der Berg

Das Jahr 2020 ist vorbei – viele sagen „zum Glück“. Doch ich finde, das Jahr 2020 hatte auch viele positive Dinge und einige Lern-Momente. Auf das Jahr 2021 blicke ich sehr gespannt. Die Ziele teile ich mit Euch in einem separaten Post.

2020 – das sollte unser Jahr werden, auch was das Reisen betraf. Waren wir 2019 bereits 2 Wochen mit Toni in Schottland, auch auf den äußeren Hebriden, so waren wir im Sommer für fast 3 Wochen in Südafrika. Meine erste große Reise überhaupt, ich war noch nie aus Europa draußen. Es war definitiv einer der schönsten Urlaube meines Lebens.

Bereits seit ein paar Jahren reden wir davon, später zu reisen. Wenn wir in Rente sind, nicht mehr arbeiten müssen. Aber sind wir mal ehrlich, wenn ich in Rente gehe – mit 67 – ist mein Mann bereits 77 Jahre alt. Wir arbeiten zwar daran gesund zu bleiben, aber solche Jahre wie 2020 fordern ihren Tribut. Ich möchte auf jeden Fall bereits früher in Rente gehen um die Zeit an der Seite meines Mannes während gemeinsamer Reisen geniessen zu können.

Das Jahr begann gut – mit Mailand

2020 begann gut – wir waren spontan am Anfang des Jahres in Mailand. Obwohl ich schon viel gesehen habe, von Italien, war ich noch nie in Mailand. Wir hatten Sonne pur und ich ahnte, das Jahr wird besonders. Wie besonders bemerkten wir im März. Kurz nachdem ich mein Prüfung zur Yoga-Lehrerin abgeschlossen hatte, wurde Corona als Pandemie eingestuft und der Lockdown kam. Die Osterferien verbrachten wir zu Hause, mein Mann musste in Kurzarbeit und dabei sollten wir doch in Rom sein. Wir wollten den Kindern die ewige Stadt zeigen.

Urlaub und wir dürfen nicht reisen!

Am Anfang meiner freien Woche haderte ich, mit allem. Mit Corona, mit dem Lockdown, dass wir nicht reisen konnten und zu Hause bleiben mussten. Yoga rettete mich durch die Zeit und etwas in mir begann sich zu verändern.

Dem guten Wetter sei Dank, konnten wir viel Zeit draußen in der Natur verbringen. Wir wandern sehr gerne und haben in diesem Jahr Deutschland entdeckt, zuerst unsere nähere Umgebung – wir wohnen in Schwarzwaldnähe – später auch andere Teile.

Wandern und Toni

Ab Mai durften wir mit Toni wieder reisen und taten dies. Zum Wandern in die Pfalz mit Übernachtung auf einem Weingut und in der freien Natur. Zum Wandern an den Schluchsee im Schwarzwald und wieder freies Übernachten.

Finanziell tat uns diese Zeit sehr gut, da wir kaum Geld ausgaben. Lebensmittel haben wir immer dabei, eine Küche ebenfalls. Die Wanderungen kosteten kein Geld und am Anfang war sowieso alles geschlossen. Und es war auch gut so, da wir ab diesem Zeitpunkt – bedingt durch die Kurzarbeit von Max – weniger Geld hatten.

Das Projekt – wir haben unglaubliches geschafft!

Unser geplanter Urlaub in den Pfingsferien – wieder Italien – fiel ebenfalls ins Wasser. Dafür sind wir nach Jena gefahren. Meine Eltern besitzen ein Grundstück in Tühringen, dies wurde jedoch seit 2004 nicht mehr besucht und war entsprechend heruntergekommen. Außerdem ist durch das Dach Wasser eingetreten, so das im Innenbereich alles kaputt und unbrauchbar war. Mein Ziel für 2020 war es, eine gute Lösung dafür zu finden. Wir starteten an Christi Himmelfahrt mit der ersten Aktion – wieder Zugang zum Grundstück bekommen, denn die Natur hat sich alles zurückgeholt. Schlafen kann man dort derzeit nicht und das Grundstück ist 400 km weit von uns entfernt. Zum Glück haben wir Toni.

Ich kann mit Stolz sagen, dass wir 2020 unglaubliches geschafft haben. Wir haben uns nicht nur durch den Garten geschlagen, wir haben das Dach an zwei Stellen repariert, den Strom in einem Teil wiederhergestellt (mit Hilfe meines Papas), das komplette Haus entmüllt (1,7 Tonnen Müll, per Hand und Hänger!) und 7 große Bäume vom Grundstück entfernt und den Schaden am Dach – dieser wurde durch einen Sturm 2018 verursacht, der einen Baum entwurzelt und auf das Haus geworfen hat – bei der Versicherung eingereicht. 2021 geht es weiter, aber dazu später mehr.

Im Sommer waren wir vier Wochen in Italien unterwegs, erst in der Heimat von Max, dann auf Sardinien. An sich ein schöner Urlaub, aber das Jahr hat mehr an unseren physischen und psychischen Reserven gezehrt als wir dachten.

Madame Moneypenny, Florian Wagner und mein Fahrrad!

Wieder zurück in Deutschland kam es zu einer besonderen Begegnung, via Spotify. Ich habe das Hörbuch von Madame Moneypenny „Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die and nehmen können“ entdeckt und in einem durch gehört. Als nächstes kam Florian Wagners „Rente mit 40“. Er gab mit seinem Hörbuch den Startschuss zu einigen Veränderungen. An dieser Stelle möchte ich Euch das das Buch wärmstens empfehlen (Werbung, unbezahlt!!! Ich habe mich entschieden, Amazon nicht mehr zu nutzen. Die Links werde ich nach und nach entfernen, aber das ist ein Thema für einen anderen Artikel) kauft es im Buchhandel eures Vertrauens oder auf der Website von Florian.

Seit Ende Oktober fahre ich mit dem Rad ins Büro. Meine Arbeit liegt 7 km von meinem Wohnort entfernt. Wir haben zwei Autos – den Toni (der aber nicht nach Stuttgart darf) und Maggie, unseren Fiesta (der darf nach Stuttgart, wo Max arbeitet). Den Sommer über bin ich Roller gefahren, aber als es kälter wurde, war das keine Option mehr. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln benötige ich 45 Minuten – einfach – für eine Strecke, die ich 15 Minuten mit dem Auto fahre und teurer ist es ebenfalls. Dank Florians Buch habe ich den Mut gefunden, mit dem Rad zu fahren…BEI. JEDEM. WETTER. Ich brauche hin 20 Minuten, zurück zwischen 25 und 30 Minuten, je nachdem wie fit ich an dem Tag bin.

Ja, es war nicht einfach, aber die Motivation war da. Ich bin im Oktober/ November/ Dezember insgesamt 587,3 km gefahren, mit dem Rad, ins Büro und zurück. Dazu muss ich sagen, dass der Weg hin nicht so schwer ist, aber zurück geht es immer schön bergauf, teilweise wirklich steil. Der Berg hat mich immer davon abgehalten Rad zu fahren. Der Berg war mein persönlicher Angstgegner – uns jetzt? Easy ist er nicht, aber ich schaffe es jedesmal.

Finanziell – wo stehen wir?

Bereits seit 2009 haben wir ein Budget, wir wissen, was wir ausgeben, was reinkommt und haben auch etwas Geld auf der Seite. Ein richtiger Notgroschen war es nicht, es gab keine Wertpapiere. Ich habe eine berufliche Altersvorsorge, in die sowohl ich, als auch mein Arbeitgeber einzahlt. Max hat eine stillgelegte, private Altersvorsorge. Wir haben auch beide Anspruch auf eine kleine betriebliche Rente. Mein Rentenbescheid hat mir in diesem Jahr gezeigt, dass ich derzeit 422 Euro angesammelt habe – ich gehe bereits seit über 20 Jahren arbeiten.

Ich habe mich mehr mit dem Thema Frugalismus beschäftigt, mir Videos angeschaut, Blogs gelesen, Bücher gehört und gelesen. Gleichzeitig kam in mir immer mehr Fragen auf:

Was brauche ich um glücklich zu sein?

Warum leben viele Menschen im Überfluss?

Wieso haben Statussymbole so viel Wert für Menschen, was wollen diese damit kompensieren?

Was hat der ganze Konsum für Auswirkungen auf uns und die Umwelt?

Frugalismus, Minimalismus und Nachhaltigkeit

Neben dem Frugalismus und Corona hat mich der Minimalismus und die Nachhaltigkeit im vergangenen Jahr 2020 sehr beschäftigt. Ich habe aussortiert und aussortiert und aussortiert. Einige Dinge konnten verkauft werden und wir haben damit im Jahr 2020 genau 1.691,96 Euro eingenommen. Das ist mal eine Zahl!

Das sind alles Dinge, die hier rumlagen, die wir nicht benötigt haben und die wir nicht einmal vermissen. WIr haben uns viel mit loslassen beschäftigt, Dinge loslassen, Menschen loslassen und auch Grenzen im Kopf loslassen.

Ich habe meine Garderobe aussortiert, alles bei dem ich kein gutes Gefühl hatte, kam weg. Unser ganzes Denken hat sich verändert in diesem Jahr.

Endspurt – Fragen über Fragen

Im Dezember wurde Max krank. In der darauffolgenden Krankheitsphase kam noch einmal Zeit zum Nachdenken. Wie soll das alles weiter gehen und wir setzten uns ein ganz großes Ziel.

Wir leben in einem eigenen Reihenhaus – dieses zahlen wir ab. Momentan müssen wir noch mehr als 13 Jahre abzahlen, wenn wir so weiter machen wie bisher. Und das ist keine Option mehr für uns. Doch mehr später, bei den Zielen für 2021.

Gerade der Dezember hatte es bei uns noch einmal in sich. Völlig platt, gereizt und genervt ging ich in den Weihnachtsurlaub und hatte die Nase von allem voll. Die letzten Tage waren ruhig und ich habe angefangen alles Revue passieren zu lassen, nachzudenken, zu reden, zu planen und weiter zu hinterfragen. Heute ist der 2. Januar, am Montag gehe ich wieder ins Büro – nur fütr zwei Tage, dann habe ich den Rest der Woche noch Urlaub -und muss an dem Punkt sagen: ich hätte gern noch mal zwei Wochen, mir reicht es nicht.

Zusammenfassung

Wir sind mit 1.053 Euro mehr aus diesem Jahr heraus gegangen, haben allerdings auch eine Sondertilgung in Höhe von 5.662,00 Euro getätigt, dazu kamen zwei neue Fahrräder (1.436,55 Euro, für unseren Sohn, der herausgewachsen ist aus dem alten, und für mich) und ein Thermomix (1348 Euro), der mir einfach mehr Zeit schenkt, die ich in eigene Projekte investieren kann. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen können auch die anderen Familienmitglieder befolgen. Alles in allem war es ein finanziell erfolgreiches Jahr, aber das nächste soll noch besser werden.

Im Dezember haben wir zudem einen ETF-Sparplan eingerichtet, den wir in Zukunft besparen wollen.

Unser Jahr war gut. Wir haben keinen Menschen verloren, sind alles gesund, haben zu essen, ein Dach über dem Kopf und können zudem von eigenen Projekten träumen. Wir sind dankbar, dafür, was dieses Jahr uns gelehrt hat. Dass wir gesehen haben, wo wir hin wollen und dass wir auch innerlich gewachsen sind, einen Lernprozess durchlebt haben. Danke 2020.

Da dieser Beitrag doch schon recht lang geworden ist, widme ich den Zielen 2021 einen ganz eigenen Beitrag.

Wie habt Ihr 2020 erlebt? Konntet ihr aus diesem Jahr etwas gutes mitnehmen? Habt ihr persönliche Veränderungen erfahren?