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Und nun…?

Wir sind in Rom. Und die letzte Woche war schwer für mich. Ich hätte ehrlich niemals gedacht, dass Putin in die Ukraine einmarschiert. Ich saß letzte Woche morgens am Esstisch, meinen Kaffee vor mir…schaue in WhatsApp rein und sehen bei einer Freundin im Status „F*ck Putin“ und mir war sofort klar, er hat es getan.

Die kommenden zwei Tage waren für mich tatsächlich eine Mischung aus Unglauben, Angst und Schockstarre. Mir gingen so viele Szenarien durch den Kopf: Was ist wenn er auf DEN Knopf drückt? Wenn der Krieg nach Deutschland kommt, was ist mit meinen Kindern? Unser Junior hat gesagt, er hat Angst. Wir haben ihm alles erklärt, ganz sachlich. Unsere Große liest viele Nachrichten und sieht Posts, die sie so nicht einordnen kann, weil sie die ganzen Zusammenhänge nicht kennt.

Da diese Woche bei uns Faschingsferien sind, haben wir uns spontan entschieden ein paar Tage wegzufahren. Vor zwei Jahren – bevor Corona und die damit verbundenen Einreiseverbote nach Italien kamen – wollten wir nach Rom. Die ewige Stadt den Kindern zeigen.

Über Booking.com haben wir eine tolle Wohnung direkt in der Nähe des Kolosseum gefunden und diese Wohnung direkt gebucht. Da ich Montag noch arbeiten musste, sind wir Dienstag morgen losgefahren.

Kolosseum Rom
Kolosseum

Doch auch hier in Rom kamen meine Gedanken die ersten beide Tage nicht zur Ruhe. Aber weniger vor Angst, mehr vor Mitleid.

Fontana di Trevi Rom
Münze über die linke Schulter – Rom ich komme wieder …

Dann sah ich einen Post, dass Mitleid nichts bringt. Wenn ich mit leide, mit den Menschen in der Ukraine, hilft es ihnen nicht. Wenn ich mein Mitgefühl ausdrücke, werde ich handlungsfähig. Also habe ich den letzten Tag in Rom genossen.

Gleichzeitig haben wir entschieden, in der kommenden Woche einkaufen zu gehen um uns an den ganzen Sachspendenaktionen zu beteiligen. Gleichzeitig möchten wir Geld spenden an eine der vielen Hilfsorganisationen.

Was mich überrascht hat, war die unglaubliche Hilfsbereitschaft der Menschen auf der ganzen Welt. So viele Menschen, die gezeigt haben, dass wir zusammen stehen. So viele Menschen, die helfen, spontan. Menschen die auf die Straße gehen und lautstark für Frieden kämpfen.

Vor diesem Hintergrund ist mir noch klarer geworden, wie kostbar das Leben ist. Jeder Tag könnte unser letzter sein. Und doch haben wir so viele Tage, an denen wir schlecht gelaunt sind, die wir nicht nutzen sondern sinnlos im Netz verdaddeln anstatt präsent zu sein im hier und jetzt.

Ich wünsche mir Frieden, auf der ganzen Welt. Es gibt so viel Leid und Krieg auf dieser Welt und ich wünsche mir, dass wir allen helfen könnten. Wenn Frieden in jedem Einzelnen von uns ist, können wir ihn weiter tragen. Dazu ist es aber wichtig, dass jeder von uns weiß, was ihn zufrieden macht. Lasst es uns gemeinsam versuchen.

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