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#Short – Mitgefühl

Auf meinem Blog gibt es ab sofort eine neue Kategorie . Die #Shorts. Das sind kurze Artikel, in denen ich mich mit dem auseinandersetze, was mich aktuell gerade zum Nachdenken bringt. Dieses Mal: Mitgefühl.

Mein Rad und der Berg

Ich fahre mit dem Rad ins Büro. Eine Strecke ist 7,2 km, also 14,4 km pro Tag. Während es morgens kein Problem ist, habe ich auf dem Rückweg eine ziemliche Steigung zu bewältigen, die nicht nur steil ist, sondern auch noch über eine längere Strecke geht.

Diese Steigung empfinde ich mal mehr und mal weniger anstregend, je nach Tagesform.

Gestern nachmittag war ich auf dem Weg nach Hause. Etwa in der Mitte der Steigung empfand ich diese als wirklich anstrengend und habe mich selbst bemitleidet. Durch meinen Kopf gingen Gedanken wie: “Oh man, das ist heute so anstrengend, wieso tue ich mir das immer an?”

Wie es nun mal so ist, wenn wir mit uns selbst reden, kommt natürlich sofort die Gegenstimme: “Stell Dich nicht so an! Du hast es doch echt gut, kannst Rad fahren. Pendler müssen die Strecke bei den Spritpreisen mit dem Auto bewältigen. Und es gibt Menschen, die haben nicht mal ein Fahrrad”… so ging es munter weiter.

Plötzlich wurde mir bewusst, was ich da denke und ich habe mir überlegt: ‘Würde ich mit einer guten Freundin genauso reden?’

Perspektivwechsel

Natürlich nicht. Wenn eine Freundin das Obige zu mir sagen würde, würde ich anders reagieren: “Das kann ich verstehen, die Strecke ist auch wirklich anstrengend!”. Ich würde wahrscheinlich sagen: “Ich finde es toll, dass Du radelst und nicht jeder Tag ist gleich, es kommen bestimmt auch bessere Tage. Und Du wirst auch fitter.”

Ich würde Mitgefühl zeigen, sie bestärken und ihr sagen, wie gut ich finde, was sie macht.

Warum können wir nicht auch uns selbst dieses Mitgefühl zeigen? Wieso können wir uns nicht selbst bestärken, anstatt uns innerlich zu kritisieren?

Als ich danach mit meinem Mann sprach, stimmte er mir zu. Er kennt es auch, dass er mit sich selbst streng ist, in der gleichen Situation bei anderen aber mitfühlend.

Mitgefühl für uns selbst

Ich habe mir vorgenommen, liebevoller mit mir selbst zu reden. Nicht mehr so kritisch mit mir selbst zu sein und mir auch schlechte (Radfahr-)Tage zuzugestehen. Wichtig ist, ich fahren trotzdem am nächsten Morgen wieder, egal wie anstrengend es war.

Und nach der Erkenntnis gestern, als ich dann den Berg weiter hochradelte, musste ich lachen. Auf einmal war der Berg nicht mehr so schwierig und ich glaube, dass sich diese Erkenntnis auf viele andere Bereiche in unserem Leben übertragen lässt.

Gehst Du kritischer mit Dir selbst um?

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4 Kommentare

  1. Wie wahr! Wir selbst sind unser größter Kritiker. Dabei ist das Leben doch viel schöner, wenn wir unser größter Fan sind 🙂

    • einfachfreileben einfachfreileben

      Du hast so recht! Weil wenn wir es nicht sind, wer dann?

  2. Liebe Julia,
    Deine Beschreibung kann ich gut nachvollziehen. Ich kenne auch so eine Radstrecke, bei der der Rückweg viel anstrengender ist als der Hinweg. Manchmal denke ich sogar, ich mache mich lieber gar nicht erst auf den Weg – weil die Rückreise so beschwerlich ist. Dadurch verpasst man aber die ganzen schönen Seiten der Fahrt! Besser: gar nicht lang nachdenken, einfach losfahren und die Fahrt genießen. Und wenn der anstrengende Teil kommt besonders achtsam sein 🙂
    #Shorts – eine schöne Idee!
    Herzliche Grüße
    Rebecca

    • einfachfreileben einfachfreileben

      Liebe Rebecca, das kenne ich. Am liebsten gar nicht losfahren. Zum Glück holt mein Mann jeden Morgen das Rad raus…so steige ich einfach auf und fahre los.
      Und besonders achtsam sein ist eine gute Idee. Witzigerweise war die Steigung heute nicht so anstrengend ‍♀️
      Liebe Grüße Julia

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