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Minimalismus vs. Hobbys

Heute ist Vanessa von queen-all.com zu Gast auf einfachfreileben und schreibt über das Thema Minimalismus und Hobbys. Vanessa ist, ebenso wie ich, eine Leseratte und wir teilen beide das Interesse rund um die Themen Finanzen und Minimalismus.


Wer wie ich vielseitig interessiert ist und gerne Neues ausprobiert weiß, wie schnell man sich für ein neues Thema begeistern kann. Im Grunde ist das eine schöne Eigenschaft und lebenslanges Lernen hält nicht nur geistig fit sondern erweitert auch stetig den eigenen Horizont.

Doch was, wenn mit jedem neuen Interesse auch gleich eine ganze Menge neues Zeug bei uns einziehen will? Viele Hobbys erfordern ja eine Menge Zubehör. Als leidenschaftliche Taucherin kann ich alleine mit meiner Ausrüstung einen eigenen Schrank füllen. Aber man kann ja nicht jede freie Minute unter Wasser verbringen – was vor allem am eklatanten Mangel an Meer und geeigneten Seen vor unserer Haustür liegt. Also kommen auch noch eine ganze Reihe andere Freizeitaktivitäten dazu. Zum Laufen baucht es glücklicherweise nur ein paar anständige Schuhe. Dann liegen da aber noch Tischtennisschläger im Schrank und Yogamatten sowie ein paar Hanteln im Wohnzimmer.

Das klingt jetzt erst mal gar nicht minimalistisch. Allerdings müssten wir wahrscheinlich anbauen, würde ich jedem Impuls etwas auszuprobieren sofort nachgeben.

Wünsche sofort erfüllen?

Unsere Gesellschaft ist so konditioniert, dass wir uns Wünsche jederzeit sofort erfüllen. Mal eben das Handy in die Hand nehmen und den Onlineshop öffnen und schon steht und die bunte Warenwelt offen. Die Erfüllung unsere Wünsche ist oft nur einen Klick entfernt. Geliefert wird bei Bedarf teilweise sogar noch am selben Tag. Und dank Kreditkarten und Ratenkauf müssen wir uns auch nicht gedulden, bis genug Geld auf dem Konto liegt. Impulskontrolle ist für viele Menschen ein Fremdwort.

Beschäftig man sich nun aber mal mit dem Resultat des unbegrenzten Konsumierens, wie es im Minimalismus eben oft der Fall ist, wird auch der eigene Besitz kritisch bewertet. Und hat man erst mal Platz geschaffen, indem man sich von Überflüssigem befreit hat, will man diesen neuen Raum ja auch nicht gleich wieder zustellen. Im Gegenteil, der neugewonnene Raum füllt sich ganz schnell mit dem Bedürfnis nach Luft und Bewegungsfreiheit. Langfristig ändert sich so auch das eigene Konsumverhalten und jede Neuanschaffung wird in Frage gestellt. Viele Kaufentscheidungen scheitern dann entweder unseren hohen Ansprüchen beziehungsweise dem Infrage stellen der Notwendigkeit.  Und so klickt man eben nicht mehr unüberlegt auf den „Sofort kaufen“-Button.

Einblick verschaffen

Wenn ich also mal wieder ein neues Thema für mich entdecke, schaue ich mir erst mal an, wie ich ohne Neuanschaffungen einen ersten Einblick bekomme. Ich suche mir also erst mal einen günstigen Einstieg mit möglichst wenig Aufwand, um herauszufinden, ob ich überhaupt Spaß und langfristiges Interesse an einer Sache habe. Dafür eignen sich bei vielen Dingen Schnupperkurse hervorragend. Es gibt kaum etwas, was nicht angeboten wird. Von kreativen Betätigungen wie Malen und Zeichnen über Musik- oder Sportkurse bis hin zum Baumfällen für Kettensägen-Fans. Die Kosten hierfür sind überschaubar und man merkt schnell, ob man mehr Zeit und Geld in die neue Leidenschaft investieren möchte.

Natürlich gibt es auch Themen, die ich ohne viel Aufwand erst mal im Kleinen austesten kann. Gerade im kreativen Bereich kann man einerseits ein Vermögen in Materialien und Werkzeuge versenken. Im schlimmsten Fall stehen dann aber Kisten mit eben diesen Dingen ungenutzt im Schrank und verursachen ein schlechtes Gewissen. Alternativ kann man versuchen erst mal möglichst nur Vorhandenes kreativ zu nutzen. Oder man investiert nur mit begrenztem Budget in eine minimale Grundausrüstung (im Idealfall aus zweiter Hand). So habe auch ich bei meinen ersten Gehversuchen im Betonguss erst mal genutzt, was eh schon da war und lediglich einen günstigen Sack Fließestrich aus dem Baumarkt geholt. Und auch für das Reaktivieren meiner Zeichenkünste reichen mir Kugelschreiben und einfaches weißes Papier. So vermeide ich es, mir die Schränke mit Kram vollzupacken und  ich muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn sich ein neues Projekt als Eintagsfliege entpuppt.

Lerneffekte auch beim Minimalismus

Das Vorgehen ist leider kein Allheilmittel und bewahrt einen auch nicht immer vor Fehlgriffen. Auch ich mir passiert das immer noch. So bin ich seit einigen Wochen stolze Besitzerin eines mittlerweile leicht angestaubten Hulla Hoop Reifens, da ich mal eine Abwechslung zum Sonnengruß als Aufwärmübung wollte. Der Reifen stand bestimmt ein halbes Jahr auf meinem Wunschzettel. Es war also wirklich kein Spontankauf und nachdem ich mir Übungsmöglichkeiten und mögliche positive Effekte angelesen hatte, durfte ein Exemplar bei uns einziehen. Was soll ich sagen – ich mache immer noch lieber den Sonnengruß vor jeder Trainingssession.

Letztendlich hilft mir der minimalistische Ansatz aber ungemein, dass ich mich eben nur noch sehr selten über einen Fehlgriff ärgern muss. Die Ausgaben um etwas Neues auszuprobieren, bleiben überschaubar. Ich muss aber auf nichts verzichten, kann neue Erfahrungen machen und am Ende immer noch entscheiden, ob aus einem Testballon nur heiße Luft oder aber eine neue Leidenschaft wird.

Ihr möchtet gern mehr lesen zum Thema Minimalismus? Hier findest Du weitere Artikel zu dem Thema auf Vanessas Blog.

Hier kommt ihr zu meinen Minimalismus-Artikeln.

Wie ist das bei Dir? Wie gehst Du mit Anschaffungen für Hobbys um?

Foto: Vanessa privat
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