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Sabbatical – wieviel Geld sparen?

Der Termin steht! Am 01.03.2026 soll es losgehen, wir nehmen ein Sabbatical und wollen ein Jahr auf Reisen gehen. Warum erst in 4 Jahren? Das haben wir hier bereits thematisiert.

Die Frage ist nun, wieviel Geld möchten wir ansparen? Was machen wir mit unserem Haus? Was passiert mit den Möbeln?

Wir zweifeln immer mal wieder!

Gestern morgen waren Max und ich mit dem Hund gassi. Dabei kamen wir auf das Thema Sabbatical. In meiner Handyhülle befindet sich eine Karte, auf dieser steht: Lebe ein Leben von dem Du keinen Urlaub brauchst.
Das ist unser großes Ziel, ein Leben, von dem wir eben keinen Urlaub benötigen, bei dem wir morgens aufstehen und uns freuen, auf die Dinge, die vor uns liegen.

Ich habe meine Überlegungen dazu gestern morgen angesprochen. Ist das Sabbatical eine Flucht aus dem Alltag? Wäre es nicht besser seinen Alltag so umzugestalten, dass wir morgens immer gern aufstehen? Dass wir uns auf den Tag freuen?
Leider ist das bei uns nicht immer der Fall. Stress im Berufsalltag, immer mehr Aufgaben die immer weniger Menschen übernehmen müssen, Corona, es sind viele Dinge die in den vergangenen zwei – drei Jahren dafür gesorgt haben, dass wir uns manchmal energiemäßig am Limit befinden. Wir wissen beide, dass Sport und Yoga uns hilft, wir nehmen uns Auszeiten und verreisen um unsere Energiereserven wieder aufzutanken, dennoch gibt es immer noch zu viele Tage, an denen wir morgens nicht voller Elan und Vorfreude aus dem Bett springen.

Versteh mich nicht falsch, uns geht es sehr gut. Wir sind unglaublich dankbar ein Leben in Frieden leben zu können. Wir habe genug zu essen, genug Kleidung, einen vollen Kühlschrank und können uns aussuchen, was wir machen wollen. Deutschland verfügt über ein soziales Netz, welches uns auffängt, wenn es uns schlecht geht oder wir unseren Job verlieren. Wir leben in einem Luxus, den viele Menschen nicht haben.

Und genau deshalb zweifle ich immer wieder. Ich zweifle ob das Sabbatical – wie oben beschrieben – eine Flucht ist. Vielleicht ist es jedoch auch eine Chance, ein Neubeginn, der uns zeigt, wo unser Weg hingeht. Der ein Anfang ist zu einem Leben, von dem wir keinen Urlaub benötigen. Deshalb gehen wir den Weg weiter.

Unser Haus – vermieten, verkaufen, leer stehen lassen?

Vor 14 Jahren haben wir unser Haus gekauft. Uns war – unbewusst – immer klar, dass wir dieses Haus nicht für immer behalten werden, da schon sehr zeitig der Wunsch bestand, irgendwann auf Reisen zu gehen. Wenn wir in vier Jahren aufbrechen, haben wir die Möglichkeit das Haus zu vermieten. Allerdings ist uns das Haus bereits jetzt mit seinen 135 qm zu groß. Wir reisen lieber, als dass wir im Garten arbeiten. Aus diesem Grund werden wir danach nicht ins unser Haus zurückkehren. Weiterhin müssten wir unser in die Jahre gekommenes Bad renovieren, der Kostenvoranschlag beträgt 20.000 Euro. Das Geld wollen wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht investieren.

Wir könnten es leer stehen lassen, falls wir das Haus bis dahin abgezahlt haben. Wir hätten zwar immer noch Kosten, diese würden sich jedoch im Rahmen halten. Der Vorteil wäre, wir hätten einen Platz an den wir zurück kehren können. Aber so richtig gut finden wir diese Idee nicht.

Bleibt noch der Verkauf des Hauses. Das Geld, welches wir aus dem Verkauf erhalten, können wir für unsere Reise nutzen oder anlegen und von den Auszahlungen einen Teil der Reise finanzieren. Diese Möglichkeit finden wir am Besten. Auch wenn wir dann, wenn wir zurück kehren, keine feste Wohnung haben und uns erst eine suchen müssen. Da aber beide Kinder dann sowieso neu starten – mit Ausbildung, Studium oder was auch immer – sind wir nicht fest gebunden.

Wieviel Geld sparen?

Wir haben verschiedene Seiten und Bücher gelesen zum Thema Sabbatical. Von 12.000 Euro pro Jahr und pro Person war öfter die Rede. Es kommt natürlich darauf an, wie wir reisen, welche Länder wir besuchen möchten etc. Bisher steht fest, wir wollen langsam reisen. Wir möchten diese Reise nutzen um anzukommen, bei uns selbst. Dieses Jahr soll dazu da sein, auch die Menschen und Regionen kennenzulernen, in deren Leben einzutauchen. Das können wir natürlich nur, wenn wir eine gewisse Zeit an den Orten verweilen.

Wenn wir nach dem oben genannten gehen, sollte 50.000 Euro ausreichen für uns als Familie. Das ist nun auch die Zahl, die wir anstreben. Wenn wir es runterrechnen, sollten wir pro Jahr 12.500 Euro auf die Seite legen. Knapp 5.000 Euro legen wir pro Jahr derzeit in ETFs für uns an – die Kinder ETFs bleiben unberührt, die sind nur für die Kids da.

Das Gute ist, unsere Tochter ist 2024 mit der Schule fertig und möchten anschließend ein FSJ absolvieren. Wenn Sie damit fertig ist, bleibt noch ein halbes Jahr, bevor wir losziehen. Sie möchte sich einen Job suchen um Geld für die Reise dazuzuverdienen. Unser Sohn ist im Juli 2025 mit der Schule fertig, er könnte sich dann auf jeden Fall ein halbes Jahr lang eine Beschäftigung suchen.

Viele vielleichts!

Derzeit hat es noch viele “vielleichts” in unserem Leben. Fest steht, wir wollen auf reisen gehen. Und dafür benötigen wir Geld – im Besten Fall 50.000 Euro – , welches wir auf jeden Fall ansparen möchten. Parallel wollen wir unser Haus so weit wie möglich abzahlen.

Wir wissen nicht, was in vier Jahren ist. Die politische Lage ist derzeit nicht die stabilste. Keiner von uns kann in die Zukunft sehen. Aber das schöne ist, selbst wenn wir in vier Jahren nicht auf Reisen gehen sollten, stehen wir dann an einem Punkt, an dem eine Veränderung – egal in welche Richtung – möglich ist. Sei es, dass wir unsere Jobs aufgeben und etwas ganz Neues machen, die Arbeitszeit reduzieren oder umziehen, alles steht uns offen. Daher fühlen sich die Dinge jetzt nicht wie Verzicht an.

Parallel dazu richten wir unser Ferienhäuschen – dieses ist seit Ende der 80er in unserem Besitz und lag lange Zeit brach – wieder her. Derzeit ist dieses im Winter keine Wohn-Option, aber wer weiss. Wenn wir dieses Häuschen autarker gestalten, mit Trockentrenntoilette und Wasserfilter, könnte es durchaus zu einer werden. Es gibt so viele Möglichkeiten in unserem Leben, wir lassen derzeit alles auf uns zu kommen und finden auf jeden Fall in das Leben, von dem wir keinen Urlaub benötigen.

Ferienhäuschen

Welche Schritte sind wir bereits gegangen?

Auf dem Weg zu unserem Sabbatical sind wir viele Schritte bereits gegangen. Wir haben uns einen Überblick über unsere Finanzen verschafft. Vor Jahren haben wir angefangen ein Haushaltsbuch zu führen – mittlerweile ist unsere jährliche Budgetübersicht bereits drei Jahre in Folge komplett. Wir sind aus dem Konsumwahn ausgestiegen und kaufen mittlerweile nur noch das was nötig ist. Unser Hausstand hat sich halbiert, wir leben inzwischen minimalistisch – daher ist das Haus mittlerweile auch viel zu groß für uns. In den vergangenen Jahren gab es viele Veränderungen in unserem Leben – mit einem Ziel, dem Leben von dem wir keinen Urlaub benötigen.

Und auch wenn wir viele Dinge nicht mehr tun, wie Sachen kaufen oder viel Geld für andere Dinge ausgeben, ist unser Leben nicht langweilig, ganz im Gegenteil.

Entspannung am Wochenende

Wenn ich zurück blicke bin ich stolz, wieviel wir bereits geschafft haben. Manchmal, wenn man so im Alltag drin ist, fällt einem der lange Weg, den man bereits zurück gelegt hat, gar nicht auf. Erst wenn ich mir Zeit nehme, zurück schaue, reflektiere, sehe ich, wie weit wir schon sind. Im Grunde sind wir mit unserem Leben zufrieden, aber mehr geht immer. Und ich glaube fest daran, dass dieses eine Jahr Auszeit uns zeigt, was wir tief in unserem Innersten wirklich möchten, was unser größter Wunsch ist.

Natürlich sind auf dem Weg auch viele Tränen geflossen, vor allem bei mir. Ich musste alte Glaubenssätze loslassen, Veränderung zulassen, mich von Dingen und Menschen trennen, die uns nicht mehr gut taten. Und ich sehe immer wieder, es hat sich gelohnt!

Wie ist es bei Dir? Lebst Du ein Leben, von dem Du keinen Urlaub brauchst? Oder planst Du auch ein Sabbatical?

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