Wer nach Schottland geht, kommt an Edinburgh nicht vorbei. Das Castle, die Royal Mile, Arthur’s Seat und natürlich „the elephant house“ – eine Pilgerstätte für Harry-Potter-Fans. Unsere Reise mit dem VW Bus nach Schottland – heute Teil 3 – Edinburgh.

Mit dem VW Bus nach Schottland – Teil I – die Vorbereitungen

Mit dem VW Bus nach Schottland – Teil II – die Anreise

Bei den Vorbereitungen war schnell klar, dass wir um Edinburgh nicht durmherum kommen werden. Aus diesem Grund haben wir es direkt angefahren und drei Tage für den Verbleib eingeplant. Da wir keine Fähren zu den äußeren Hebriden vorausgebucht hatten, da Nebensaison (welch ein Fehler), waren wir an keine Termine gebunden und konnten frei entscheiden, wann wir weiter fahren.

Edinburgh – zu Fuß zum Arthur’s Seat

Nachdem wir nun zwei Tage viel imVW Bus unterwegs waren, haben wir uns für den ersten Tag in Edinburgh eine Wanderung zum Arthur’s Seat vorgenommen. Ich war bereits mehrer Male in Edinburgh, aber den „Hausberg“ habe ich noch nie bestiegen.

Blick auf den Arthur's Seat
Im Hintergrund der Arthur’s Seat
wunderschöne Häuser, tolle Vorgärten
tolle Häuser und herrliche Vorgärten

Bei leicht bewölktem Himmel zogen wir los, froh uns endlich mal wieder ausgiebig bewegen zu können. Weit kamen wir nicht, direkt hinter dem Mortonhall Camping Caravan Park gibt es einen großen Spielplatz und dort machten wir die erste Rast 🙂

Vom Mortonhall Camping zum Arthur’s Seat sind es knapp über 7 km, nach etwa 3 Stunden waren wir oben und wurden mit einer fantastischen Aussicht belohnt. Leider auch mit jede Menge Touristen und starkem, kaltem Wind.

Wir suchten uns eine ruhige Ecke, aßen unser mitgebrachtes Essen und bewunderten die Aussicht, bevor es die 7,2 km wieder retour ging. Als wir am Camping ankamen waren wir ziemlich müde und hatten definitiv genug Bewegung. Da es immer noch recht windig und kühl war, zogen wir es vor in der Camperküche zu kochen. Gegessen haben wir am VW Bus.

Castle, Whiksy Experience Center und Fish&Chips

Am nächsten morgen strahlte die Sonne vom Himmel und wir hatten Edinburgh Castle auf dem Plan und diesmal musste der Hund im VW Bus bleiben. Da wir den Tag vorher viel gelaufen sind und sie wenig geschlafen hat, war das auch kein Problem. Ich machte mir etwas Sorgen, ob es nicht zu warm würde für sie. Aber diese Sorge war unbegründet.

In der Rezeption des Camping kauften wir uns ein Tagesticket für den Bus und liefen zur Haltestelle, die direkt vor der Campingeinfahrt ist. Die Fahrt mit dem Doppeldecker war für die Kinder abenteuerlich.

Angekommen am Castle mussten wir uns ewig in die Schlange einreihen. Mit so viel Andrang hatten wir nicht gerechnet. Kurze Zeit später war uns aber klar, warum es so voll war. Es war der 10. Juni 2019 – Philip, der Ehemann der Queen und der Duke of Edinburgh, wurde an diesem Tag 98 Jahre alt. Und im Castle wurde dies mit großem Aufgebot und Salut-Schüssen gefeiert.

Die Tickets für das Castle kann man ganz unproblematisch online vorbestellen, da wir aber nicht wussten, wann wir ankommen und an welchem Tag wir das Castle besuchen, war das für uns keine Option. Der Vorteil beim online bestellen, man spart pro Erwachsenem 2 Pfund, pro Kind (5-15 Jahre) 1,50 Pfund. So haben wir zusammen 62 Pfund Eintritt gezahlt plus 10 Pfund für die deutschen Audio-Guides.

Ich habe das Edinburgh Castle bereits früher besichtigt und an diesem Tag hier war mir eindeutig zu viel Gewusel. Die Kinder waren – wie nicht anders zu erwarten – von der Mons Meg beeindruckt. Auch das Zimmer, in dem Mary, Königin der Schotten, Ihren Sohn James VI gebar, fanden sie toll…und sehr klein. Ebenso wie die Kronjuwelen – die Ehrenzeichen Schottlands. Immer wieder kam von unserem Junior die Frage: „Und die sind wirklich echt?
Durch die Massen an Besuchern konnte man alles jedoch nicht genug würdigen – man wurde quasi vorbei geschoben. Wir werden auf jeden Fall wieder kommen, dann schauen wir uns den Kalender aber genauer an.

Nachdem wir aus dem Schloss draussen waren, ging es direkt zum Whisky Experience Center. Nur ein paar Schritte vom Eingang des Schlosses auf der Royal Mile entfernt kann man sich hier die Geschichte des schottischen Whiskys multimedial anschauen – auch auf deutsch, so dass wir nicht alles übersetzen mussten. Der Eintritt für die Silver Tour kostet als Familie 39,00 Pfund.
Nach einer Fahrt im Whiskyfass, wo einem die Herstellung des Whiskys mit kleinen Filmen und verschiedenen anderen Effekten dargestellt wird, kam der wichtigste Teil, die Whisky-Probe.

Für jemanden, der noch gar nicht weiss, welche Art Whisky er bevorzugt – eher die sanften Lowländer, die rauchigen von den Inseln oder die starken Highländer – ist dies eine gute Möglichkeit zu probieren, da es hier nach Geruch geht. Zu jeder Art von Whisky gibt es einen typischen Geruch – nach Blumen, Obst, salzig mit einem Hauch Torf. Meine Favoriten sind nach wie vor die Highland-Whiskys. Die Kinder bekamen hier übrigens ein anderes typischens schottischen Getränk – Irn Bru.

Whisky Probe

Unseren Whisky konnten wir anschließend im Raum mit der umfassenden Whisky Sammlung geniessen. Alles in allem finde ich das Whisky Experience Center sehr gelungen, auch wenn es natürlich keine Führung in einer richtigen Distillery ersetzt, aber vor allem für Kinder ist es sehr abwechslungsreich und unterhaltsam.

Nachdem wir wieder auf der Royal Mile standen, hatten wir nur noch Hunger. Da wir den Kids versprochen hatten, Fish&Chips essen zu gehen, sind wir direkt in die Nebenstrasse zu Berties Fish&Chips. Riesen Portionen, sehr nettes Personal, wir waren zufrieden.

So langsam taten uns die Füße weh, eigentlich wollten wir noch zu Mary Kings Close – diese kleine Straße existierte im Mittelalter tatsächlich, wurde jedoch, als die Pest in Edinburgh Einzug hielt, zugemauert. 2003 wurde diese Gasse dann für den Tourismus geöffnet und die Touren sind eindrucksvoll und vermitteln gut, wie das Leben im Mittelalter war.

Die Kinder waren müde und so entschieden wir, Mary Kings Close während einer anderen Reise zu besuchen, ebenso wie „the elephants house“ – das Café in dem J.K. Rowling ihren ersten Harry-Potter-Roman geschrieben hat.

Wir hätten mehr anschauen können, aber da dies auch Urlaub und Erholung sein sollte, haben wir den Rückweg angetreten und sind abends noch einmal auf den tollen Spielplatz hinter unserem Camping. Und so war es auch gut. Schließlich wollen wir wieder kommen.

Sonnenuntergang
Sonnenuntergang auf dem Spielplatz hinter dem Camping

Wir haben uns entschieden, am kommenden Tag weiterzureisen nach Oban, wo die Fähre nach Barra – unser erstes Ziel auf den äußeren Hebriden – ablegt.

Edinburgh ist eine tolle Stadt, mit viel Charme. Ich könnte mir durchaus vorstellen, hier eine längere Zeit zu leben.
Vor allem das Military Tattoo im August würde ich mir definitiv gern einmal anschauen.

Hier kommt ihr zu Teil I – die Vorbereitungen und hier zu Teil II – die Anreise

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