Zum Inhalt springen

Minimalismus und Inflation

Die Preise steigen. Viele Menschen sehen sich mit erhöhten Heiz-, Sprit- und Lebensmittelkosten konfrontiert. Auch wir haben die Preissteigerungen gespürt, da wir Heizöl tanken mussten. Doch dank unserer minimalistischen Lebensweise können wir die derzeit hohe Inflation gut abfedern.

Nicht kaufen!

Wir leben minimalistisch! Das bedeutet, dass wir viele Dinge einfach NICHT kaufen. Grundsätzlich nicht. Nicht nur jetzt nicht, bei den steigenden Preisen, sondern überhaupt nicht. Hier findest Du einen Artikel über Dinge, die wir nicht kaufen.

Dadurch dass wir eben nur sehr wenig kaufen, gehen die Preissteigerungen in vielen Bereichen an uns vorbei. Zum anderen leben wir unter unseren finanziellen Möglichkeiten und haben so einen Puffer.

Verkehr/ öffentliche Verkehrsmittel

Wir haben zwei Autos, einen Kleinwagen und unseren VW Camper. Wir versuchen jedoch alles was geht mit dem Fahrrad zu erledigen, so dass sich die Kosten für Benzin und Diesel im Rahmen halten. Das 9 Euro Ticket haben wir für die ganze Familie gekauft, so sind wir unabhängig. Ende Juni findet in Heilbronn ein Konzert statt, das wir Erwachsene besuchen. Auch hier können wir mit dem 9-Euro-Ticket hinfahren. Wir benötigen statt einer Stunde mit dem Auto etwa 1:45 Stunden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wenn wir jedoch die Parkplatzsuche in der Innenstadt mit einrechnen, wird es wohl ähnlich werden von der Zeit und wir kommen entspannter an, da freitags auf der Strecke gern Stau ist.

Hier findest Du unseren Artikel zum Thema “Sprit sparen”.

Lebensmittel

Bei den Lebensmitteln kommen wir um die Preiserhöhungen natürlich nicht drumherum, wir müssen essen. Da wir hier jedoch grundsätzlich Basislebensmittel kaufen und viel selbst machen, sind die Kosten überschaubar. Wir ernähren uns viel regional und saisonal. Neben Kartoffeln, Reis, Getreide und Nudeln – die wir als Basislebensmittel immer nutzen – beziehen wir eine Biokiste. Diese Lebensmittel kosten etwas mehr Geld, schmecken jedoch viel besser und sind nicht mit Pestiziden belastet. Hier ist uns unsere Gesundheit einfach wichtig.

Smoothie minimalistisch Ernährung
Smoothie mit Wildkräutern

Wir trinken Leitungswasser oder Tee, ganz selten kauft Max Sprudel. Wir machen jede Woche einen Essensplan, bei dem wir Vorräte verbrauchen und wir gehen nur einmal die Woche einkaufen. Dass wir uns vegetarisch ernähren spielt sicherlich auch mit rein, da sich auch Fleisch und Wurstwaren um knapp 12% verteuert haben. Mit Süßigkeiten versorgen uns die Großeltern.

Heizkosten

Bei den Heizkosten hat es uns auch getroffen. Wir mussten Heizöl tanken. Währen wir in den vergangenen Jahren teilweise 0,49 Euro pro Liter Heizöl bezahlt haben, mussten wir diesmal für 1,21 Euro tanken. Wir haben im Wohnraum einen Schwedenofen, den wir mit Holz beheizen, das rettet uns etwas. So haben wir über den Winter – im Gegensatz zu früheren Zeiten – relativ wenig Heizöl verbraucht. Der milde Winter hat sein übrigens getan.

Reisen

Auch das Reisen ist teurer geworden. Nicht nur die gestiegenen Energiepreise wirken sich auf das Reisebudget aus.

Entgegen der vergangenen Jahre (vor Corona) gehen wir in diesem Jahr nicht jede Ferien in den Urlaub. Das hat zum einen etwas mit unserem Urlaubsbudget zu tun, welches wir gesenkt haben, dann damit, dass unser Sohn gern auch mal in den Ferien zu Hause bleiben möchte und auch damit, dass wir uns zu Hause jetzt wirklich wohl fühlen. Der Minimalismus hat dafür gesorgt, dass wir uns verändert haben.

Gleichzeitig nutzen wir unser Budget bestmöglichst. Im Juni gehe ich mit den Kindern nach Schottland, das Geld dafür haben wir uns nebenbei zusammen gespart, es kommt nicht aus dem Urlaubbudget. Wir übernachten im Toni, unserem Camper, versorgen uns selbst und nutzen die vielen kostenlosen Möglichkeiten, die Schottland bietet.

Mobilhome minimalistisch Reisen
Mobilhome in Kroatien 2021

Im Sommer gehen wir 10 Tage in die Toskana, hier haben wir bereits im Novemer 2021 unsere Unterkunft gebucht und so nicht nur von den Frühbucherrabatten profitiert. Die Inflation war noch nicht so hoch. Auch hier versorgen wir uns selbst, vor allem aber aus Bequemlichkeit. Wir trödeln morgens im Urlaub gern, trinken Kaffee und frühstücken oft erst mittags. Das ist mit Selbstversorgung einfacher.

Über den Jahreswechsel wollten wir eigentlich nach Mexico. Durch die gestiegenen Kosten möchten wir uns diesen Urlaub nicht leisten und wollen stattdessen nach Südspanien. Hier kann auch unsere kleine Griechin mit, die wir sonst in eine Hundepension geben müssten. WIN WIN Situation.

Leben unter den eigenen Möglichkeiten

Auch wenn wir für die Energiekosten mehr bezahlen müssen, bringt uns das nicht an den Rande unserer Möglichkeiten. Bereits seit Jahren leben wir sehr sparsam und konnten so bereits einiges sparen. Da wir deutlich unter unseren finanziellen Möglichkeiten leben, haben wir noch einen guten Puffer nach oben und ich bin sehr froh, dass es so ist. Vielen Familien geht es nicht so gut und diese leiden durch die hohe Inflation, da diese gerade die Grundbedarfe trifft. Auch die Tafelläden haben Probleme, da diese nicht mehr so viele Spenden bekommen. Hier helfen wir mit einer Lebensmittelspende aus.

In früheren Jahren hätten wir tatsächlich Probleme bekommen und hätten teilweise nicht gewusst, wie wir die steigenden Kosten decken sollen. Wir sind wirklich froh den Minimalismus und die damit verbundenen Möglichkeiten entdeckt zu haben.

Lifestyle Inflation

Auch wir sind damals der Lifestyle-Inflation zum Opfer gefallen. Wir dachten, wir brauchen mehr!
Lifestyle-Inflation bedeutet, dass mit steigendem Einkommen auch die Ausgaben steigen. Während der Ausbildung oder dem Studium kamst Du mit ein paar hundert Euro klar, heute brauchst Du das doppelte oder dreifache, aber fühlst Dich auch nicht besser als damals. Denn wir gewöhnen uns schnell an den neuen Zustand. Die Folge? Wir wollen mehr.

Aus diesem Kreislauf auszusteigen bedeutet auch, einen großen Schritt raus aus seiner Komfortzone zu kommen.

Minimalitisch Reisen
Minimalismus im Camper

Wir waren gestresst von dem ganzen Kram, den wir hatten, von dem wir dachten wir benötigen ihn. Seit wir alles rausgeworfen haben, was wir nicht mehr benutzen, geht es uns so viel besser. Alles ist leichter. Seit wir unsere Fixkosten minimiert haben konnten wir unsere Sparrate steigern. Wir benötigen nur noch einen Bruchteil der Zeit zum Aufräumen und sauber machen. Alles hat seinen Platz und wird benutzt. Nichts ist unnütz oder zu viel.

Wir stehen morgens vor dem Kleiderschrank und greifen einfach hinein. Weil sich nur Lieblingsstücke im Schrank befinden, benötigen wir nur ein paar Sekunden. Alles passt zueinander, alles passt zu mir, sowohl von der Größe her als auch vom Stil.

Unser Dachstudio stand voll, mit einer Couch und einem separaten Fernseh-Equipment, falls jemand mal etwas anderes schauen wollte und der Fernseher im Wohnzimmer besetzt ist. Seit wir dieses Equipment verkauft und verschenkt haben, haben wir es nicht ein einziges Mal vermisst! Wir schauen sowieso kaum fern und wenn, dann einigen wir uns alle zusammen auf einen Film.

Yoga Studio
mein Yoga-Studio

Im Dachstudio ist nun noch der Arbeitsplatz von Max, ein Sofa für Gäste, ein kleines Regal mit Unterlagen und eine alte Holztruhe, in der wir einen Satz Handtücher und Bettwäsche aufbewahren, falls unsere kaputt gehen. Diese hatten wir sowieso. Und es befindet sich mein Yoga-Studio darin, in dem ich Yoga-Kurse gebe. Es ist ein toller, großer, leerer Raum.

Fazit

Auch wir haben die Preissteigerungen gespürt, bei den Lebensmitteln, den Spritkosten und den Heizkosten. Aber wir kommen trotzdem gut klar, weil wir unsere finanziellen Mittel nicht ausschöpfen, sondern unter unseren finanziellen Möglichkeiten leben. Gleichzeitig haben wir uns immer weiterentwickelt, beruflich und persönlich und die Chancen und Möglichkeiten ergriffen, die sich uns geboten haben. Das ursprüngliche Ziel war der ausschlaggebende Punkt, aber mittlerweile ist es ein Lebensstil. Wir fühlen uns besser, zufriedener und haben mehr Zeit für wirklich schöne Dinge. Ein Treffen mit Freunden oder der Familie, Zeit miteinander und Zeit für uns selbst.

close
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

%d Bloggern gefällt das: