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Loslassen

Das einer meiner Beiträge vom Thema loslassen handelt, ist kein Wunder. Lange Jahre versuchte ich alles unter Kontrolle zu behalten, um nach Außen hin zu zeigen, ich kann das alles. Um selbst das Gefühl zu haben, dass ich das alles hinbekomme. Und innerlich war ich kurz vorm Zusammenbrechen, weil es mich so viel Kraft kostete.

Yoga hat mich wortwörtlich gerettet. Über die Jahre hinweg tauchte ich immer mehr in die Philosophie des Yoga ein und begriff, dass ich keine Kontrolle habe. Ich gehe abends ins Bett und muss darauf vertrauen, am nächsten Morgen wieder aufzuwachen. Das Leben ist wie eine Welle, ich muss mich mit ihm mit bewegen. Im Buch “Das Café am Rand der Welt”* wird es sehr gut beschrieben. Wenn eine Welle kommt und Richtung Strand rollt, sollten wir mitschwimmen, wir kommen gut und schnell vorwärts. Kommt diese vom Strand zurück ist es besser, auf der Stelle zu schwimmen. Wenn wir hier gegen die Welle anschwimmen und versuchen vorwärts zu kommen, kostet es uns viel Kraft, aber weiter bringt es uns nicht.

Wellen des Lebens

Der Versuch alles unter Kontrolle zu halten kostet unglaublich viel Kraft. Doch wenn ich loslasse und den Dingen ihren Lauf lasse, mit der Welle mitschwimme bzw. nicht dagegen ankämpfe, macht es vieles leichter. Aber ich gebe zu, es gehört Mut und Vertrauen dazu. Das Vertrauen, dass alles gut geht. Wir benötigen Mut, um auszuhalten, dass manchmal nicht alles so läuft, wie wir uns das vorstellen – vielleicht nicht unbedingt schlechter – nur eben anders.

Wenn ich loslasse, was ich bin, werde ich, was ich sein könnte. Wenn ich loslasse, was ich habe, bekomme ich, was ich brauche.

Lao Tse, 6. Jh. v. Chr.

Mein Sohn ist in der 7. Klasse und befindet sich in der Pubertät. Er findet Schule – wie viele seiner Gleichaltrigen – überflüssig. Auch lernen ist nichts, was er gern macht, es gibt so viel anderes was er stattdessen tun möchte. Viele Eltern kennen dieses Thema sicher, die Gedanken, die wir uns machen. Was alles passieren könnte, wenn das Kind nicht lernt, wie seine Zukunft aussieht. Ich habe die Verantwortung an ihn abgegeben. Wenn er etwas nicht versteht oder Hilfe benötigt, bin ich gern da um zu helfen. Aber er muss die Motivation aufbringen und lernen. Ich kann ihm das nicht abnehmen.

Im Buch “5 Dinge die Sterbende am meisten bereuen”* geht es unter anderem auch um das Thema loslassen – Was ist wirklich wichtig im Leben.

Aber wie lerne ich loszulassen?

Mache Dir zuerst bewusst, warum Du an manchem festhältst.

Oft ist es die Angst, die uns festhalten lässt. Wie im Falle meines Sohnes, die Angst, dass er schlecht in der Schule ist. Dass er vielleicht die Klasse wiederholen muss, später keinen guten Job findet.

Mein Sohn steht am Übergang vom Kind zu Mann. Sein Körper verändert sich, er verändert sich. Die Verbindungen im Gehirn werden zum Teil aufgelöst.

Mein Sohn ist ein toller junger Mann. Ich liebe ihn und ich weiss, er wird seinen Weg gehen, auf seine Weise. Ich muss vertrauen und loslassen, um ihn auch diesen Weg gehen zu lassen.

Überlege Dir welche neagtiven Auswirkungen es hat, wenn Du an Dingen festhältst.

Wie hast Du Dich in der Vergangenheit gefühlt? Was für körperliche Auswirkungen hatte es? Hat es Dich gestresst? Schreib es Dir auf.

Was könnte passieren, wenn Du loslässt?

Überlege Dir, was passieren könnte, wenn Du die Verantwortung abgibst und loslässt, sowohl positiv als auch negativ. Gebe ich das Lernen an meinen Sohn ab, könnte er schlechte Noten schreiben. Es könnte sogar passieren, dass er sitzen bleibt. Wenn ich loslasse, muss er aber auch die Verantwortung übernehmen. Er bekommt direkt die Konsequenzen präsentiert: Nicht gelernt, schlechter Note. Das kann dazu führen, dass er mehr Selbstvertrauen bekommt, wenn er mehr lernt und eine gute Note schreibt, besser im Unterricht aufpasst oder ähnliches. Er lernt mitdenken, Verantwortungsbewusstsein und auch, dass man im Leben Fehler machen kann und darf. Damit wird die Frustrationstoleranzgrenze gestärkt und angehoben. Alles in allem entwickelt er sich weiter. Und das wollen wir als Eltern, die Kinder begleiten und vorbereiten auf das Leben alleine.

Wer loslässt, hat beide Hände frei!

Wie kannst Du loslassen?

Immer wenn ich merke, dass ich wieder Dinge kontrollieren möchte, setze ich mich hin, schließe die Augen und atme tief in den Bauch, ein paar Minuten lang. Bis ich merke, dass ich ruhiger werde. Ich sage mir, dass es nicht meine Aufgabe ist alles im Leben zu planen, abzusichern und zu kontrollieren.

Atmen zum Loslassen

Ich überlege in der Situation wie das Worst-Case-Szenario aussieht und danach welche Vorteile und positiven Aspekte loslassen hat.

Bewegung – vor allem an der frischen Luft – tut immer gut. Hier kann ich viel leichter loslassen.

Mit jedem Mal, dass ich so eine Situation meistere, wird es leichter.

Fazit

Mittlerweile leben wir in festen Häusern, wir haben gelernt das Feuer für unsere Zwecke einzusetzen. Es gibt Versicherungen, die alle Risiken andecken. Wir gehen arbeiten und bekommen dafür Geld. Unser Leben scheint so sicher zu sein. Aber das ist ein Trugschluss. Das merken wir, wenn wir krank werden, unseren Job oder einen geliebten Menschen verlieren. Wir leben nur scheinbar in Sicherheit.

Viel wichtiger wäre, loszulassen was uns hemmt und das Leben zu genießen. Das soll nicht heißen, dass Du Deinen Job kündigst oder alles hinwirfst. Wir können jeden Tag dafür sorgen, dass es uns gut geht. Indem wir uns selbst gut um uns kümmern.

Wenn Du merkst, dass Du gestresst bist und flach und schnell atmest, schließe die Augen und nimm ein paar tiefe, ruhige Atemzüge – am besten am offenen Fenster oder draußen. Scanne kurz Deinen Körper: Sind deine Schultern locker und gelöst? Wie geht es Deinem Kiefer, spannst Du ihn an? Was macht der Punkt zwischen Deinen Augenbrauen?

Dieser kurze Moment der Entspannung lässt Dich wieder im Hier und Jetzt ankommen. Du wirst ruhiger und kannst danach vielen leichter erledigen. Probier es einfach mal aus.

In meinem Shop findest Du Armbänder, die Dich daran erinnern können, dass Du immer mal wieder eine Auszeit nimmst. Immer wenn Dein Blick darauf fällt, atme einmal tief durch. Oder Du nimmst das Armband in die Hand und jede Perle steht für einen tiefen ruhigen Atemzug in den Bauch. Lege Daumen und Zeigefinger auf eine Perle, beim Einatmen denkst Du “Lass” und beim Ausatmen denkst Du “Los”. Dann wandern die Finger zur nächsten Perle.

Namasté Julia

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