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Minimalismus und Ernährung

Als ich mit 19 Jahren von zu Hause auszog konnte ich nicht kochen. Ich hatte es zu Hause nie gelernt! Ein Kochbuch besass ich nicht, also fing ich an, mir das Ganze mit “Maggi fix” Produkten beizubringen. Montags kamen Freunde zum “Akte X”-Abend zu mir, wir kochten gemeinsam und anschließend schauten wir Akte X. Es gab immer abwechselnd Lasagne, Chili con Carne und Tiefkühl-Pizza. Das waren die einzigen Sachen, die ich zubereiten konnte. So gesehen, lebte ich damals, was die Ernährung anging, den Minimalismus. Gesund war das ganze nicht so.

Mit der Zeit – und der Geburt meiner Kinder – erweiterte ich meine Kochkünste. Die gesunde Ernährung nahm immer mehr Platz in meinem Leben ein und ich absolvierte eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin, weil mich die Zusammenhänge sehr interessierten.

Was ist eine minimalistische Ernährung?

Seitdem der Minimalismus bei uns einzog, haben wir nach und nach unser ganzes Leben vereinfacht. Auch vor unserer Ernährung machte der Minimalismus nicht halt. Minimalistische Ernährung bedeutet nicht weniger zu essen, sondern sich alles leichter zu machen. Statt Stunden in der Küche zu stehen liegt der Fokus – zumindest bei uns – auf einfachen Gerichten mit wenigen frischen Zutaten. Das bedeutet nicht, dass es niemals etwas Aufwändiges gibt. Aber unter der Woche halten wir den Aufwand so gering wie möglich.

Kartoffelpizza
Kartoffelpizza

Minimalismus und Yoga – eine Verbindung

Gründe die für einen Minimalismus bei der Ernährung sprechen

Zeit

Wenn wir einfache Gerichte zubereiten, haben wir mehr Zeit für andere Dinge. Ein Einkauf die Woche spart ebenfalls Zeit, Ressourcen und Geld.

Geld

Da wird zum Großteil Grundnahrungsmittel kaufen und vieles selbst zubereiten, sparen wir Geld. Zudem leben wir vegetarisch ohne viele Ersatzprodukte. Mit zunehmender Erfahrung – und dem richtigen Equipment – dauert die Zubereitung frischer Mahlzeiten nicht länger als die Zubereitung von Fertigprodukten.

Gesundheit

Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte spielen die Hauptrolle in unserer Ernährung. Damit bekommen wir jeden Tag unsere Vitamine und Mineralstoffe.

Nachhaltigkeit

Viele der Grundlebensmittel bekommen wir verpackungs- bzw. plastikfrei, seien es die Dinkelkörner aus unserer örtlichen Mühle welche in Papier verpackt sind oder das Obst und Gemüse welches wir in Bio-Qualität auf dem Markt bzw. beim Bio-Bauern kaufen. Eine Ausnahme bildet hier Foodsharing, da diese Lebensmittel sonst weggeworfen würden.

Lebensmittelverschwendung

Wir engagieren uns gegen Lebensmittelverschwendung in dem wir Foodsharing nutzen, auch kleinste Reste verwerten und mit einem Wochenplan und Einkaufszettel arbeiten.

vegetarischer Burger
vegetarischer Bohnenburger

Lies auch hier weiter: Minimalismus und Fotos

10 Tipps wie Du Deine Ernährung vereinfachen kannst

  1. Kauf Grundnahrungsmittel
    Aus Grundnahrungsmitteln wie Obst, Gemüse, Getreide, Reis, Kartoffeln, Hülsenfrüchten …. lassen sich immer wieder neue Gerichte kombinieren. Wir legen dabei Wert darauf, dass diese Gerichte nicht zu aufwändig sind. Gleichzeitig sparst Du mit Grundnahrungsmitteln Geld gegenüber Fertiglebensmitteln und sie sind viel gesünder.

  2. Mach Dir einen Essensplan
    Wir machen für die Woche einen groben Essensplan. Dieser ist nicht den Tagen zugeteilt sondern variabel. Dabei verwenden wir zuerst die Lebensmittel, die noch vorhanden sind und kaufen nur ein, was wir dazu benötigen.

  3. Geh mit Einkaufszettel einkaufen
    Sobald Du Deinen Essensplan aufgestellt hast, schreib Dir auf was Du benötigst und geh mit diesem Zettel einkaufen. Vermeide es einkaufen zu gehen, wenn Du hungrig bist, es landet alles mögliche im Einkaufswagen, nur nicht das was auf dem Zettel steht.

  4. Geh nur einmal die Woche einkaufen
    Wir gehen lediglich einmal die Woche einkaufen, ja auch das Obst und Gemüse. Wir planen unsere Woche so, dass wir am Anfang das Obst und Gemüse essen, welches schnell aufgebraucht werden muss und am Ende der Woche das, welches sich besser lagern lässt. Nur einmal die Woche einkaufen gehen spart Zeit, Geld und Nerven.

  5. Koche für mehrere Tage
    Max ist im Homeoffice, ich bin mittags im Büro, die Kinder kommen je nach Tag und Mittagsschule unterschiedlich zum Mittag nach Hause oder nicht. Daher kochen wir abends. Oft kochen wir so viel, dass es für den nächsten Tag Mittags noch reicht. Hier eignet sich vor allem selbstgemachte Pizza, Nudeln, Reis, Currys und Suppen.
    Während ich jeden Morgen ein Käsebrot mit viel Gemüse esse, essen wir jedoch ungern mehr als zweimal das gleiche warme Essen hintereinander. Aber wer damit kein Problem hat kann auch für 3,4 oder 5 Tage vorkochen.

  6. Nimm Dir Dein Essen mit
    Ich habe je nach Woche 2-3 lange Tage im Büro. Hier nehme ich mir mein Mittagessen immer mit. Zum Einen weiß ich, was für Zutaten drin sind und zum Anderen ist es oft gesünder. Weiterhin haben wir keine Kantine, sondern nur zwei Supermärkte und einen Bäcker in der Nähe.

  7. Keep it simple!
    Du benötigst bei jeder Mahlzeit Kohlenhydrate, Fett und Eiweiss. Ernährungswissenschaftler gehen bei einer normalen Ernährung von 55-60% Kohlenhydraten, 30% Fett und 10-15% Einweiss aus.
    Wir machen es uns einfach. Die Hälfte des Tellers sind bei uns Kohlenhydrate (Nudeln, Kartoffeln, Reis, Brot…), dazu kommt ein viertel Gemüse und ein viertel Hülsenfrüchte oder ein anderes Eiweiss. Da wir kein Fleisch und nur selten Fisch essen, hat sich diese Aufteilung für uns bewährt. Ersatzprtodukte wie vegetarische/ vegane Schnitzel gibt es ebenfalls sehr selten.
    Wenn Du Dein Essen nach dem Tellerprinzip aufteilst, brauchst Du nicht groß rechnen. Um gute Fette aufzunehmen, nutzen wir kaltgepresste Pflanzenöle oder Nüsse, die wir einfach über das Essen geben.

  8. Gleiche Tage = gleiches Essen
    Wir essen super gern selbstgemachte Pizza! Also bauen wir diese jede Woche Samstag oder Sonntag in unseren Essensplan ein. Oft kombinieren wir Pizza mit unserem Filmabend. Die Zutaten dafür (Mehl, Hefe, Passata, geriebenen Käse bzw. Mozzarella und Gemüse) haben wir grundsäztlich immer da. Hast Du ein Gericht welches Du super gern isst und jede Woche essen kannst? Prima, dann hast Du immer bereits einen Tag geplant.

  9. Fortlaufender Essensplan
    Ich habe bereits von einem fortlaufenden Essenplan gelesen, der sich alle 6 Wochen wiederholt. Ich finde die Idee super, allerdings hat das bei uns irgendwie nicht so gut funktioniert, weil wir an bestimmten Tagen einfach Hunger auf was anderes hatten. Da wir darauf achten, worauf wir Appetit haben, sind feste Tage mit festem Essen nichts für uns. Aber für andere kann das super funktionieren.E
  10. Essverhalten
    Ich bekam als Kind oft Schokolade oder ein Bonbon als Trost. Essen hat oft eine emotionale Verknüpfung für uns Menschen. Ich esse zum Beispiel mehr und öfter wenn ich gestresst bin. Wenn Du Dich einmal mit dem Thema beschäftigt hast, wird Dir vieles klarer. Wenn Du jedoch ein gestörtes Essverhalten hast, such Dir am besten professionelle Hilfe.
Brotfrikadellen
Frikadellen aus Brot, geriebenem Käse und Ei – Restessen

Fazit

Du siehst, eine einfachere Ernähung ist gar nicht so schwer. Wenn Du Dir überlegst: Du isst 3x mal am Tag, das macht in einer Woche 21 Mahlzeiten. Es kostet Zeit, sich zu überlegen was man essen möchte, welche Lebensmittel man benötigt, diese dann einzukaufen. Ebenso kostet es Zeit die Mahlzeiten zuzubereiten. Durchschnittlich verbringen wir Deutschen pro Tag 1,75 Stunden nur mit dem Essen und Trinken.

Wir haben uns vor über einem Jahr einen Thermomix angeschafft, vor allem deshalb, dass sich die Kinder auch etwas zu Essen machen können wenn wir im Büro sind und nicht immer nur ich koche. Dieser wird bei uns rege genutzt, sei es zum Mahlen von Getreide, zum Zubereiten von Essen oder Anderes. Spontanes Eis ist kein Problem mehr. Hier muss natürlich jeder selbst entscheiden, wie oder womit er / sie essen zubereitet. Uns hat das Gerät überzeugt, auch wenn es nicht wirklich günstig ist.

Welche Erfahrungen hast Du mit Essen gemacht? Bist Du hier eher minimalistisch unterwegs oder ist Kochen Deine große Leidenschaft?

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