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Freiheit beginnt in Dir!

Dass dieser Blog einfachfreileben heisst, ist kein Zufall. Bereits seit Jahren möchte ich aus dem engen Korsett aussteigen, welches ich mir selbst geschaffen habe. Jahrelang dachte ich, die Freiheit kommt von außen, wenn sich die Umstände endlich ändern, wenn dies oder das passiert. Doch ich musste einsehen, dass das nicht passieren wird!

Warum fühlte ich mich nicht frei?

Lange fühlte ich mich eingeengt. Ich dachte, das Leben bestimmt mich und nicht ich mein Leben. Aufstehen, Frühstück machen, alles mögliche mit den Kids klären vor dem Kindergarten und der Schule…arbeiten gehen, heimhetzen…willkommen Hamsterrad. Jeden Tag das Gleiche, nur unterbrochen durch Wochenenden und Urlaube. Nein, ich war nicht glücklich oder zufrieden. Das war nicht das Leben was ich mir immer vorgestellt habe.

Das Problem dabei war, ich wusste gar nicht was ich wollte!

Kennst Du die Übung: “Der perfekte Tag”? Dabei geht es darum, dass Du Deinen perfekten Tag aufschreibst. Ich saß vor diesem leeren Blatt und wusste nicht was ich aufschreiben soll. Ausschlafen war ein Punkt, da mein Schlaf aber zu diesem Zeitpunkt unglaublich schlecht war, wusste ich, selbst wenn ich ausschlafe, bin ich hundemüde.

Yoga spielte eine Rolle, aber ich habe es nicht geschafft meinen perfekten Tag aufzuschreiben, ich brach die Übung zu diesem Zeitpunkt ab.

Wie kann ich was ändern?

Ich war wie gelähmt, weil ich nicht wusste wo ich anfangen soll. Rückblickend waren viele kleine und große Schritte notwendig um dahin zu gelangen, wo ich heute bin. Ein Rädchen griff ins nächste, es war ein jahrelanger Prozess.

  • Ich musste mich selbst und meine Wünsche wieder spüren lernen! Was möchte ich überhaupt?
  • Selbstliebe gab es nicht, ich habe mich selbst nicht gemocht. Es war ein wichtiger Schritt, Selbstliebe zu lernen und zuzulassen.
  • Wertschätzung mir selbst gegenüber lernen.
  • Unabhängig werden von der Meinung Anderer.
  • Mich mit meiner eigenen Vergangenheit auseinander setzen, den Schmerz zulassen und heilen.
  • Genug sein!

Sich selbst und seine Wünsche spüren lernen!

Da sass ich nun und wusste nicht was ich will. Ich wusste nur was nicht nicht will: Stress, Hektik, Hamsterrad (was ich damals als solches nicht erkannte), immer für alles verantwortlich und Ansprechpartner für alle sein.

Mit Yoga begann ich mich wieder selbst zu spüren. Indem ich atmete, meditierte, sang und mich bewegte bekam ich wieder ein Gefühl für mich und meinen Körper. Dann kam der erste große Wunsch: Ich möchte mehr Yoga in meinem Leben. Ich begann zu lesen, mich mit den Yoga Sutren* zu beschäftigen, mit dem Lebensstil Yoga.

yoga freiheit

Selbstliebe

Doch immer wenn ich in den Spiegel sah war ich nicht genug. Ich hatte so viele Makel und Fehler und konnte mich selbst nicht leiden, ich habe mich auch nicht gehasst – das heisst, Stellen an meinem Körper schon – aber gemocht habe ich mich gar nicht.

Ich habe es mit Büchern versucht, mit Diät, abnehmen, Sport. Aber egal was ich tat, es war einfach nicht genug, ich selbst war nicht genug. Ich kam nicht an die Version in meinem Kopf heran, die ich endlich lieben könnte.

Doch Yoga veränderte mich auch hier. Stück für Stück wurde mein Körper weicher, wo er vorher starr und unfelxibel war, stärker wo ich vorher Schwäche fühlte. Videos wie das von Taryn Brumfitt* und die Auseinandersetzung mit dem Frau sein* an sich taten mir gut und halfen, mich, meine Makel und meine Schwächen zu akzeptieren.

Ich bin heute weit davon entfernt perfekt zu sein. Aber die vermeintlichen Makel und Fehler an mir gibt es nicht mehr. Mein Körper ist ein Wunderwerk. Er funktioniert jeden Tag 24 Stunden und lässt mich nicht im Stich. Mein Körper hat zwei wundervollen Kindern das Leben geschenkt. Dafür liebe ich ihn!

Unabhängigkeit von der Meinung anderer

Ich glaube, dass war der Bereich in dem ich am meisten lernen durfte.

Wir Menschen möchten gemocht werden von anderen. Es liegt in unseren Genen seit Jahrtausenden, denn das sichert uns das Überleben in der Gruppe. Soziale Kontakte stärken das Immunsystem und schützen vor Depression. Sie helfen uns Stress besser zu verarbeiten.

Doch es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen den Kontakten zu Freunden und der Familien oder zu Menschen, die uns egal sind. Trotzdem möchten wir auch von diesen gemocht werden.

Bei mir waren es Glaubenssätze und Erziehungsmuster, die ich auflösen durfte.

Wenn es Dich nicht mehr kümmert, was andere über Dich denken, hast Du die höchste Stufe der Freiheit erreicht!

Mittlerweile bin ich schon viel besser darin geworden, auch wenn es mir noch nicht immer 100% egal ist. Irene vom Kanal “for a better world” hat es in ihrem letzten Video gesagt und ich habe es total verstanden. Ich versuche teilweise immer noch unsichtbar zu bleiben, um nicht angreifbar zu sein. Ich weiss nicht genau, wovor ich eigentlich Angst habe, aber ich sehe, dass ich hier noch an mir arbeiten darf.

Meine eigene Vergangenheit

Egal wie liebevoll unsere Eltern waren, was wir erlebt haben, prägt uns und nicht immer sind die Erlebnisse gut.

Ich selbst war als Kind viel allein, habe Mobbing erfahren, Schmerz und psychische Verletzungen. Diese Dinge kamen hoch, als ich selbst Mutter wurde. Und ich wusste nicht, wie ich damit umgehen soll.

Den Schmerz zuzulassen war ein wichtiger Punkt. Als wir begannen auszuräumen und Dinge gehen zu lassen, konnte ich vieles aus meiner Vergangenheit verarbeiten. Mit jedem Teil was gegangen ist, konnte ich freier atmen. Ich konnte loslassen und zulassen. Inzwischen kann ich meinem inneren Kind* den Halt geben, den ich damals so dringend gebraucht hätte. Ich habe die Verantwortung übernommen.

Jule kleinkind Freiheit

Meine Wunden und Schmerzen heilen. Ich habe die Regie über mein Leben übernommen, denn ich alleine bin verantwortlich.

Genug sein!

Der allerwichtigste Punkt in meinem Leben. ICH BIN GENUG!

Jahrelang bin ich umhergehastet und habe versucht, alle Ansprüche, die andere an mich gestellt haben, zu erfüllen. Ich wollte eine tolle Tochter sein, eine fantastische und lockere Ehefrau, eine super gute Mutter. Als Angestellte wollte ich 150% Leistung bringen, allen als Freundin zuhören. Der Haushalt sollte tip top sein und ich? Ich selbst ging an meinen ganzen Vorstellungen kaputt.

Ich war nicht ehrlich. Nicht zu mir und nicht zu anderen. Ich habe anderen eine heile Welt vorgespielt, die es nie gab. Ich war kaputt, müde, verzweifelt und habe immer gedacht: Ich schaffe das nicht mehr! Was passiert wenn alle anderen rausbekommen, dass ich nicht so super bin?

Genug sein

Eines meiner größten Ziele ist es, authentisch zu sein. Authentizität erreichst Du jedoch nicht, wenn Du vorgibst jemand zu sein. Sondern Du zeigst Dich, wie Du bist. Mit all deinen Fehlern, Schwächen, Macken und Eigenschaften. Damit gibst Du anderen die Gelegenheit, Dich zu verletzen. Aber Du bekommst auch die Gelegenheit das Gegenteil zu erfahren. Du wirst geliebt, weil Du ein Mensch bist, unperfekt.

Seit ich aufgehört habe, in allen Bereichen perfekt sein zu wollen, bin ich freier geworden. Ich muss mich nicht mehr verstellen.

Ja, ich mache Fehler. Ich bin nicht immer die super tolle Mutter, sondern auch mal genervt und ungerecht. Aber ich entschuldige mich danach. Mein Haushalt läuft besser aus als früher, obwohl ich weniger mache, einfach weil so viel Zeug weg ist und wir viel weniger zu tun haben. Aber ich bin nicht perfekt. Irgendein Fleck ist immer irgendwo, was soll’s.

Ich versuche heute wahrhafter zu leben, ehrlich. Auch wenn das nicht immer leicht ist. Dazu gehört auch ein NEIN!, als Ehefrau, Mutter, Freundin, Arbeitnehmerin…dieses nein ist aber gleichzeitig ein JA! zu mir. Ich respektiere meine Grenzen.

Fazit

Freiheit von Außen geht nicht. Freiheit kommt immer aus Dir selbst.

Als ich begann unsere Finanzen zu regeln, zu budgetieren und weniger Geld auszugeben, wurde ich im Kopf freier, weil die Gedanken nicht ständig um “woher bekomme ich das Geld für…” kreisten.

Mit dem Start in den Minimalismus und der damit verbundenen Aussortieraktionen ließ ich so viele Altlasten los, physisch und psychisch.

Yoga brachte mich mir selbst wieder näher.

Ich bin dankbar und glücklich, dass wir diesen Weg gehen. Erst rückblickend begreifen wir, was wir eigentlich erreicht haben. Wir sind auf dem Weg in ein freies Leben.

Gestern habe ich in der Buchhandlung folgendes Buch* gesehen und der Titel hat mich tatsächlich nachdenklich gestimmt. Wie viele sagen: Irgendwann tue ich dies und jedes…? Aber sie tun es nie. Meine Eltern sind beide um die 70. Auch sie hatten früher viele Träume und Wünsche und Sehnsüchte. Inzwischen ist es zu spät. Sie haben körperliche Handicaps die es ihnen schwer machen, diese Wünsche zu erfüllen, abgesehen von der seelischen Verfassung.

Wenn Du Träume hast ist jetzt die beste Zeit dazu. Natürlich können wir nicht alles hinwerfen, aber wir können Schritt für Schritt einen anderen Weg einschlagen. Sei es, dass Du Dir selbst eingestehst, was Du überhaupt möchtest. Oder dass Du Dir konkrete Schritte überlegst.

Du hast nur dieses eine Leben. Auch wenn dieser Satz inzwischen so abgedroschen klingt, weil wir ihn so oft gehört haben, ist er dennoch richtig und wichtig.

Nasmasté
Julia

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