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Was bedeutet Geld für mich?

Heute habe ich Alexia von der Akademiker Fibel zu Gast auf meinem Blog. Alexia widmet sich der Frage, was Geld für sie bedeutet.

Was ist Geld?

Als ich 6 Jahre alt war, war Geld etwas sehr Wertvolles für mich. Ich konnte damit zum Kiosk um die Ecke gehen und bekam eine gemischte Tüte Süßigkeiten für insgesamt eine Mark. Meine Eltern waren zu der damaligen Zeit selbstständig. Wenn diese jeden Samstag arbeiteten, gab mir mein Papa diese eine magische Mark und ich besuchte den Kiosk, um mich mit Gummibärchen zu versorgen. Es war damals spielend einfach mich mit wenig Geld glücklich zu machen.

Heute funktioniert das nicht mehr so gut. Einerseits, weil ich selbst für mein Geld arbeiten muss, andererseits, weil ich für eine Mark nicht mehr viel bekomme in Frankfurt am Main. Mit meinen 32 Jahren komme ich zur Erkenntnis, dass sich ferner meine Wünsche mit den Jahren geändert haben. Und ich ertappe mich immer wieder selbst mit der Frage, was Geld mir eigentlich bedeutet?

Daher dreht sich dieser Blog-Beitrag um die Frage was uns Geld eigentlich bedeutet? Denn ich bin mir sicher, dass sich der ein oder andere diese Frage nie gestellt hat. Die Auseinandersetzung mit dem Thema ist jedoch vor allem für den Traum der finanziellen Unabhängigkeit sehr wichtig.

Denn nur wenn ich meine Einstellungen zum Thema Geld reflektiere, kann ich auch regelmäßig prüfen, ob ich noch in die richtige Richtung schippere, zu meiner finanziellen Unabhängigkeit. Lies rein in meine (für meine Generation untypische) Beziehung zu Geld und erfahre ferner, wie mir in simples Hausaufgabenheft dabei hilft, Geld nicht allzu wichtig in meinem Leben zu machen.

Geld begleitet mich bereits ein Leben lang. Vom Finanzstudium über meinen Job in der Investmentbranche dreht sich in meinem Leben fast alles um Geld. Es ist gar nicht mal so einfach, das Thema einen Tag ruhen zu lassen. Geld ist meine Leidenschaft, daher habe ich auch den Finanzblog Akademiker Fibel gegründet. Doch steht meine Leidenschaft eigentlich im Widerspruch mit meiner Generation.

Warum unsere Einstellung zum lieben Geld abhängig von unserem Geburtsjahr ist

Ich bin schon etwas Besonderes. 1990 geboren, bin ich eine der Letzten, die noch in die Generation der Millennials gehören. Generation Y (kurz Gen Y) oder Millennials (zu Deutsch etwa „Jahrtausender“), bezeichnet die Bevölkerungskohorte bzw. Generation, die im Zeitraum der frühen 1980er bis zu den späten 1990er Jahren geboren wurde. Millenials sind Finanzkrisen bestens gewohnt und wissen es sich finanziell durchzubeißen. Die Finanzkrise 2008 oder die Corona-Pandemie sind nur zwei Beispiele, welche statistisch gesehen nicht die letzten für diese Generation sein werden.

Meine Generation und auch Generationen davor suchten im Übrigen noch die Identifikation in der Arbeit. Überstunden gehörten zum Alltag dazu und der Sinn des Lebens wurde nicht hinterfragt. Er lag immer in der Arbeit und der Möglichkeit, damit Geld zu verdienen.

„Am besten ausgebildet, aber am schlechtesten bezahlt“: postuliert sogar der Business Insider über meine Generation“

Generation Z

Und doch habe ich bereits Eigenschaften der Gen Z in mir, die offiziell ja erst ab 1993 anfängt zu zählen. Und der Gen Z ist beispielsweise Freizeit heilig. Hier können Unternehmen weder mit 6-stelligem Gehalt, noch mit Dienstwagen locken. Diese Generation fragt nicht „Was bedeutet Geld für mich?“, diese Generation fragt sich, wie kann sie das Life in ihrer Work-Life-Balance maximieren? Und diese Eigenschaften finde ich wunderbar.

Für Generation Z ist Geld ein reines Tauschmittel. Geld gegen Zeit. Ab dem Januar 2023 habe ich daher den (für mich mutigen) Schritt gefasst und meine Arbeitszeit auf 80 Prozent reduziert. Ich erschrak fast, denn in Fachkreisen arbeite ich nun nur noch Teilzeit. Weiterhin fand ich auf die Fragen, ob ich schwanger sei oder wieso ich nun Teilzeit arbeite keine Antwort. Für die neue Generationen sind Freiheiten selbstverständlich, für die meine Generation noch hart kämpfen musste.

In der Gesellschaft ist dies noch nicht angekommen, dass es Menschen gibt, denen Geld nicht mehr so viel bedeutet. Waren es bei den Millennials eher Ausnahmen, kommt mit der Gen Z nun eine Generation auf uns zu, denen Geld sogar (fast) komplett egal ist. Ich bestimme welchen Wert Geld für mich hat und ich bestimme, was mehr Geld für mich bedeutet. Nur weil ich nicht die erhoffe Gehaltserhöhung bekomme, heißt das nicht, dass mein Vorgesetzter mich weniger wertschätzt. Nur weil ich einen Auftrag nicht erhalte, bedeutet das nicht, meine Arbeit ist weniger wert.

Wie sorge ich dafür, dass Geld keinen zu großen Stellenwert in meinem Kopf einnimmt?

Trotz dieser Entwicklung kommen natürlich immer mal wieder Gedanken, die Geld in meinem Kopf als wichtiger einstufen möchten, als es wirklich ist. Damit dies erst gar nicht passiert, wende ich nützliche Routinen an. Einerseits suche ich jeden Tag 3 Dinge, für die ich dankbar bin. Beispielsweise bin ich dankbar, dass ich morgens gesund aufstehe, dass sich eine alte Freundin gemeldet hat oder dass ich einen wunderbaren Urlaub genießen konnte.

Ich bin dankbar, dass ich dank meines Organisationstalentes eine Nebenkostenabrechnung i.H.v. 300 Euro zahlen kann, da ich mir über die Jahre einen gut gefüllten Notgroschen aufgebaut habe. Indem ich mir jeden Tag immer vor Augen halte, wie wertvoll doch mein Leben, meine Beziehungen und mein Dasein ist, schaffe ich es, mich nicht zu sehr von Geld beeinflussen zu lassen. Meine Glaubenssätze zu Geld sind positiv, da ich mich teils unabhängig davon mache.

Andererseits begleitet mich schon seit Monaten ein Erfolgsjournal. In diesem trage ich jeden Tag am Ende des Tages meine Erfolge ein. Dies könnte meine 3-stündige Tennissession sein, ein neuer fertiger Blog-Beitrag für meinen Finanzblog Akademiker Fibel oder einfach nur der Aufbau eines Ikea Möbelstücks (manch einer von euch wird verstehen, dass Einige daran richtig verzweifeln können).

Mein Erfolgsjournal ist ein Hausaufgabenheft. Dies habe ich einmal als Werbegeschenk zugeschickt bekommen. Jeden Tag schreibe ich meine Erfolge hinein und wann immer ich das Gefühl habe, dem Geld hinterherzujagen, lese ich hinein um mir klar zu machen, wo meine Priorität im Leben liegen. Dies hilft mir kontinuierlich auf dem Boden zu bleiben.

Geld bleibt somit immer das was es ist und zwar ein Tauschmittel. Es wird jedoch nie mein Lebensmittelpunkt sein und es wird nicht mich führen, sondern ich führe Geld. Nur so kann ich die finanzielle Unabhängigkeit erreichen. Und nur so werde ich den Weg dorthin ohne Bauchschmerzen durchlaufen. Wenn ich die finanzielle Unabhängigkeit erreicht habe, schnappe ich mir meine 30 Hausaufgabenhefte und erinnere mich noch einmal gerne zurück.

Was bedeutet Geld für dich? Hinterlasse gerne einen Kommentar.

Profil Gastautorin

Alexia Tsouri arbeitet seit Jahren mit Leidenschaft im Investmentbereich und ist eine Expertin in Finanzthemen. Sie gründete 2019 Akademiker Fibel, den ersten unabhängigen Finanzblog für Akademiker in Deutschland.

Bild von Sally Jermain auf Pixabay

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Ein Kommentar

  1. Alexia Tsouri

    Vielen Dank, dass ich meine Gedanken zu diesem sensiblen Thema mit deinen Blog-Lesern teilen durfte liebe Julia

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