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Einfacher Leben macht freier – und spart Geld!

Unsere Welt und unser Leben wird immer bunter, aber gefühlt auch immer schneller und hektischer. Wir können heutezutage mit aller Welt kommunizieren, sind mit dem Handy sekundenschnell auf einem anderen Kontinent und können aus unendlich vielen Möglichkeiten wählen, jede Sekunde. Die Folge? Laut dem Ärzteblatt fühlt sich jeder zweite Bundesbürger vom Burnout bedroht, sechs von zehn Befragten klagen zumindest gelegentlich über typische Burnout-Symptome wie anhaltende Erschöpfung, innere Anspannung und Rückenschmerzen. Denn die Wahlmöglichkeiten, die wir haben suggerieren uns, dass wir auch vieles tun sollten. Ohne Handy fühlen sich viele Menschen hilflos und haben Entzugserscheinungen. Eine Studie der Karl-Landsteiner-Universität Krems verdeutlicht dies.

Minimalismus – eine Gegenbewegung?

Seit ein paar Jahren ist der Minimalismus in aller Munde. Viele Menschen wünschen sich einen Weg raus aus Streß, Hektik und dem Gefühl des Zuviel. Sie möchten wieder einfacher, naturverbundener und freier Leben. Wir auch.

Aber was ist ein einfacheres Leben?

Wie ich bereits in diesem Post schrieb, bedeutet ein einfacheres Leben für uns vor allem bescheidener zu leben. Nicht jeden Trend mitmachen zu müssen, nicht das neuste Handy, die nächsten neuen (Fast Fashion) Klamotten.

Stell Dir vor, Du gehst in ein neues Restaurant. Ein schöner entspannter Abend mit Freunde oder der Familie. Du bekommst die Speisekarte, sie besteht aus vielen Seiten, zwei für die Vorspeise, 4 für den Hauptgang, dazu Dessert, Salat. Was tust Du? Fühlst Du Dich überfordert?

Das Restaurant bei uns im Ort hat eine Speisekarte, diese besteht aus genau einer Seite. Die Entscheidung fällt bei mir in Sekunden, denn es gibt genau drei vegetarische Gerichte: Kässpätzle, mediterrane Nudelpfanne und gebackener Camembert mit Salat. In 95% der Fälle nehme ich den Camambert, er schmeckt hervorrangend, die Menge ist genau richtig und ich LIEBE gebackenen Camembert.

Je mehr Wahlmöglichkeiten wir haben, desto schwerer fällt uns die Entscheidung. Habe ich das richtige gewählt? Vielleicht schmeckt ja das nächste Gericht auf der Karte besser? Was ist wenn ich mich falsch entscheide?

Diese Fragen sind auf unser gesamtes Leben übertragbar. Egal ob im Beruf, in der Liebe, beim Autokauf…Wir haben, angesichts der vielen Möglichkeiten in unserem Leben, Sorge, die falschen Entscheidungen zu treffen und das stresst uns!

Vorteile des einfachen Lebens

Seit wir einfacher Leben, hat sich unser ganzes Leben verändert. Welche Vorteile haben wir für uns entdeckt?

  • Wir leben deutlich ruhiger und entspannter.
  • Wir haben mehr Zeit.
  • Wir sparen Geld.
  • Unser zu Hause ist ordentlicher, Dinge wie Hausputz gehen schneller von der Hand.
  • Wir können uns unseren Hobbies widmen.
  • Wir sind zufriedener, dies wirkt sich auch auf andere Menschen aus.
  • Wir leben nachhaltiger.

Es gibt einige Bereiche, in denen wir vieles Vereinfacht haben. Diese möchten wir Euch nacheinander vorstellen:

Einfachere Ernährung

Du gehst in einen Supermarkt und möchtest Obst und Gemüse kaufen. Die Auswahl ist beeindruckend. Während es in früheren Zeit um diese Zeit (im November) vielleicht noch Äpfel und Birnen beim Obst gab, hast Du heute die Auswahl aus duzenden von Möglichkeiten. Kaki, Trauben, Orangen, Mandarinen, Ananas, Bananen….einige der Sorten sind mit dem Containerschiff über den Atlantik gefahren oder wurden per Flugzeug zu uns transportiert. Dies schlägt sich im Preis nieder, nachhaltig ist es defintiv nicht.

Aber wie kannst Du Dich einfacher ernähren?

Pizza selbst gemacht

Koche selbst

Wenn Du selbst kochst, kannst Du entscheiden, welche Lebensmittel Du verwendest. Es ist nicht nur einfacher sondern Du sparst auch Geld. Du kannst nicht kochen? Such Dir 3-4 einfache Gerichte aus und versuch es. Mit jedem Mal wirst Du besser.

Nutze Grundnahrungsmittel

Fertigprodukte sind nicht nur teurer, sie sind oft auch ungesünder. Nehmen wir eine Pizza Margharita. Aus Mehl, Wasser, Hefe und Salz lässt sich schnell ein Pizzateig herstellen, mit passierten Tomaten, Kräutern und Käse hast Du selbst Pizza gemacht. Es dauert etwas länger, aber Du kennst alle Inhaltsstoffe und sie schmeckt deutlich besser. Und das Kneten des Teiges mit der Hand (wenn Du magst) kommt einer Meditation gleich. Du kommst mit Deinem Essen in Berührung.

Kaufe saisonal und regional

In diesem Artikel kannst Du den Weg einer Ananas verfolgen. Wenn Du dagegen den Weg eines Apfel oder einer Birne aus der Region verfolgst, siehst Du die Unterschiede.

Wir ernähren uns nach dem Saisonkalender. Wir kaufen regional bei unserem Bio-Bauern und saisonal. Das bedeutet, dass es im Winter eben keine Erdbeeren gibt. Dafür essen wir derzeit sehr gern Rosenkohl, Weißkraut, Grünkohl oder Feldsalat. Wir wissen wo unser Essen her kommt, die Wege sind kurz. Auf Erdbeeren freuen wir uns im kommenden Jahr wieder.

Trink Leitungswasser

Das Leitungswasser in Deutschland ist von hervorragender Qualität. Es wird streng kontrolliert. Ich trinke ausschließlich Leitungswasser oder Tee. Dein Körper besteht zu 70% aus Wasser. Leitungswasser ist überall verfügbar, kostet nur ein paar Cent und stillt den Durst. Lediglich wenn Du sehr alte Wasserleitungen in Deinem Haus hast, solltest Du Dich vorher informieren.

Verzichte auf übermäßigen Fleischkonsum

Wir verzichten nun seit über 3 Jahre auf Fleisch. Nicht weil uns Fleisch nicht schmecken würde, wir möchten nicht, dass Tiere für uns sterben. Seitdem hat sich unsere Ernährung sehr vereinfacht. Neben Gemüse spielen regionale Hülsenfrüchte eine große Rolle. Uns geht es besser denn je. Unsere Ernährung ist vielfältiger und bunter geworden.

Kleidung – weniger ist mehr

Wusstest Du, dass die Designer zwischen 12 und 24 Kollektionen pro Jahr auf den Markt bringen? Jeder Deutsche wirft pro Jahr 4,6 Kilogramm Kleidung weg. Fast Fashion boomt. Aber was macht das mit unserer Umwelt? Wie ist die Produktion und wie werden die Menschen entlang der Produktionskette entlohnt, wenn ein T-Shirt 3 Euro kostet?

Diese und mehr Fragen haben wir uns vor ein paar Jahren gestellt und entschieden, wir möchten das nicht mehr. Wir haben nicht nur unser Konsumverhalten geändert – wir kaufen nun fair, second Hand und vor allem viel, viel weniger. Einen paar sehr interessante Fakten findest Du hier.

einfach leben Kleidung

Unsere Garderobe ist minimalistisch geworden. Wir haben vieles verkauft oder verschenkt, ganz selten weggeworfen. Wenn etwas kaputt geht, wird es ersetzt, aber mehr auch nicht. Shoppen, weil uns langweilig ist, gehen wir nicht mehr.

Wir pflegen unsere Kleidung, reparieren sie und haben ein ganz anderes Verhältnis dazu bekommen. Wir stehen nicht mehr vor unserem Kleiderschrank und „haben nichts anzuziehen“. Wir leben nach der Devise, weniger ist mehr.

So besitze ich 2 paar Sneaker, 2 paar Winterschuhe, ein paar Laufschuhe, ein paar Wanderschuhe, ein paar Flip Flops und ein paar Barfuss-Ballerinas, macht zusammen 8 Paar. Ich trage meine Schuhe bis sie sprichwörtlich auseinanderfallen.

Unser Hausstand hat sich halbiert

In den vergangenen Jahren hat sich unser Hausstand halbiert. Wir haben ausgeräumt, aussortiert, verkauft, verschenkt, gespendet und alles auf den Prüfstand gestellt.

Das Ergebnis: Viel mehr Platz, viel mehr Zeit.

Unser Leben hat sich dadurch vereinfacht. Früher mussten wir viel mehr aufräumen, wegräumen, putzen. Da wir viel weniger Dinge in unserem Haus haben, haben alle einen festen Platz. Haben wir sie benutzt, kehren sie dorthin zurück. So müssen wir nicht mehr aufräumen. Im Wohnzimmer steht nur noch ein Sideboard, das Staubwischen dauert Sekunden. Da nichts mehr rumsteht, können wir direkt anfangen mit saugen und wischen.

Die Zeit, die wir sparen, investieren wir in unsere Hobbies, in Dinge die wir gern machen, in die Familie und Freunde.

Mobilität

Seit über einem Jahr fahre ich nun regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit. Dadurch spare ich Sprit und Verschleiss am Auto. Aber: Es tut mir auch sehr gut. Ich bin zufriedener geworden. Warum? Das findest Du hier.

Finanziell besser aufgestellt

Auch finanziell führen wir ein einfacheres Leben. Da wir viel weniger kaufen, uns einfacher ernähren und wissen, was uns gut tut, sparen wir Geld und Leben viel nachhaltiger.

Ich habe darüber bereits zwei ausführliche Artikel geschrieben. Du findest sie hier und hier.

Gesundheit – körperlich und psychisch

Der Stress, welchem wir früher ausgesetzt waren, hat dazu geführt, dass wir uns nicht gut fühlen, körperlich und psychisch. Seit wir unser Leben vereinfacht haben, nehmen wir uns mehr Zeit für alles. Unser ganzes Denken hat sich verändert.

Während ich früher morgens bereits gestresst war, bin ich heute entspannter und ruhiger. Ich nehme mir die Zeit. Ich habe nicht tausend Dinge zu erledigen. Diese Ruhe, auch am Wochenende, tut uns gut.

Wir „tanzen nicht mehr auf jeder Hochzeit“. Nehmen uns am Wochenende bewusst Zeit für nichts, gehen in die Natur. Während wir früher versucht haben, viel zu erleben, um mitreden zu können, geniessen wir die Zeit.

Früher haben wir oft überlegt: „Was könnten die anderen denken“. Mittlerweile machen wir uns keine Gedanken mehr, uns ist schlichtweg egal was Menschen denken, mit denen wir sowieso nichts oder wenig zu tun haben. Sollen Sie reden!

Stockbrot

Wie kann ich einfacher leben?

  1. Schmeiss alles aus Deinem Leben, was Dich nicht glücklich macht.
    Mach Dir eine Liste mit allen Dingen die dich nerven, unzufrieden machen oder von denen Du genug hast. Und nun schau, was Du davon ändern kannst. Nimm Dir aber nicht zu viel auf einmal vor, sondern Stück für Stück. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Um eine neue Gewohnheit zu etwablieren, benötigst Du mindestens 2 Monate.
  2. Akzeptiere, was Du nicht ändern kannst.
    Es gibt Dinge im Leben, die kann man im Moment einfach nicht ändern. Aber Du kannst Deine Einstellung zu den Dingen ändern. Manche Dinge im Leben müssen und einfach egaler werden. Das Pareto-Prinzip sagt, dass 80% der Dinge, die wir erledigen, in 20% der Zeit geschafft werden. Für die restlichen 20% benötigen wir 80% der Zeit.
    Auch wenn Du gewissenhaft bist, Perfektionismus hat noch keinem geholfen.
  3. Es ist Dein Leben, leb es so wie Du es möchtest!
    Wenn Du am Ende Deines Lebens zurückblickst, was möchtest Du sehen? Eine gestresste Person, die versuchte es allen recht zu machen. Die durch ihr Leben gehetzt ist, versucht hat alles perfekt zu machen? Oder möchtest Du auf ein Leben zurückblicken, welches Spaß gemacht hat? Es ist Deine Entscheidung. Du kannst dieses Leben so gestalten, wie Du es möchtest.

In welchen Bereichen hast Du Dein Leben vereinfacht? Gibt es Bereiche in denen Du Dir wünschst, dass es nicht so stressig und hektisch ist?

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