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Sabbatical – ein Jahr Auszeit!

Der Plan steht: Am 01.03.2026 möchten wir unseren Traum wahr machen und ein Jahr auf Reisen gehen. Hier erzählen wir Dir mehr über unsere Pläne, unsere Träume und wo wir gerade stehen.

Wir fünf, Max und ich, die Kids und unsere Hündin Nita, wohnen in einem kleinen Dorf im Schwabenland. Über den Feiertag, 03.10.2003, hat mich Max das erste Mal mit in seine Heimat – nach Italien – genommen. Ich war vorher nur einmal auf einer Busreise in Paris, aber sonst nie im Ausland. Aufgewachsen bin ich in der ehemaligen DDR und meine Eltern reisten nie ins Ausland.

Auf einmal hatte ich Fernweh

Ich kann mich noch genau erinnern, dass es bei uns kalt und grau war. Wir kamen nach Italien und hielten an der ersten Raststätte von der man das Meer aus sehen konnte. Ich stieg aus, es war warm, es roch nach Sommer und ich verliebte mich unsterblich in Italien. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich an diesen Moment denke.

Und auf dieser Reise habe ich mich angesteckt….ich bekam Fernweh.

Seitdem sind wir unzählige Male gereist, wir waren in vielen europäischen Ländern unterwegs und der Höhepunkt war unsere Südafrika-Reise 2019. Noch heute zehren wir von den unzähligen Erinnerungen. Dabei ist mir bewusst geworden, dass kein einziges Stück, welches ich in meinem Leben gekauft habe, so schöne Erinnerungen auslöst und mich auf Dauer so glücklich gemacht hat.

Der Wunsch nach mehr!

Max und ich sprachen regelmäßig über unsere Wünsche und Ziele. Oft hieß es: Wenn wir in Rente sind, reisen wir ganz viel. Aber wir wurden nie konkreter. Wir waren zu sehr gefangen in unserer kleinen Welt, hatten Ängste und dachten: “Irgendwann”.

Durch den Minimalismus und dem Wunsch nach weniger, der Yogalehrerinnen-Ausbildung und den vielen Bücher die ich las, entwickelte ich mich persönlich weiter. Max ging und geht seinen eigenen Entwicklungsweg. Und uns wurde klarer, dass uns Ängste immer davon abhalten werden, das zu tun, was wir wirklich möchten. Denn natürlich ist es vermeintlich sicherer hier zu bleiben und bis zur Rente Geld zu verdienen, aber wir würden immer und immer wieder Sehnsucht haben und ob wir unser Rentenalter lebend erreichen, weiß niemand.

Ein Schiff im Hafen ist sicher, doch dafür werden Schiffe nicht gebaut.

John Augustus Shedd

Unser Wunsch

Unsere Kinder beenden 2024 und 2025 voraussichtlich die Schule. Im Februar 2026 wird unser Sohn 18. Danach werden beide mehr und mehr ihre eigenen Wege gehen. Vor etwa 1,5 Jahren machten wir einen Scherz – wenn die Kinder aus der Schule raus sind, gehen wir alle gemeinsam ein Jahr auf Reisen. Bis dahin war der Plan, dass ich, wenn Max in 12 Jahren in Rente geht, auch aufhöre zu arbeiten und wir beide gemeinsam auf Reisen gehen.

Doch dieser Scherz ließ uns nicht los. Immer wieder kamen wir darauf zurück, rechneten, überlegten, wie toll es wäre noch ein Jahr mit den Kindern gemeinsam zu verbringen. Danach können beide ihre eigenen Wege gehen, Studium, Ausbildung oder was sie wollen.

Nach einem ausführlichen Gespräch zwischen Max und mir beim Kochen Anfang Januar, setzten wir uns anschließend zum Brainstorming an unseren Esstisch und schrieben alle Gedanken auf ein A3-Blatt. Dieses hängt nun im Bilderrahmen neben der Küche und wir laufen täglich mehrmals daran vorbei.

Auf diesem Blatt haben wir die verschiedenen Möglichkeiten festgehalten. Wie wollen wir reisen, wie können wir das finanzieren? Wann können wir los? Welche Möglichkeiten gibt es Jobtechnisch.

Was steht bisher fest?

Bisher steht das Datum fest. Natürlich ist es von den Parametern Kinder und Schule abhängig. Auch davon, wie es dann in der Welt aussieht, denn das bestimmt unsere Reiseroute (Ukraine-Konflikt). Auch ob unsere Hündin noch lebt ist von Belang, denn wenn ja, geht sie definitiv mit.

Welche Möglichkeiten wir uns überlegt haben

Reiserouten

Unsere Tochter möchte gern in die USA. Mein Mann wollte schon immer Südamerika sehen. Ich möchte gern Europa bereisen, es gibt hier noch so viele Länder, die wir noch nicht gesehen haben. Unser Sohn macht sich noch keine Gedanken. Hier haben wir uns selbst zur Aufgabe gemacht, mehr darüber herauszufinden, was wir wollen.

Was wir nicht wollen: Wir möchten nicht die Highlights und Hotspots eines Landes wie auf einer Liste abhaken.

Wie wollen wir reisen?

Wir haben mehrere Möglichkeiten. Wir haben bereis einen VW Camper. Da beide Kindern dann ihren Führerschein haben, könnten wir einen zweiten Camper dazu nehmen, so sind wir auch etwas unabhängiger voneinander. Alternativ verkaufen wir unsere Camper und kaufen ein Wohnmobil für uns vier. Aber ich bin mir nicht sicher ob unsere Kids – dann immerhin 20 und 18 – noch jeden Tag mit uns verbringen möchten, auch wenn wir jetzt noch als Familie sehr viel Zeit miteinander verbringen, daher finde ich die Variante mit zwei Campern grundsätzlich günstiger, da wir uns dann auch mal aus dem Weg gehen können.

Da wir nicht die Tage auf der Straße verbringen wollen, sondern dieses Jahr nutzen möchten um Land und Leute kennenzulernen und auch bei uns selbst anzukommen, möchten wir mehrere Tage an einem Ort verbringen, so wäre auch denkbar, dass wir uns vor Ort Unterkünfte mieten. Dann wiederrum würde sicherlich ein Auto reichen.

Auch Couchsurfin würden wir in Betracht ziehen, da wir hier die Menschen noch besser kennenlernen können.

Struisbay

Finanzen

Ein Jahr ist eine lange Zeit. Wir haben uns natürlich auch Gedanken um das Finanzielle gemacht.

2008 haben wir unser Haus gekauft. Wenn alles so klappt, wie wir uns das vorstellen, haben wir 2026 den allergrößten Teil unseres Hauses abgezahlt, wenn alles perfekt läuft, dann haben wir es komplett abgezahlt. Dann könnten wir das Haus vermieten oder verkaufen und könne so die Kosten unserer Reise decken.

Wir sind jedoch auch nicht abgeneigt unterwegs zu arbeiten, da dies auch Möglichkeiten enthält. So können wir z.B. Dinge lernen, die wir noch nicht können.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass wir Geld ansparen, welches wir zusätzlich verdienen.

Hier sind wir gerade in der Planungsphase, dazu gehören auch Gespräche mit unseren Vorgesetzten.

Sonstiges

Derzeit ist noch viel in der Planungsphase. Der Weg wird jedoch klarer. Wir haben ein Ziel, auf das wir hinsteuern und je mehr wir uns damit beschäftigen, desto mehr kommt auch zu uns zurück.

Am Wochenende war ich in der Bücherei in der nächsten größeren Stadt, unsere Tochter benötigte einen eigenen Ausweis. Ich bin so durchgeschlendert und auf einem Tisch lag das Buch “Sabbatical”. Ohne dass ich danach gesucht hatte, kam es zu mir. Momentan liest es Max, danach lese ich es.

„Wer sein Ziel kennt, findet den Weg.“ 

Laozi

Was mich die ganze Zeit antreibt: Ich möchte gern wissen wer ich bin, ohne den ganzen Stress der alltäglich auf uns einströmt. Ich möchte gern wissen, wie ich bin, wenn ich Zeit habe, die ich mir selbst einteilen kann. Ich möchte gern wissen, wohin es uns treibt, wenn wir frei entscheiden dürfen.

Unsere Vermutung ist, dass wir nach dem Jahr nicht zurückkehren werden in das Leben was wir gerade führen. Aber wir werden sehen.

Wie geht es weiter?

Früher habe ich ich immer den ganzen Berg vor mir gesehen und das hat mich entmutigt. Im Dezember 2019 hat ein Ereignis dazu geführt, dass ich meine Denkweise geändert habe. Ganz wie der alte Straßenkehrer Beppo in Momo mache ich mittlerweile einen Schritt nach dem anderen. Ich habe erkannt, dass sich alles fügt, wenn wir nur unser Ziel nicht aus den Augen verlieren und immer einen Schritt mehr machen.

In den Februarzielen habe ich auch die Ziele für unsere einjährige Auszeit mit aufgenommen. Nachdem wir das Buch gelesen haben und ich mir zwei Länder angeschaut habe (ich denke es werden skandinavische Länder sein), setzen wir uns neue Ziele für den März. Wichtig ist, dass Max und ich im Gespräch bleiben, auch mit den Kids.

Knysna Elephant Park
Knysna Elephant Park

Was ist, wenn die Kinder dann nicht weg wollen?

Auch der Gedanke kam uns. Vier Jahre – vor allem im jungen Alter – sind eine lange Zeit. Was ist, wenn die Kinder dann nicht mit uns verreisen wollen? Sich kein Jahr Auszeit nehmen möchten? Einen Freund, eine Freundin haben?

Momentan möchten beide mit uns auf Reisen gehen. Sollten sie ihre Meinung ändern, werden wir einen Weg finden, da bin ich mir sicher. Solange sie ja sagen, planen wir weiter.

Fazit

Wenn wir an unser Ziel denken, an unseren großen Wunsch, stellt sich Freunde ein, aber auch ein wenig Furcht. Wir lassen uns dadurch jedoch nicht davon abhalten und gehen weiter, Schritt für Schritt auf unserem Weg. Wir sind sehr dankbar, dass wir in einem Land geboren sind, welches uns die Möglichkeit bietet, einen solchen Wunsch zu erfüllen. Wir müssen nicht jeden Tag um unser Überleben kämpfen, wir müssen keinen Hunger leiden, wir leben in Freiheit und Demokratie, das macht uns auch demütig in vielerlei Hinsicht.

Wir werden Dir weiter von unserem Weg berichten.

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2 Kommentare

  1. Regine L. Regine L.

    Hallo Julia,

    cool wie ihr als Familie so ein Projekt angeht. Und du hast recht, wir waren 2017 zu viert mal 4 Wochen im Westen der USA unterwegs. Von den Erinnerungen an diesen außergewöhnlichen Familienurlaub zehre ich heute noch. Wie muss es dann erst sein, wenn man ein Jahr lang die Welt bereist.
    Ich bin so froh, dass ich auf Deinen Blog gestoßen bin, ich finde ganz viele Anregungen und Denkanstöße bei Dir.

    Liebe Grüße Regine

  2. einfachfreileben einfachfreileben

    Liebe Regine,

    danke, das freut mich.
    Ja, Erinnerungen an Erlebnisse hast Du ein Leben lang. Diese kann Dir keiner nehmen. Aber ich muss zugeben, bis dahin war es ein weiter Weg. Auch wir waren früher in der “Sicherheitsfalle” gefangen, dachten, wir könnten uns das nicht leisten. Aber alles ist machbar.
    Liebe Grüße
    Julia

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