Wandern mit Kindern

In Teil 1 der kleinen Reihe „Wandern mit Kindern und Teenagern“ haben wir Euch die Vorurteile und die Vorteile des Wanderns aufgezeigt. Habt Ihr Lust bekommen? Hier geben wir Euch erprobte Tipps und Tricks, damit auch Ihr mit Spaß und Freude wandern gehen könnt.

Kinder und Teenager zum Wandern motivieren

Sagt zu Euren Kindern: „Wir gehen heute wandern!“. Sind sie begeistert? Unsere sind es inzwischen, aber sie wissen, dass wandern bei uns nicht stumpfes vor sich hinlaufen bedeutet, sondern dass wir daraus ein kleines Event machen.

Hier kommen unsere über Jahre gesammelten Erfahrungen.

Wir haben ein Ziel!

Bevor wir wandern gehen, suchen wir uns ein Ziel. Gestern waren wir im Schönbuch unterwegs und haben uns die Falkenkopfhütte als Ziel gesucht. Die Hütte ist von unserem Haus aus 6,3 km entfernt. Unterwegs gab es Wegweiser, die uns zur Hütte führten mit km-Angaben. Wir haben zwischendurch die Kinder schätzen lassen, wie weit es noch ist.

Wandern ohne ein Ziel zu haben an dem man ein Picknick macht oder einkehren kann finden wir nicht gut. Es motiviert sehr, wenn auf der Hälfte der Wanderung etwas ist, an dem man sich orientieren kann.

Als die Kinder kleiner waren, haben wir uns Wanderrouten ausgesucht mit Spielplätzen, an denen wir eine lange Pause eingelegt haben oder wir haben uns einen Fluss gesucht, an dem wir an warmen Tagen die Füße ankühlen konnten. Auch ein Restaurant oder eine Hütte mit Eis war immer sehr beliebt. Tiere sind auch ein tolles Ziel, im Schönbuch gibt es viele Wildtier-Gehege. Je nach Alter kann die Wanderung länger oder kürzer sein.

2017 – Wandern mit grillen und schnitzen an einer Grillstelle

Essen und trinken – wir machen ein Picknick!

Egal wie lang unsere Wanderung wird, wir nehmen IMMER etwas zu Essen und zu trinken mit. Nichts ist schlimmer als: Mama, ich habe Hunger! Danach ist jeder Weg nur noch lang und mühsam. Wir verbinden unsere Wanderungen mit einem Ziel, an dem wir dann oft picknicken.

Wir haben unseren Kindern bereits früh angewöhnt einen eigenen Rucksack mitzunehmen, in dem sie damals eine kleine Trinkflasche* (heute ist es eine 1 l Edelstahlflasche) und ihre persönlichen Dinge wie Multitool – wir nutzen dieses* und sind sehr zufrieden mit der Qualität – Schnitzmesser*, Lupe oder ähnliches tragen. Inzwischen tragen beide auch ihr Vesper selbst.

Wir haben immer Lunchboxen* dabei, um unnötigen Müll zu vermeiden. Seit einiger Zeit nutzen wir auch Bienenwachstücher* als Alternative zur Alufolie. Unsere sind selbst gemacht. Anleitungen dazu findet Ihr im Internet.

Picknick

Wir nehmen verschiedene Dinge mit. Auf dem Bild oben seht ihr unser gestriges Essen. Wir hatten noch Süßkartoffelpommes und Ofenkartoffeln, dazu gab es Falafel, vegetarische Schnitzel, Aufstriche, selbst gebackenes Brot, Gemüse und (in dem Bienenwachstuch mit den Herzen) Kuchen. So ist auf jeden Fall für jeden was dabei. Und das war nur das Vesper meines Mannes und mir 😉

Geochaching – die moderne Schatzsuche

Vor allem für größere Kinder und für Teenager ist Geochaching etwas, was eine normale Wanderung zu etwas ganz besonderem macht. Wir haben eine Geochaching App auf unserem Handy und nutzen hier die Proversion, diese kostet knapp 30 Euro im Jahr.

Diese App zeigt uns verschiedene Caches (Schätze) auf unserem Weg an, die wir dann suchen können. Es ist spannend ob wir den Cache dann auch finden. Hier gibt es verschiedene Größen. Bei manchen trägt man nur seine Namen ein, bei anderen findet man auch Schätze. Wir haben immer eine kleine Dose zum Tauschen dabei. Wenn wir einen Cache finden, der kleine Schätze enthält, nehmen wir etwas heraus und tun als Ausgleich etwas von uns hinein. Den Kindern macht es großen Spaß und so ist der Weg manchmal ganz schön spannend.

Wenn die Beine weh tun!

Als die Kinder kleiner waren, habe ich mich eines Tricks bedient, der heute noch hilft. Diesen habe ich von meinem Vater übernommen.

Wenn ich nicht mehr laufen konnte, hat er in seine Tasche gegriffen und gesagt: „Du hast Glück, ich habe ein paar neue Beine für Dich dabei.“ Dann hat er so getan, als ob er meine alten Beine abklickt und neue dran. Dann sagte er: „Teste mal, wie sind die?“ und ich konnte ohne Probleme wieder eine Weile laufen.

Ich habe das übernommen und als die Kinder kleiner waren, hat es wunderbar funktioniert. Heutzutage – mit 12 und 14 – funktioniert es auch noch. Aber es ist die Erinnerung die funktioniert, eine Erinnerung die sehr positiv behaftet ist und wir lachen jedes Mal darüber wenn ich sage: „Du hast so ein Glück, ich habe ein paar neue Beine dabei!“.

Wir sehen die Natur mit anderen Augen

Wenn wir wandern gehen, gehen wir oft voll und ganz auf die Kinder ein. Wir halten an Bächen und Seen, schauen uns die Tiere an. Seien es Kaulquappen im Frühjahr, Frösche und Fische im Sommer. Wir halten an Bäumen und umarmen diese auch, zeigen den Kindern wie rauh sich eine Rinde anfühlen kann. Wir bestimmen Vögel und Pflanzen.

Käfer auf Hand

Wusstet ihr dass Taubnesseln essbar sind? Wenn wir welche finden, nehmen wir die Blüten zwischen die Lippen und saugen den Sirup raus. Für Kinder ein tolles Erlebnis, denn er schmeckt sehr süß. Wir achten nur darauf, wo diese Pflanzen stehen und schauen uns auch die Umgebung kurz an (Hundekot und Co.).

Oder wir sammeln Bärlauch – die Kinder kosten oft direkt vor Ort – und machen zu Hause Bärlauch-Butter. (Achtung: Nur essen, wenn Ihr Euch wirklich sicher seid dass es Bärlauch ist, er wird mit dem Maiglöckchen verwechselt und das ist giftig. Ihr erkennt Bärlauch an den Blüten und am knoblauchartigen Geruch – wenn man die Blätter zwischen den Fingern zerreibt)

Brennesseln brennen nur, wenn man von oben nach unten streicht, andersherum nicht. Daraus kann man super Tee brühen, auch unterwegs an einer Grillstelle.

Es gibt unglaublich viele Pflanzen die man essen kann. Wir sammeln auch oft Kräuter, Tannenzapfen oder Stöcke. In einer Pause schnitzen die Kindern dann verschiedene Sachen aus dem Holz.

Kaulquappen

Dabei gehen wir überaus achtsam mit der Natur um. Wir schauen, wo wir gefahrlos hintreten können, ohne Pflanzen zu zerstören oder Tiere zu stören. Auch brechen wir kein Holz von Bäumen ab o.ä. sondern nehmen das, was bereits auf dem Boden liegt.

So wird ein Ausflug in die Natur zu einer Wanderung mit allen Sinnen. Und oft merken die Kinder gar nicht, wieviel wir eigentlich laufen.

Wandern im Urlaub? Jederzeit!

Wir sind seit mittlerweile mehr als einem Jahr mit unserem VW California unterwegs. Eben weil wir die Natur lieben und so unsere Naturverbundenheit und den Comfort mit zwei Kindern verbinden können. Im vergangenen Jahr waren wir in den Osterferien in Spanien und haben ein paar Tage auf einem Camping in L’Escala halt gemacht. Von hier ging ein toller und fordernder Wanderweg los den wir natürlich gewandert sind. Es ging über Stock und Stein, an der Steilküste entlang und als wir oben auf dem Gipfel des kleinen Berges waren, wurde wir nicht nur mit einer tollen Aussicht belohnt, hier habe ich auch erfahren, dass meine beste Freundin ihr Baby bekommen hat.

Unsere Reiseberichte zu unserer Schottland-Tour: Mit dem VW T5 California auf die äußeren Hebriden
In Edinburgh sind wir auf den Arthur’s Seat gewandert.

FAZIT: Wandern mit Kindern und Teenagern

Wandern mit Kinder und Teenagern macht Spaß, wenn man sich auf sie einlässt. Wenn man wieder lernt die Welt mit Kinderaugen bzw. den Augen junger Menschen zu sehen. Und wenn man ein paar Dinge beachtet.

Das tolle daran ist, dass Wandern kein Geld kostet – außer vielleich die Anfahrt. Das Zusammensein an der frischen Luft, die Erlebnisse, die man gemeinsam macht, tragen vor allem auch dazu bei, den Zusammenhalt in der Familie zu stärken. Gerade in der heutigen, hektischen und schnell lebigen Zeit, in der soziale Medien eine große Rolle spielen sind solche Erlebnisse etwas, was uns erdet, wieder ruhiger werden lässt und wovon man – also zumindest wir – tatsächlich noch lange erzählen.

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Hier findet ihr gesunde Rezepte und mehr.

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