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Minimalismus, Frugalismus und Stress

Stress gibt es offiziell seit 1936. Im Prinzip schon früher, aber 1936 wurde das Wort dafür durch den österreichischen Biochemiker Hans Selye eingeführt.

Was verursacht Stress

Hier muss man zunächst unterscheiden zwischen äußeren und inneren Stressauslösern sowie den psychisch-mentalen und sozialen Stressauslösern.

Zu den äußeren Stressauslösern zählen Dinge wie Lärm, Hitze, Stau…eben alles was von außen auf uns einwirkt.

Die inneren Stressauslöser sind z.B. durch die Erziehung geprägt, eigene Werte, Muster oder Glaubenssätze.

Psychisch-mentale Stressauslöser ist der Druck, den wir empfinden z.B. im beruflichen Bereich durch unklare Arbeitsanweisungen, Konkurrenzsituationen und so weiter.

Zu den sozialen Stressauslösern zählen unter anderem Mobbing, isoliertes Arbeiten oder ein negatives Betriebsklima.

Was passiert bei Stress?

Stress ist eine Reaktion des Körpers auf eine Belastungssituation. Grundsätzlich war dies eine sinnvolle Reaktion. Als unsere Vorfahren vor tausenden von Jahren noch in Höhlen lebten, war das Leben gefährlich. Wenn es zu einer gefährlichen Situation kam, hat sich der Körper in sekundenschnelle auf Kampf oder Flucht eingestellt.

Die Bronchien weiten sich in so einer Situation, damit sie mehr Sauerstoff aufnehmen können. Die Atmung wird schnell und flach. Der Blutdruck steigt, die Blutgefäße verengen sich und die Muskeln werden besser durchblutet. Die Verdauung, die in diesem Fall nicht benötigt wird, wird verzögert und das Schmerzempfinden nimmt ab. So waren die Menschen im Fall der Fälle kampfbereit oder konnten schnell weglaufen.

Heutzutage ist die Stressreaktion des Körpers genau dieselbe. Allerdings leben wir nicht mehr in Höhlen. Im Gegensatz zu vor tausenden von Jahren leben wir recht sicher und können viel vorhersehen. Die Stressauslöser haben sich geändert.

Waren es damals Säbelzahntiger so sind es heute Leistungs- und Termindruck, Doppelbelastung Beruf/ Familie, eigener Perfektionismus und die fortschreitende Digitalisierung mit Dauerereichbarkeit und Social Media.

Was ist die Folge von dauerhaftem Stress?

Wenn wir in Stress geraten, schüttet unser Körper Hormone aus, die helfen, die Stresssituation zu bewältigen und die oben genannten Reaktionen im Körper zu unterstützen bzw. auszulösen. Entspannen wir uns nach einer Stresssituation, werden die Hormone wieder runter geregelt, wir regenerieren.

Leider leiden viele Menschen unter Dauer- bzw. chronischem Stress, ausgelöst durch verschiedene Faktoren. Finanzielle Sorgen, Stress und Hektik im Alltag, Streit und Ärger mit der Familie und Gesundheitssorgen nehmen dabei die vorderen Plätze ein.

Folgen können unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein, aber auch Diabetes, erhöhte Leberwerte, Hautausschläge, Magen-Darm-Erkrankungen bis hin zu Depression und Burnout.

Minimalismus, Frugalismus und Stress

Seit wir minimalistischer Leben und uns finanziell neu aufgestellt haben, sind wir weniger gestresst.

Wir besitzen nur noch das, was wir wirklich benötigen. Das hat zur Folge, dass sich unser Hausstand halbiert hat. Viele Dinge sind aus unserem Haus verschwunden. Wir müssen weniger aufräumen und instandhalten. Das Putzen geht deutlich schneller und wir brauchen dafür nur wenig Zeit pro Woche.

Dachstudio Yogaraum

Das bedeutet, die Freizeit, die wir neben der Arbeit haben, können wir zum Großteil mit Dingen ausfüllen, die uns Spaß machen wie lesen, mein Blog, Yoga, Karate, Ausflüge mit den Kindern oder Freunde treffen.

Durch den Minimalismus haben wir unser Leben entschleunigt. Unser Leben hat sich verändert, weil wir uns bewusst gemacht haben, was wichtig ist.

Dank dem Frugalismus, den wir vor ein paar Jahren kennengelernt haben, haben wir unsere Finanzen neu aufgestellt. Ich würde nicht sagen, dass wir per Definition frugal leben. Wir kaufen Bio-Lebensmittel statt das Günstigste, wir geben Geld für Freizeit und Urlaub aus, wenn es uns wichtig ist. Aber wir geben nicht mehr jedem Impuls nach. Damit haben wir im vergangenen Jahr mehr als 12.000 Euro gespart, ohne dass es uns schlechter ging, wir auf etwas verzichtet haben oder dass sich unser Gehalt erhöht hätte.

Finanzielle Sorgen

Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als wir finanzielle Sorgen hatten und nicht wussten, wie wir das Öl oder die Versicherung zahlen sollen. Nicht, dass wir an der Armutsgrenze gelebt hätten. Wir wussten einfach nicht, was wir wofür ausgeben. Rückblickend ist es unglaublich, wie naiv wir waren, aber wir haben es tatsächlich nie gelernt, im privaten Bereich.

Durch den Minimalismus wurde uns klar, was wir benötigen und was nicht. Shoppen ist kein Hobby mehr, wenn wir etwas benötigen, besorgen wir es. Der positive Nebeneffekt, wir sparen eine Menge Geld. Dieses Geld nutzen wir nun dazu, uns einen Traum zu erfüllen.

Kroatien Reisen

Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass wir heute besser leben, eben weil wir nicht jedem Impuls nachgeben. Wir überlegen gründlich, haben eine Menge aus unserem Haus verkauft und geniessen, das, was wir haben, umso mehr. Unser Leben ist einfacher geworden und damit um ein ganzes Stück freier.

Hier findest Du einen Artikel zum Thema Minimalismus und Inflation.

Beruflicher Stress

Vielen Menschen leiden unter beruflichem Stress.

Wenn wir jung sind, in der Ausbildung oder im Studium, kommen wir mit wenig zurecht. Mit dem ersten Gehalt steigen die Ansprüche. Größere Wohnung, größeres und besseres Auto, teurere Urlaube. Wenn Dich diese Dinge glücklich machen ist das super. Aber oft ist es so, dass die Menschen mithalten möchten mit ihrem Umfeld. Dafür müssen sie jedoch Geld verdienen, so entsteht eine Spirale. Mehr Geld verdiene, höhere Ansprüche, wieder mehr Geld verdienen.

Mit zunehmendem Gehalt steigt in vielen Fällen die Verantwortung und auch der Druck. Die Arbeit wird stressiger.

Der Minimalismus und der Frugalismus helfen hier. Wenn wir unsere Finanzen geordnet haben und zufrieden sind, leben wir genügsamer.

Wir sind aus dieser Lifestyleinflation ausgestiegen. Wir leben einfacher und sind dadurch zufriedener. Wir müssen nicht mehr mitspielen bei größer, weiter, besser.

FAZIT

Durch die Entdeckung des Minimalismus hat sich unser Leben entschleunigt. Wir leben ruhiger und sind dadurch weniger gestresst. Wir müssen nicht mehr jeden Trend mitmachen, ständig dem Neusten hinterher jagen und viel arbeiten gehen, um uns dieses Leben leisten zu können. Wir haben unser Haus soweit ausgeräumt, dass ich im Dachstudio einen Yoga-Raum einrichten konnte, in dem ich meine Yoga-Unterricht gebe, Kakaozeremonien abhalte, meditiere, Yoga praktiziere und auch meine Blogartikel schreibe. Wenn Du eine Familie hast, weißt Du, wie toll es ist einen Platz zu haben, an dem Du die Tür zu machen kannst.

Yoga Praxis

Auch die Entdeckung des Frugalismus – vor allem verbunden mit dem Thema Geldanlage für die Zukunft – hat uns noch einmal einen ganzen Schritt weiter gebracht und beschert unseren Kindern ebenfalls einen Bonus, da wir auch für sie Geld ansparen.

Beruflich haben wir uns beide weiter entwickelt, weil wir wissen in welche Richtung es für uns geht. In 3 Jahren und 8 Monaten geht es für uns ein Jahr auf Reisen. Ich freue mich darauf und auch wenn ihr hier auf dem Blog nur ab und zu etwas darüber lest, passiert im Hintergrund ganz schön viel.

Stress haben wir dennoch hin und wieder, vor allem jetzt, wo meine Sommerfreizeit ansteht. Aber kurze Stress-Zeiten – vor allem wenn danach auch Entspannung folgt – beflügeln uns und wir sind in dieser Zeit leistungsfähiger. Wichtig sind auch zwischendurch ausreichend Ruhezeiten, Entspannung – Selfcare eben.

Wie ist es bei Dir? Wie gehst Du mit Stress um?

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2 Kommentare

  1. Hallo Julia,

    beruflicher Stress ist ja auch schon ein Statussymbol. Wer keinen Stress hat, leistet wohl nichts. Es liegt bei uns selbst, wie wir damit umgehen und ob wir uns stressen lassen. Allerdings ist mir ein bisschen Trubel lieber als Langeweile im Job.

    LG
    Vanessa

    • einfachfreileben

      Liebe Vanessa,
      ja, wer gestresst ist wirkt als wichtig. Ist eigentlich eine sehr traurige Entwicklung.
      Stressauslöser gibt es viele, bei manchen kann man nichts machen, es sind einfach Trigger. Die zu bearbeiten dauert.
      Aber mir ist ein wenig mehr auch lieber als zu wenig. Allerdings empfindet das auch jeder anders, wie viel zu viel ist 🙂
      Liebe Grüße
      JUlia

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