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Finanziell frei? Und dann?

Wir beschäftigen uns nun bereits eine Weile mit Finanzthemen. Durch die Bücher von Madame Moneypenny* und Florian Wagner* kam bei uns eine ganze Lawine ins Rollen. Wir haben unser bestehendes Budget umgestellt und konnte so 2021 mehr als 18.000 Euro sparen. Aber was viel wichtiger ist, gedanklich kam bei uns Einiges ins Rollen. Warum wollen wir finanziell frei werden? Was haben wir dann vor? Arbeiten wir eigentlich gern? Wie sähe der ideale Job aus? Wie wollen wir leben?

Finanziell frei? Was ist das eigentlich?

Finanzielle Freiheit, zwei große Worte! Finanziell frei bist Du, wenn Du Deine Fixkosten plus das, was Du Dir leisten möchstest durch passives Einkommen, also ohne Arbeit decken kannst.

Möchten wir finanziell frei werden?

Sagen wir es mal so, wer möchte das nicht? Die Frage ist: Schaffen wir das? Ich bin ehrlich, unsere monatlichen Fixkosten belaufen sich durchschnittlich auf etwa 3500 Euro. Wir zahlen das Haus ab, welches wir vor 13 Jahren gekauft haben. Wir haben zwei Autos, ein Motorrad, einen Roller. Max und die Kids sind privat versichert (die private Krankenversicherung ist in den Fixkosten enthalten mit knapp 1.000 Euro). Wir haben jährlich eine durchschnittliche Sparquote von 15%. Finanziell frei werden durch sparen, nein, das wird wohl nichts mehr bei uns.

Und da ist noch etwas anderes. Ich arbeite gern. Ich habe einen sehr interessanten Job mit vier unterschiedlichen Bereichen. Auch wenn ich im sozialen Bereich arbeite und es teilweise wirklich viel ist, mir macht meine Arbeit Spaß. Es gibt ein paar Parameter, die ich gern ändern würde, aber das ist derzeit noch nicht möglich. Nicht wegen der Arbeit, sondern wegen unseren Kindern. Ich würde gern länger schlafen! Da beide Kids aber 6.00 Uhr raus müssen, geht das eben nicht. Punkt.

Aber was wollen wir dann?

Als ich mit diesen Gedanken durch war, habe ich überlegt: Was wollen wir denn dann?

Ich möchte gern finanzielle Sicherheit! Montagabend kam kein warmes Wasser. Ein kurzer Blick in den Heizungskeller und es war klar, die Heizung zeigt einen Fehler. Da unser Heizungsmonteur nicht mehr erreichbar war, haben wir Dienstag bei frischen 13 Grad gefrühstückt. Früher hätte ich mir Sorgen gemacht. Was ist, wenn die Heizung wirklich richtig kaputt ist? Was machen wir dann? Immerhin ist das gute Stücke bereits 20 Jahre alt. Ich habe mir jedoch keine Sorgen gemacht. Wird schon nichts Schlimmes sein, wenn doch, können wir dann überlegen. Das Geld für die Reparatur liegt auf dem Heizungs-Budget-Konto. Meine Denkmuster haben sich verändert. Statt Sorgen ist da Sicherheit.
Seit gestern geht die Heizung wieder, es wurden viele Teile erneuert und die Rechnung macht mir keine grauen Haare, wir haben dafür ein Budget.

Wir möchten also finanzielle Sicherheit, noch was?

Ja! Ich liebe meine Familie. Ich bin gern mit meinen Kindern und meinem Mann zusammen. Ich mag meine Freunde! Ich verbringe gern Zeit mit den Menschen die mir wichtig sind. Wie im vorherigen Beitrag geschrieben reisen wir unglaublich gern. Aber nur reisen? Vor ein paar Jahren war es der Traum schlechthin, weg von allem, Zeit haben. Für eine bestimmte Zeit ist es sicherlich wunderschön, aber für Jahre? Inzwischen weiß ich, ich würde meine Freunde vermissen, meine Kollegen. Es ist schön zurück zu kommen von einer Reise oder aus dem Urlaub. Zu wissen, da sind Menschen, die Dich mögen. Ich brauche auch die menschliche Nähe. Telefonieren oder Skypen reicht mir nicht. Gemeinsame Erlebnisse sind so wertvoll, nicht nur mit meiner Familie. Und ich kann ja schlecht alle die mir was bedeuten einpacken und mitnehmen?

Aber ein paar Mal im Jahr verreisen ist klasse. Dabei geht es nicht um weite Flugreisen oder um All-Inklusiv. Wir lieben es mit unserem Bulli unterwegs zu sein. Abseits der Massen, ruhig ein wenig einsamer und egal ob Schwarzwald, Mittelmeer oder Atlantik. Anderes zu sehen hält uns körperlich und geistig jung.

Was sind nun unsere Pläne?

Das finanzielle Ziel 2022 steht: 30.000 Euro ansparen. In 2,5 Jahren läuft unser Bausparvertrag aus. Dahinter steht ein großes Darlehen, welches wir mit einem Schlag abbezahlen wollen. Das senkt unsere Fixkosten um 535 Euro im Monat. Daneben gibt es zwei weitere Darlehen für unser Haus, diese folgen kurz danach. Wenn alles so klappt, wie wir es uns vorstellen und wünschen, haben wir das Haus in 4 Jahren abbezahlt.

Der Plan, das Haus zu verkaufen wenn die Kinder ausgezogen sind, steht schon lange. Seit wir minimalistischer Leben und unseren Hausstand halbiert haben, benötigen wir nicht mehr so viel Platz. Sind die Kinder raus, steht das halbe Haus leer. Mir wäre ein Tiny House am Liebsten! Wenn die Zeit reif ist, wird sich die richtige Möglichkeit bieten, welche es dann auch ist.

Gern möchten wir mit den Kindern noch einmal eine große gemeinsame Reise unternehmen. Unser Traum ist es, mit ihnen ein Jahr Europa zu bereisen, nach der Schule. Unser Jüngster macht seinen Abschluss voraussichtlich 2025, unsere Große 2024. Mit jedem Jahr, was vergeht, werden unsere Pläne konkreter. Wir sehen immer klarer wo unser Weg hingehen soll. In den vergangenen Jahren fehlte das klare Ziel. Wir haben so vor uns hin gelebt mit dem Alltag. Wenn uns jemand fragte, was für Ziele wir haben begannen unsere Sätze immer mit: Irgendwann…..oder Vielleicht…. Ein Ziel macht vieles leichter!

Finanzielle Sicherheit, finanzielle Freiheit und Minimalismus?

Ich glaube, wenn Du Dich mit dem Thema Minimalismus auseinander setzt, setzt Du Dich irgendwann auch mit den Finanzen auseinander.

Es beginnt mit: Was benötige ich wirklich? Du räumst Deinen Kleiderschrank aus, checkst Deine Kosmetik, schmeisst all die Sachen raus, die Dir nicht wichtig sind. Stück für Stück veränderst Du Dich. Du siehst immer klarer, was Du möchtest und was Du nicht möchtest. Dabei bleiben Deine Gedanken nicht nur bei den materiellen Dingen. Du hinterfragst Freundschaften und Bekanntschaften. Tun sie mir gut? Du hinterfragst Deinen Job! Ist es das was ich möchte? Irgendwann hinterfragst Du Dein ganzes Leben. Dann bist Du bei dem Punkt, an dem Dir Zeit vielleicht mehr wert ist als Geld. Du siehst, dass Du nur ein Leben hast und dieses Leben ist wertvoll. Jetzt, zu diesem Zeitpunkt, nicht in 10 Jahren.

Spätestens dann machst Du Dir Gedanken um Deine Finanzen, aber ganz oft kommt es schon vorher.

Max und ich sind mit Mitte 50 und Mitte 40 auch nicht mehr am Anfang unseres Berufsweges. Wir haben schon einiges hinter uns. Was wir uns gut vorstellen können ist, beide Teilzeit zu arbeiten. Wobei, ich arbeite ja Teilzeit, mit 75%.

Mein Ziel ist ein Leben, von dem ich keinen Urlaub brauche!

– unbekannt –

Und das trifft es ziemlich genau. Ich möchte gern ein Leben, von dem ich keinen Urlaub brauche.

Wie geht es weiter?

Nachdem wir nun endlich wissen, wohin wir wollen, richten wir unsere Gedanken auf diese Ziele aus. Wir genießen die Zeit mit der Familie und unsere Freunden. Wir arbeiten, nicht um der Karriere willen, sondern weil wir es gern tun. Wir kaufen nach wie vor nur das, was wir wirklich benötigen. Aber: Wir möchten trotzdem gern unser Einkommen erhöhen. Hier sind wir gerade in der Ideenfindungsphase. Sicher ist nur, es betrifft nicht unsere Hauptjobs.

Oliver von Frugalisten.de hat das in seinem Beitrag “Die Rente mit 40 ist tot” sehr schön zusammengefasst. Die finanzielle Freiheit werden wir mit der Rente erreichen. Aber, wir möchten jetzt die Zeit geniessen. Die Kinder sind noch ein paar Jahre im Haus. Sie möchten gern noch Zeit mit uns verbringen. Und ich tue nichts lieber als das. Irgendwann wird eine Zeit kommen, in der sie eigene Wege gehen, dann wird sich vielleicht mein beruflicher Weg auch noch einmal ändern.

Ich bin froh den Weg des Frugalismus entdeckt zu haben auch wenn wir keine Frugalisten sind. Er hat uns die Möglichkeit gegeben unsere Finanzen sicher aufzustellen. Wir haben dadurch so viel Freiheit gewonnen, nicht nur finanziell, vor allem unsere Gedanken sind viel freier und optimistischer geworden.

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Seit Beginn dieses Blogs haben wir unser Leben in vielerlei Hinsicht vereinfacht. Wir leben einfacher, mit weniger Stress, mehr Zufriedenheit, guter Laune und im Einklang mit unseren Herzen. Und das Schöne an diesem Weg ist, er wird mit jedem weiteren Schritt immer leichter.

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