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Versuch: Wir leben nur von einem Gehalt

Der Februar ist der kürzeste Monat! Das und weil ich gern immer sofort starte, haben wir uns diesen Monat ausgewählt, um einen Versuch zu starten. Wir möchten gern nur von einem Gehalt leben. Ob dies möglich ist, wie weit wir kommen und welche Herausforderungen das mit sich bringt? Wir werden sehen!

Grundlagen

Die Gehälter sind bei uns unterschiedlich verteilt. Max arbeitet in der freien Wirtschaft. Ich arbeite bei einem Sozialverband in der Verwaltung in Teilzeit (75%).

Schon kurz nach der Geburt unseres zweiten Kindes war klar, dass ich wieder arbeiten gehe. Ich komme aus einer Familie, bei der die Frauen sich gern auf sich selbst verlassen. Ich habe mich mit dem Gedanken – kein eigenes Geld zu verdienen- nicht wohl gefühlt. Hier auf dem Land gehen 50% der Frauen nicht arbeiten, sobald Kinder kommen und viele davon 15 Jahre lang. Selbst danach steigen sie nur geringfügig wieder in den Beruf ein. Viele verlassen sich dabei auf den Mann, was die Versorgung angeht. Ich selbst kenne Frauen, die sich aus finanziellen Gründen nicht scheiden lassen können, weil sie seit Jahren aus dem Beruf draußen sind bzw. einfach zu wenig arbeiten um sich und die Kinder alleine versorgen zu können. Was das mit der Rente macht, kann sich jeder vorstellen.

Ich habe bereits nach 5 Monaten geringfügig wieder angefangen zu arbeiten, nachmittags, wenn Max da war um auf die Kinder aufzupassen. Als unser Sohn 2,5 Jahre alt war habe ich bereits 55% gearbeitet. Dabei habe ich darauf geachtet, dass ich nachmittags immer da war, wenn beide aus dem Kindergarten kamen, so dass wir noch Zeit gemeinsam hatten.

Ja, es war nicht immer einfach, vor allem wenn eines der Kinder krank war – was zum Glück selten vorkam. Ich hatte jedoch immer das Gefühl, ich kann auf eigenen Beinen stehen. Max hat mich herbei immer unterstützt und auch die Kinder betreut, wenn eines krank war und ich einen wichtigen Termin hatte. Wir hatten das große Glück, dass er im Homeoffice arbeiten konnte. Der Spagat war für uns beide nicht immer einfach, es mussten viele Absprachen getroffen werden und oft haben wir Erwachsene zurück gesteckt, damit es unseren Kinder gut geht und sie nicht vernachlässigt werden.

Unser Verdienst ist unterschiedlich verteilt, was auch daran liegt, dass ich im sozialen Bereich arbeite, 10 Jahre jünger bin und dass Frauen immer noch nicht überall gleich bezahlt werden.

Unsere Einnahmen

Wir haben zwei gemeinsame Konten. Als ich damals in Elternzeit ging, gab es bereits Konten ohne Kontoführungsgebühr. Allerdings mussten hierfür monatlich mindestens 750,00 Euro auf dem Konto eingehen. Dieses Geld ging bei mir nicht ein, da es Elterngeld noch nicht gab. Auf die Idee, dass Max mir ein “Ausgleichsgehalt” zahlt, sind wir schlichtweg nicht gekommen. Also haben wir uns für ein gemeinsames Konto entschieden. Heute sind es zwei gemeinsame Konten. Wir sind seit 2011 bei der DKB* (und sind bis heute sehr zufrieden). Auf einem Konto geht das Gehalt von Max ein und das Kindergeld, davon werden die Fixkosten gezahlt. Auf dem anderen Konto geht mein Gehalt ein, davon werden die laufenden Kosten gezahlt.

Was verdienen wir nun?

Max geht 100% arbeiten – 40 Stunden pro Woche. Ich gehe 75% arbeiten – knapp 29 Stunden pro Woche. Ich erhalte im Monat 1.790 Euro netto, Max erhält 3.796 Euro. Das Kindergeld beläuft sich auf 438 Euro.- Unsere Fixkosten waren 2021 durchschnittlich 2.866 Euro (inkl. der Ansparung für das Heizöl, welches wir 2021 gar nicht kaufen mussten) im Monat.

Damit haben wir knapp 1.000 Euro für alle Ausgaben wie Lebensmittel, Tanken, Freizeitgestaltung etc.

Fest geht davon die Nachhilfe für unsere Tochter ab. Jeden Monat sparen wir zusätlich 250 Euro in unser Urlaubsbudget. Da wir dies nicht aussetzen möchten, bleiben uns 648 Euro. Das wird sportlich, allerdings müssen anderen Menschen mit viel weniger zurecht kommen. Da ich Herausforderungen sehr liebe, bin ich gespannt wo wir am Ende des Monats stehen.

Februar 2022, was steht an?

Im Februar hat unser Sohn Geburtstag. Er wünscht sich Geld und ein Funko-Pop-Set. Für Geburtstage haben wir ein Budget, so fällt das diesen Monat nicht so sehr ins Gewicht. Kommende Woche gehen wir mit der Familie essen und ins Planetarium, das ist schon einige Zeit geplant und wir freuen uns sehr darauf.

Ich fahre derzeit normalerweise mit dem Auto ins Büro, ehrlicherweise aus Bequemlichkeit. Ab morgen fahre ich wieder Fahrrad, damit wir die Spritkosten so niedrig wie möglich halten. Max geht noch zum Friseur, aber sonst stehen keine weiteren Termin an.

Monatlich gehen bisher von meinem Gehalt 450 Euro aufs Sparkonto und 440 Euro ins ETFs, wir sparen also bereits einen Teil unserer Einnahmen an.

Was wir noch getan haben: Wir haben die Bio-Kiste, welche wir wöchentlich bekommen, pausiert und kaufen unser (Bio)-Obst und -Gemüse im Supermarkt. Allerdings nur für diesen einen Monat. Und unsere Sirplus-Box* haben wir auf einen 6-Wochen-Rhythmus umgestellt, so fällt diese im Februar nicht an.

Updates

Ich werde wöchentlich ein Update auf Instagram geben und Ende Februar hier auf unserem Blog. Ich bin selbst gespannt, wie es läuft. Gerade was den Weg auf Arbeit angeht, bin ich etwas vom Wetter abhängig. Sollte es viel Schnee geben, kann ich kein Rad fahren, Regen ist egal. Ich habe Regenkleidung und wasserdichte Packtaschen.

Fazit

Da wir im März 2026 ein Jahr auf Europareise gehen möchten – unser Sohn wird kurz vorher 18 – haben wir einen Ansporn, solche Dinge auszuprobieren. Ich finde es spannend. Da wir sowiesi keine unnötigen Dinge kaufen und ein No-Buy-Year haben, ist es interessant zu sehen, wie es uns diesen Monat geht. Es gibt Dinge, die laufen weiter. Die Kids gehen einmal die Woche in die Mensa, bekommen auch einmal die Woche Geld mit, um sich in der Schule Frühstück zu kaufen. Davon gehen wir nicht weg. Ich nehme mir sowieso IMMER was zu essen auf Arbeit mit. Ich denke unsere Ernährung wird sich mehr auf Basics beschränken, wir haben aber auch noch einige Vorräte.

März 2026 Start Auszeit

Wie findest Du solche Versuche?

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2 Kommentare

  1. Regine L. Regine L.

    Hallo Julia,
    ich finde den Versuch total spannend und werde später mal auf Instagram schauen was Du dort so berichtest.
    Respekt! Bei den Temperaturen mit dem Fahrrad ins Büro.
    Auch wir machen gerade einen “Feldversuch”. Wir wohnen auch sehr ländlich und haben zu Dritt 3 Autos. Mein Sohn und ich arbeiten sowohl im Homeoffice als auch in Stuttgart, aber da an unterschiedlichen Orten. Mein Mann bei einem Autohersteller in der Region, er fährt täglich mit seinem Auto in die Firma. Wir testen gerade ob wir auch mit 2 Autos auskommen. Ich muss sagen es klappt prima und ich würde sogar den Versuch wagen auf 1 Auto zu reduzieren.

    • einfachfreileben einfachfreileben

      Liebe Regine,

      klasse, dass ihr das ausprobiert. Das spart zum einen Kosten ist natürlich aber auch nachhaltig.
      Ich war Montag und Dienstag mit dem Rad im Büro und am Dienstag war der Rückweg extrem. Starker Wind, Eisregen. Ich habe deutlich länger gebraucht als sonst und war, als ich zu Hause war, fix und fertig. Kommende Woche fahre ich wieder und ich hoffe, dass das Wetter besser ist .
      Liebe Grüße Julia

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