nur für den Urlaub verwendet. Ansonsten kommen wir mit einem Auto aus (dreiköpfige Familie). Insgeheim würde ich ihn auch gerne los haben 😉

    • einfachfreileben einfachfreileben

      Die Entscheidung ist tatsächlich über Monate gereift, ich glaube es sollte so sein und es wäre schade gewesen, wenn wir es nicht probiert hätten mit dem T5. Der Winter wird spannend, wenn es regnet oder schlechtes Wetter ist, dann wird sich zeigen ob es genauso einfach mit einem Auto ist wie jetzt.

  2. Mit einem kleinen Auto in den Urlaub zu fahren, hat nicht nur den Vorteil, dass man nicht den halben Hausstand einpackt sondern es ist auch wesentlich günstiger. Da werdet ihr mit eurer Maggi bestimmt noch viel Spaß haben. Ich freue mich besonders, dass wir nicht die Einzigen sind, die ihren Fahrzeugen Namen geben 🙂

    • einfachfreileben einfachfreileben

      Den halben Hausstand haben wir vorher nicht eingepackt, der war ja schon im Bus;)
      Aber Du hast recht. Wir nehmen Kleidung für eine Woche mit, waschen und wenn wir wieder kommen, haben wir nur wenig Wäsche und er verbraucht 3-4 Liter weniger auf 100 km. Das ist heute schon eine Hausnummer.

      Bei uns haben irgendwie schon immer alle Fahrzeuge Namen, schön dass es auch bei Euch so ist!

  3. Hm, in zwei Jahren werden die Kids nicht mehr mitfahren wollen. Du bekommst dann höchstens noch Messages oder Anrufe wie “bin mit Tom in Bayern und fahre die Tage zu Lina in Bamberg, so auch Sven aus Köln…”. Wenn du Glück hast.
    Das Gemotze ist nur der Anfang, das Abnabeln kommt schnell und hart. Aber es ist richtig und war bei uns doch nicht anders. Insofern seid ihr bald wieder zu zweit, auch wenn du jetzt vielleicht entrüstet”nein bei uns nicht, wir fahren auch die nächsten Jahre zusammen” rufst 🙂 Alles Liebe Dir.

    • einfachfreileben einfachfreileben

      Das dachte sich meine Schwägerin auch und fährt mit ihren Töchtern, 18 und 21, nach wie vor in den Urlaub. Meine Eltern sind immer nur nach Thüringen gefahren, da wollte ich mit 16 schon nicht mehr mit, aber heutzutage?
      Unsere Tochter reist gern und wenn Mama und Papa den Urlaub zahlen könnte das schon noch ein paar Jahre so gehen, wahrscheinlich geht sie erst mit uns und dann alleine…bei unserem Sohn könnte ich mir das schon eher vorstellen, aber auch er is Fan vom Meer. Wir werden sehen, so oder so werden sie irgendwann ihren eigenen Weg gehen und das ist auch gut so!
      Dir auch alles Liebe!

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