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Dein Konsum kostet Dich Lebenszeit!

Jeder von uns kauft Dinge. Lebensmittel, Getränke, Kleidung…manche kaufen mehr, andere weniger. Doch dieser Konsum kostet Dich Deine Lebenszeit. Wieso? Und wie Du aussteigen kannst? Das erfährst Du in diesem Artikel.

Was ist Konsum?

Konsum ist das Gebrauchen und Verbrauchen von Gütern und Dienstleistungen. Du tauschst Geld gegen Ware oder Dienstleistung. Sein Pendant ist sparen.

Konsum gibt es schon immer. Um zu überleben, haben die Menschen schon immer Dinge getauscht. Ob es nun Ware gegen Ware ist oder Geld als Tauschmittel dazuwischen geschaltet wird, bleibt im Endeffekt egal.

Konsum an sich ist wichtig, denn jeder von uns benötigt Lebensmittel oder Kleidung. Doch der heutige Konsum hat mit dem vor ein paar Jahrhunderten nichts mehr zu tun. Seit Jahrzehnten leben wir in einer Überflussgesellschaft. Alles ist jederzeit vorhanden und wird auch jederzeit gekauft. Auf Kosten von Natur und anderen Menschen.

Kritik am Konsum

Vor allem in den Industriestaaten gibt es immer mehr Kritik am Konsumverhalten der Menschen. Wo Mode zur Wegwerfware wird und so viele Lebenmittel produziert werden, dass die Hälfte in der Mülltonne landet, dort ist der Konsum eindeutig aus den Fugen geraten.

Die Werbung impft uns Menschen ein, dass wir nur dann selbstbewusst, modern oder toll sind, wenn wir dieses oder jenes Produkt besitzen. Das nächste große Auto, der nächste größere Fernseher, die Spielkonsole, das neuste Handy – obwohl das alte gerade erst ein Jahr alt ist.

Die Produkte – egal ob technische Produkte oder Kleidung – werden in immer kürzeren Zeitintervallen ersetzt. Während der Drucker früher Jahre hielt, geht er heutzutage schon nach zwei Jahren kaputt. Eine Reparatur lohnt sich oft nicht, da diese teurer ist, als ein neues Gerät.

Dies alles führt zu massiven Umweltproblemen. Neben Kleidung, die ständig weggeworfen wird – der Fast Fashion – landen auch technische Geräte, jede Menge Plastik und noch vieles mehr auf dem Müll. Für diese Dinge haben Menschen gearbeitet, es wurden Ressourcen verbraucht und nach kurzer Zeit landet das T-Shirt auf dem Müll und wird durch ein neues 5-Euro-Shirt ersetzt.

Warum konsumieren wir?

Wir möchten unsere Grundbedürfnisse befriedigen.

Dazu gehören – laut der Bedrüfnispyramide von Maslow – die existenziellen Grundbedürfnisse. Hierzu zählt wohnen, essen, trinken und schlafen. Für die Wohnung zahlen wir Miete, auch Lebensmittel und Getränke kaufen wir und die allermeisten von uns haben ein Bett.

Wir möchten dazugehören – der soziale Status

Wir Menschen möchten zu einer Gruppe dazu gehören. Dieses „alte Programm“ begleitet uns Menschen bereits seit der Steinzeit. Unsere Überlebenschancen standen besser, wenn wir uns zu Gruppen zusammen schlossen. Auch heute sind wir soziale Wesen, die den Gruppenzusammenhalt immer noch benötigen. Innerhalb des Gefüges wollen wir besser sein als andere, sozialer Druck entsteht. Dieser wird oft über Konsum ausgetragen. Der andere hat ein neues Handy, das brauch ich auch, ein besseres.

Wir lieben Gewohnheiten

Wir konsumieren aus Gewohnheit. Der Mensch liebt Gewohnheiten. Der Kaffee am Morgen, die Brezel beim Bäcker. Mehr Besitz bedeutet in den Köpfen vieler Menschen Reichtum und Erfolg.

Weil wir uns glücklich fühlen wollen

Kennst Du das? Du bist schlecht drauf, gehst shoppen und kaufst Dir etwas. Danach fühlst Du Dich super. Dein Gehirn hat das Belohnungszentrum aktiviert und schüttet Glückshormone aus. Dies hält jedoch nicht lange an. Kurze Zeit später fühlst Du Dich genauso wie vorher. Und was machst Du? Du gehst wieder shoppen und kaufst Dir was. Viele Menschen setzen Zufriedenheit gleich mit Besitz und Konsum. Ich muss etwas haben, damit ich mich besser fühle.

Freiheit Sardinien
Zufrieden

Wir spüren einen Mangel in unserem Leben

Viele Menschen leben im scheinbaren Mangel. Diesen versuchen sie auszugleichen, indem sie konsumieren. Doch der Mangel verschwindet nicht, denn oft sind es andere Dinge die uns fehlen. Zeit für uns selbst, Zeit mit Menschen, Liebe.

Konsum = Lebenszeit

Deinen Konsum bezahlst Du jedoch mit Deiner Lebenszeit.

Um Geld ausgeben zu können, musst Du Geld verdienen. Dieses Geld verdienst Du, indem Du Deine Lebenszeit opferst, denn in dieser Zeit arbeitest Du für andere (außer Du bist selbstständig). Das heisst auch, Du kannst nicht dem nachgehen, was Du eigentlich lieber machen würdest.

Wandern Schwarzwald

Je nachdem wie hoch Dein Stundenlohn ist, opferst Du mehr oder weniger Lebenszeit. Hast Du einen Netto-Stundenlohn von 18 Euro und kaufst Du für 80 Euro Kleidung, musst Du dafür 4,44 Stunden arbeiten gehen.

Je nachdem wieviel Du so im Monat kosnumierst, musst Du mehr oder weniger arbeiten gehen.

Lebst Du beispielsweise in einer kleinen Wohnung, fährst zur Arbeit mit dem Rad – weil diese in der Nähe ist, kaufst Lebensmittel und Getränke und gibst sonst nur wenig aus, reicht ein kleiner Job in Teilzeit um Deinen Lebensunterhalt zu finanzieren. In der restlichen Zeit kannst Du das machen, was Dir Spaß macht.

Hast Du dagegen ein Haus, zwei Autos und gehst jeden Monat shoppen, weil Du das Gefühl hast, Du brauchst das eben, benötigst Du entsprechend mehr Geld im Monat und musst auch mehr arbeiten gehen.

„Von dem Geld, das wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir nicht mögen“

Zitat aus dem Film Fight Club

Weniger Konsum = mehr persönliche Freiheit

Stell Dir vor, Du beginnst einen „No spend month“ und kaufst für einen Monat nur das, was Du wirklich benötigst wie Lebensmittel oder Getränke. Was denkst Du, wirst Du sparen? Was denkst Du, wie wird es Dir am Ende des Monats gehen? Hast Du das Gefühl, Du hast etwas verpasst? Vermisst Du die Dinge, die Du kaufen wolltest?

Wenn Du den Weg in Deine persönliche Freiheit einschlagen möchtest, ist es notwendig, dass Du Dich damit auseinander setzt, was Du wirklich benötigst um gut leben zu können. Bei uns sind das erstaunlich wenige Dinge.

Hier findest Du einen Artikel zu dem Thema „Dinge die wir nicht mehr kaufen“. Viele Produkte haben wir ersetzt, einen Teil machen wir selbst und manches kaufen wir gar nicht mehr. Schau mal rein.

Mit der Zeit – und dem Verzicht auf Dinge, die wir nicht benötigen – trat immer mehr zutage was uns eigentlich zufrieden macht im Leben. Kleidung, technische Geräte wie das neuste Handy etc. sind es nicht. Es sind Momente mit der Familie und Freunden, wandern in schönen Gegenden, eine Nacht im Camper…

Wir haben zu Hause aussortiert, viele Dinge verkauft die wir nicht nutzten. Den Inhalt unsere Kleiderschränke haben wir minimiert und für 2021 ein no-spend-year in einigen Bereichen geplant. Mit dem so gesparten Geld wollen wir uns unseren großen Traum verwirklichen.

Strand Freiheit Sardinien

Wie kannst Du weniger konsumieren?

Hier haben wir ein paar Fragen zusammengestellt. Wenn Du Geld ausgeben oder etwas kaufen möchtest, frag Dich:

  • Benötige ich das wirklich oder möchte ich es nur haben?
  • Kann ich es mir ausleihen?
  • Kann ich es gebraucht besorgen?
  • Macht es mich in einer Woche, einem Monat und einem Jahr noch glücklich?
  • Ist es das wert, dass ich dafür x Stunden arbeite?
  • Gibt es eine andere Lösung für das Problem welches ich gerade habe?

Bei größeren Anschaffungen lohnt es sich auch immer, nicht sofort zu kaufen, sondern einige Zeit vertreichen zu lassen. Setz es auf eine Wunschliste. Nach 10 oder 30 Tagen schaust Du drauf, oft benötigst Du es dann gar nicht mehr.

Mach Dir vor allem bewusst, was Du wirklich möchtest. Wie kannst Du mehr Zufriedenheit in Deinem Leben erlangen? Je zufriedener Du bist – auch mit Dir selbst – desto mehr bist Du gegen Dinge von außen immun, wie Werbung und Wünsche.

Selbstliebe ist dabei ein wichtiger Punkt. Wenn wir uns selbst lieben, benötigen wir viel weniger Dinge im Leben. Ein gutes Buch zum Thema Selbstliebe ist Befreie Dich durch Selbstliebe* von Teal Swan. Ich selbst habe es gelesen und lese es immer wieder. Es hat mir sehr geholfen mich selbst, trotz meiner Schwächen, anzunehmen und mich zu lieben.

Zusammenfassung

Konsum ist wichtig, damit eine Wirtschaft wachsen kann. Unsere Wirtschaft ist auf Wachstum ausgerichtet.

Konsum ist wichtig, um die Grundbedürfnisse der Menschen zu erfüllen. Diese benötigen Essen, Trinken, Kleidung, eine Wohnung…

Konsum trägt bei vielen Menschen jedoch dazu bei, dass diese mehr arbeiten müssen, also notwendig, um von dem Geld, was sie verdienen einen persönlichen Ausgleich zu schaffen, da die Arbeit sie auslaugt oder sie einfach nicht zufrieden sind.

Erstrebenswert ist ein Leben, von dem wir keinen Urlaub benötigen, weil wir zufrieden sind mit dem was wir haben, wir im Alltag Pausen einlegen können und wir Zeit haben, um uns mit Dingen zu beschäftigen, die unseren persönlichen Interessen und Neigungen entsprechen.

Zu viel Konsum kann dem Menschen schaden. Nämlich dann, wenn wir dafür Kredite aufnehmen müssen und wir immer mehr Schulden anhäufen oder wenn wir krank werden (Kaufsucht). Konsum sollte immer kritisch betrachtet werden.

Wie stehst Du zu Konsum? Hinterlass mir gern einen Kommentar.

Foto von Max Fischer von Pexels

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