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Hohe Spritpreise – was tun?

2,25 Euro, das war der Spritpreis am Mittwoch an der HEM Tankstelle für Super. Und verschiedene Medien kündigen an, dass die Preise für Kraftstoffe weiter steigt. Bei uns sind beide Autos leer, wir müssten tanken. Viele stöhnen über die hohen Spritpreise, und beklagen sich, dies ändert jedoch nichts daran. Viel besser ist es, sich Gedanken zu machen, wie wir weniger Sprit verbrauchen bzw. sparen können.

Vergleiche

Die Spritpreise verändert sich im Laufe des Tages und der Woche stark. Montagmorgen ist der Spritpreis mit am höchsten, daher lohnt es sich diese im Auge zu behalten. Apps wie Clever Tanken oder ADAC Spritpreise zeigen Dir die Preise der Tankstellen in Deiner Umgebung an. Mittags und spätabends waren bei uns die Kosten für Kraftstoff am Geringsten.

Punkte & Co.

Auch Payback, Deutschlandcard und Co. geben ein paar Punkte Nachlass beim Tanken. Mit Sonderaktionen wie 5-fach-Punkte (bei Esso z.B. gibt es 1 Punkt je 2 l Kraftstoff, das entspricht 1 Cent je 2 Liter) kann man hier ein paar Cent sparen.

Spritsparend fahren

Der ADAC hat auf seiner Website verschiedene Tipps zusammengestellt, für eine spritsparende Fahrweise. Hier lohnt sich für alle Autofahrer mal wieder ein Blick drauf.

Fahrgemeinschaften

70% der Deutschen fahren mit dem Auto auf Arbeit. 48% der Angestellten legen dabei eine Strecke unter 10 km zurück. In jedem Auto fahren durchschnittlich 1,3 Personen.

Diese Zahlen zeigen, dass hier noch viel Potenzial nach oben ist.

Gibt es Kollegen, die aus der gleichen Richtung kommen und könnt ihr vielleicht zusammen fahren? So reduziert sich der Spritverbrauch für den Weg auf Arbeit um die Hälfte.

Frühling – Fahrradsaison

Der Frühling kommt langsam in Deutschland an. Wie wäre es, wenn Du diesen nutzt und mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst? Du sparst nicht nur Kraftstoff, Du tust etwas für Deine Gesundheit und für die Umwelt!

Alle Strecken unter 10 km können durchaus mit dem Fahrrad bewältigt werden, auch wenn es vielleicht am Anfang nur einmal die Woche ist, hast Du bereits 20% deines wöchentlichen Benzin- oder Dieselverbrauchs – den Du benötigst – gespart.

Heimfahrt Rad
Heimfahrt mit dem Rad im Herbst

Verhandlungen mit dem Arbeitgeber

Wusstest Du, dass der steuerfreie Sachbezug für Arbeitnehmer 2022 auf 50 Euro pro Monat gestiegen ist? Vielleicht wolltest Du Deine*n Vorgesetzte*n sowieso um eine Gehaltserhöhung bitten? Warum nicht um einen monatlichen Tankgutschein in Höhe von 50 Euro? Damit sparst Du zwar keinen Sprit, hast aber das Einkommen erhöht.

Viele Firmen bieten auch vergünstigte Jobtickets für öffentliche Verkehrsmittel an. Hier ist die Personalabteilung der richtige Ansprechpartner.

Auch Homeoffice wäre eine Möglichkeit. Ein Tag pro Woche im Homeoffice spart Dir Sprit ein.

Einkommen erhöhen

Wenn Du alle Tipps beherzigt hast und nirgendwo mehr einsparen kannst, könntest Du Dir überlegen, Dein Einkommen zu erhöhen. Damit bleiben die Spritpreise immer noch so teuer, aber Du kannst diese etwas abfedern. Hier habe ich bereits einen Blogartikel verfasst.

Umdenken

Memes die die hohen Spritpreise als Thema haben gibt es derzeit überall. Jemand sagte zu mir, dass Putin das geschafft hat, was kein anderer schafft, wir sparen Sprit und Heizkosten, leben somit nachhaltiger. Eigentlich bitter.

Wie wäre es, wenn wir diese Zeit der hohen Verbrauchspreise auch als Chance sehen und uns folgende Fragen stellen:

Brauche ich das Auto für diese Strecke wirklich?

Hier im Ort sehe ich oft Menschen, die zum Einkaufen mit dem Auto fahren. Wir leben in einem 4.000-Seelen-Dorf. Wenn Du es einmal von vor nach hinten durchläufst, brauchst Du 20 Minuten. Der Edeka ist mitten im Ort, der Lidl ist nur 2,5 km entfernt.

Auch wenn ich sonst immer dafür bin, den Wocheneinkauf an einem Tag zu erledigen, könnte man diesen an 2 oder 3 Tage aufteilen und zu Fuß oder mit dem Rad einkaufen gehen. Mach eine Familien-Challenge draus. Fahrt mit dem Fahrrad zum einkaufen und besorgt zusammen was ihr benötigt.

Einkauf mit Rad
Manchmal herausfordernd mit dem Rad einzukaufen.

Wir haben einmal für uns selbst entschieden, dass wir Strecken unter 5 km nicht mit dem Auto fahren. Wir leben sehr bergig, es geht immer irgendwo hoch oder runter. Dennoch halten wir uns daran und fahren auch im Winter mit dem Rad.

Wie wäre es, wenn Du ein bisschen mehr Zeit einplant und manche Strecken zu Fuss zurück legst. Gerade jetzt im Frühling, wenn das Wetter schöner und wärmer wird, ist es toll sich an der frischen Luft zu bewegen.

Kann ich Wege zusammenlegen?

Überleg Dir, ob Du Fahrwege zusammenlegen kannst? Du musst zum Wertstoffhof, einkaufen und wolltest Deine Mutter besuchen? Mach alles in einem Aufwasch!

Ändere Deine Einstellung

Ja, die Spritpreise sind hoch. Und es ist eine Belastung für viele Familien, vor allem für Familien, die über keine ausreichenden finanziellen Mittel verfügen. Dennoch schadest Du Dir selbst, wenn Du Dich über diese Situation immer und immer wieder aufregst. Dadurch hat sich noch nie etwas geändert.

Wenn Du aktiv werden möchtest, schließ Dich Demonstrationen und Kundgebungen für den Frieden an. Schreib an den oder die Bundestagsabgeordnete*n in Deinem Wahlkreis. Setze Dich aktiv ein. Nutze Deine Stimme. Gemeinsam können wir viel mehr erreichen, als wenn jeder im Stillen vor sich hin grummelt.

Fazit

Natürlich können wir uns beschweren und die Dinge negativ sehen. Aber das ändert nichts daran, dass die Kraftstoffpreise gerade so hoch sind. Ob sich das in nächster Zeit ändern wird, hängt vor allem davon ab wie es in der Ukraine weiter geht. Auch die Politiker sind nun gefragt, aber eine Änderung wird es voraussichtlich so schnell nicht geben.

Da ich optimistisch und sehr positiv lebe, kann ich nur versuchen diese Situation so angenehm wie möglich für mich zu machen. Die Frage: “Wie kann ich Sprit sparen” beschäftigt mein Unterbewusstsein und immer wieder kommen wie aus dem Nichts Eingebungen.

Natürlich ist es – vor allem für Menschen die sonst viel Auto fahren – eine enorme Umstellung auf Fahrgemeinschaften oder das Fahrrad umzusteigen. Aber alles enthält auch Chancen. Die Chance gesünder und nachhaltiger zu leben, die Chance neue Menschen kennenzulernen. Oder vielleicht merkst Du auch, dass es viel entspannter ist morgens mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, weil Du zum Beispiel lesen kannst oder Dich nicht im Stau ärgerst.

Hast Du noch Tipps? Hinterlasse sie gern in den Kommentaren, so können wir alle profitieren.

Beitragsbild von Harrison Haines von Pexels

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3 Kommentare

  1. Regine L. Regine L.

    Hallo Julia,
    in der Tat! Die Spritpreise treiben einem echt die Tränen in die Augen. Aber es hat auch ein Gutes; viele denken jetzt wieder über Einsparpotential nach. Zum Glück kann ich (noch) die ganze Woche im Homeoffice arbeiten. 100% Spritersparnis. Den Rest erledige ich mit dem E-Bike oder zu Fuß. Wo ich früher einfach mal kurz das Auto genommen habe, nehme ich jetzt das Fahrrad oder laufe zum Bäcker. Tut mir und der Umwelt gut. So kommt es, dass ich unseren Zweitwagen in 2022 noch kein einziges mal tanken musste. Ein gutes Gefühl.
    LG Regine

  2. Hallo Julia,

    das Auto schlägt in unserer Familie mit am meisten zu Buche, und das, obwohl es für uns sechs mit einem Verbrauch von knapp über 7 Liter Diesel auf 100 Kilometer eigentlich „sparsam“ ist. Dennoch ist erstaunlich, was da übers Jahr näherungsweise so anfällt:

    – Versicherung 500 Euro
    – Steuern 400 Euro
    – Spritkosten bei 12.000 Kilometer 900 Liter bei 1,5 – 2 Euro: 1.350 – 1.800 Euro
    – Wartung, Reparatur, HU/AU 500 Euro

    Sind dann etwa 2.750 – 3.200 Euro jedes Jahr, also etwa 230 – 270 Euro jeden Monat. Das ist zwar immer noch preiswerter als ein Fiat 500, den man zum Beispiel bei FINN mieten kann, aber trotzdem ist unser VW T4 ein Posten, der nicht zu unterschätzen ist.

    Solange wir viel in Europa umherreisen, werden wir um das Auto nicht herumkommen. Ich spekuliere darauf, dass sich bei der Mobilität zukünftig auch noch einiges tut und es nicht nur „grüner“ wird, sondern auch billiger. Bis dahin heißt es: spritsparend und sanft fahren, „clever tanken“, das Auto pflegen und es gegen das Fahrrad tauschen, wann immer es geht.

    Liebe Grüße
    Patrick

    • einfachfreileben einfachfreileben

      Hallo Patrick,

      das glaube ich Dir sofort. Wir haben einen T5, als Camper-Version. Es ist unglaublich was da anfällt an Kosten pro Jahr.
      Ich hoffe auch auf die Zukunft, dass sich hier etwas tut, was nachhaltiger ist, das Klima mehr schützt und die fahrenden Personen entlastet.
      Ich denke es gibt viele Menschen, die aus verschiedenen Gründen auf das Auto ausgewiesen sind. Allerdings kann jeder seinen Verbrauch überdenken und – wie Du geschrieben hast – Auto pflegen, spritsparend fahren und wo immer er geht aufs Fahrrad umsteigen oder zu Fuß gehen.

      Liebe Grüße
      Julia

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