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Dein Start in den Minimalismus

Das neue Jahr ist schon einen Monat alt, wie sieht es mit Deinen Vorsätzen aus? Weniger Alkohol, weniger Stress, weniger schlechte Laune, mehr Sport, aber auch mehr Ordnung in der Wohnung oder im Haus zählt oft dazu. Die meisten Vorsätze halten nicht einmal bis Ende Januar. Warum? Weil Veränderungen schwer sind, wenn kein konkretes Ziel dahinter steht. Gerade wenn es um die Ordnung im Haushalt geht, spielt Stress eine große Rolle. Hier kann der Minimalismus helfen.

Minimalismus? Ich will aber nicht alles wegwerfen!

Über den Minimalismus gibt es viele Vorurteile. Minimalisten werfen alles weg, sie wohnen auf engstem Raum und haben sowieso ein spaßbefreites Leben.

Aber Minimalismus ist das, was Du draus machst.

Minimalismus an sich ist eine Stilrichtung, die sich durch ihre Einfachheit auszeichnet. Dekoelemente werden weggelassen, das Design ist schlicht.

Genauso kann man den Minimalismus als Lebensstil definieren. Ein Minimalist führt ein einfaches Leben.

Aber was ist ein einfaches Leben?

Ein einfaches Leben definiert sich als Gegensatz zum konsumorientierten Leben in unserer Überflussgesellschaft. Indem auf zu viel Konsum verzichtet wird, versuchen diese Menschen ein eigenes, freies und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Denn sind wir mal ehrlich, zu viel Konsum führt dazu, dass wir mehr Geld verdienen müssen. Wenn wir mehr Geld verdienen müssen, haben wir weniger Freizeit. Ein Teufelskreis.

Ein einfaches Leben zu führen kann sich darin ausdrücken, den Besitz zu reduzieren, aber auch in der Selbstversorgung, keine überflüssigen Dinge zu kaufen und einfach mit weniger zufrieden zu sein. Du suchst Deine Zufriedenheit nicht mehr darin, Dinge zu besitzen.

Zufriedenheit spielt im Minimalismus eine große Rolle.

Bist Du mit Deinem Leben zufrieden?

Studien haben herausgefunden, dass Konsum uns nicht glücklicher macht. Schnell ist heute die Karte gezückt und wir kaufen etwas Neues. Aber nutzen wir es auch wirklich? Wieviele Dinge liege ungetragen, ungelesen oder ungenutzt bei uns zu Hause?

Hier setzt der Minimalismus an. Wenn Du weisst, was Dich zufrieden macht, kaufst Du keine unnützen Dinge. Deine Wünschen werden kleiner. Wie alles im Leben, ist es eine Gewohnheit. Wenn wir uns daran gewöhnen zu hinterfragen, ob wir etwas wirklich benötigen oder nur einfach so haben wollen, denken wir intensiver nach und kaufen im Endeffekt weniger.

Schritt eins – No-spend-month

Wie wäre es, wenn Du mit einem „No-spend-month“ startest? Gerade im Januar, wenn alle Versicherungen fällig sind, kommen manche in Schwierigkeiten – finanziell. Wäre dann nicht der Februar eine gute Gelegenheit?

Keine Ausgaben bedeutet, dass alle nicht notwendigen Ausgaben gestrichen werden. Natürlich kaufst Du weiterhin Lebensmittel. Aber alle anderen Wünsche schiebst Du eben auf. Dass der Lockdown bis zur Mitte des Monats verlängert wurde, macht die Sache nur leichter. Warte nicht auf den ersten des kommenden Monats, starte jetzt, sofort, direkt! 30 Tage lang!

Du siehst ein Buch, welches Du unbedingt haben musst? Schreib es auf eine Wunsch-Liste. Diesen tollen Pulli brauchst Du jetzt? Schreib es auf die Liste. Ja, auch wenn er gerade im Angebot ist, es das Teil nur noch zweimal gibt und Du glaubst ohne ihn nicht leben zu können. Schreib alles auf die Liste. Nach 30 Tagen darfst Du gern die Dinge auf der Liste erneut anschauen, ich kann Dir sagen, ein Großteil davon ist nicht mehr wichtig und der Wunsch es haben zu wollen ist vorbei.

Schritt zwei – die Kleidung, alles muss raus!

Als nächstes kommen wir zur Kleidung. Warum die Kleidung? Weil hier das Potenzial am Größten ist. Kleidung ist oft ein durchlaufender Posten. Wir haben unsere Lieblingsstücke, diese tragen wir oft. Dann gibt es ein paar Stücke, die tragen wir weniger oft und vieles tragen wie selten oder nie.

Mein Ziel bei meiner Kleidung ist es, dass alles kombinierbar ist. Jedes Teil soll zu jedem passen. Egal was ich anziehe, alles sieht gut aus, fühlt sich gut an und passt zu mir.

Ich sortiere meine Kleidung immer wieder aus. Es ist ein Prozess. Bei manchen Dingen war ich mir vor einem halben Jahr noch unsicher. Jetzt durften sie gehen. Auch jetzt gibt es noch Dinge, bei denen ich mir unsicher bin, diese dürfen vielleicht in einem halben Jahr oder Jahr gehen.

Jetzt geht es ans Eingemachte!

Leg Deine Kleidung aus Deinem Schrank auf Dein Bett oder Sofa. Jetzt nimm Dir ein Teil und spüre. Das ist wirklich ein wichtiger Teil. Unser Verstand sagt uns Dinge wie: „Das habe ich nur einmal getragen, das Teil ist noch gut.“ oder „Das hat aber mal viel Geld gekostet.“ oder auch „Das ist etwas eng, da passe ich bestimmt bald wieder rein.“

Ja, das Teil ist noch gut. Ja, es hat Geld gekostet. Vielleicht passt Du mal wieder rein. Aber Du trägst es nicht. Du hast es in den letzten 2 Jahren nicht getragen, weil es unbequem ist oder Dir nicht steht, auch wenn es auf dem Bügel wirklich toll aussieht und vielleicht das symbolisiert was Du Dir wünschst. Dein Bauch sagt Dir was anderes als Dein Verstand. Dein Gefühl sagt Dir: „Das Teil ist unbequem, es kratzt, es drückt so komisch an der Schulter.“ Wenn dem so ist wirst Du es nicht anziehen.

Leg es weg. Wenn Du Dich noch nicht ganz trennen kannst, leg es in einen Karton und stell es in den Keller, auf den Dachboden oder unter Dein Bett.

Oft sind es auch innere Ängste, die uns hindern, Kleidung wegzugeben. Wir haben Angst, dass wir nichts mehr anzuziehen haben. Diese Ängste sind nicht real, das wissen wir, aber sie kommen trotzdem.

Tipp:
Such alle deine ultimativen Lieblingsteile raus und häng sie wieder in den Schrank. Die Dinge, die Du immer wieder trägst, die sich gut anfühlen, die an Dir gut aussehen und die wie für Dich gemacht sind. Wenn Du das getan hast, zähle! Wie viele Teile sind es. Selbst wenn du die Sachen nur einen Tag trägst und dann in die Wäsche gibst – was genauer betrachtet ja oft nicht so ist – wie viele Tage hast Du etwas zum anziehen?

Wir haben im vergangenen Jahr eine Challenge gemacht, 10 Stück Kleidung für 6 Wochen. Hier kannst Du gern nachlesen.

Schritt drei – Sortier aus!

Nimm Dir drei Kisten!

Eine steht für das Loslassen, Teile die gehen dürfen aber noch gut sind.

Kiste zwei steht für kaputte Teile, die weggeworfen werden.

Die letzte Kiste steht für die Teile, bei denen Du Dich noch nicht entscheiden kannst.

Nimm jedes Stück, was Du noch vor Dir liegen hast in die Hand. Schau was es für ein Gefühl auslöst. Ein gutes? Darf bleiben und kommt zurück in den Schrank! Ein schlechtes? Es kommt weg, entweder in den Müll oder – wenn es noch gut ist, sei aber ehrlich – in die Kiste zum weggeben. Du bist Dir nicht sicher? Das Teil bekommt eine Schonfrist.

Wenn Du alle Sachen durch hast, klopf Dir auf die Schulter!

Was mache ich mit den Kisten?

Die Schonfrist-Kiste kommt in den Keller/ auf den Dachboden oder in die Abstellkammer. Schreib das Datum drauf, an dem Du sie dorthin stellst. Stell sie so hin, dass Du sie nicht so oft siehst.

Die Kiste mit der Kleidung, die keiner mehr guten Gewissens tragen kann, kommt in den Müll.

Kommen wir zur Kiste mit Kleidung, die noch gut ist. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Du kannst die Kleidung verkaufen!
    Es gibt verschiedene Portale, auf denen Du Kleidung verkaufen kannst. Google einfach nach Kleidung online verkaufen. Wir geben unsere Kleidung in einen Second Hand Shop, dort wird diese verkauft und wir erhalten einen prozentualen Anteil.
  • Tausch die Kleidung!
    Tausch die Kleidung mit Freunden oder auf Kleidertauschpartys (öffentliche, wenn wieder möglich oder privaten).
  • Bring die Kleidung in einen Umsonstladen!
    In jeder größeren Stadt gibt es Umstonstläden oder Give-Boxen, hier kannst Du Deine gut erhaltene Kleidung abgeben und ein anderer Mensch kann sich daran erfreuen.
  • Spende die Kleidung!
    Hier hat Utopia in einem Beitrag das wichtigste zusammengefasst, damit die Kleidung auch da ankommt, wo es hilft und nicht noch mehr Leid verursacht.
  • Verschenke die Kleidung an Freunde, Verwandte oder Bekannte!
    Entweder Du machst ein Foto und fragst, wer was brauchen kann oder Du zeigt es den Leuten, wenn diese bei Dir vorbei kommen. Sie sollen sich einfach was aussuchen, was ihnen gefällt.

Das Beste zum Schluss!

Jetzt kommt das Beste. Schau Dir Deine verbliebenen Teile im Schrank an. Gibt es Kombinationen, die Du noch nie probiert hast? Wie fühlt es sich an, nur noch Kleidung im Schrank zu haben, die Du magst? Wie fühlst Du Dich jetzt? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich besser fühle, wenn alles geordnet ist. Ich fühle mich innerlich klarer und leichter.

Seit diesem Foto Anfang Januar durften bereits wieder einige Dinge gehen. Der weisse Pulli, ein Teil der Tücher und auch meine Sportkleidung wurde noch einmal reduziert.

Wichtig: Kaufe jetzt keine neue Kleidung, nur weil die andere raus ist. Teste Deinen neuen dezimierten Kleiderschrank mindestens 6 Wochen.

Du hast einen großen Schritt vorwärts gemacht und kannst Dir ruhig auf die Schulter klopfen. Der erste Schritt ist getan. Mach Dir einen Tee und geniess diesen Zustand.

Wenn Du weiter gehen möchtest, hier findest Du alle Artikel zum Thema Minimalismus.

Was denkst Du wenn Du Minimalismus hörst? Hinterlass mir gern einen Kommentar.

Das Beitragsbild ist ein Foto von Maksim Goncharenok via Pexels

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